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Trubel: Auch beim Hövelmarkt sollen die Geschäfte im Ortskern sonntags in Zukunft geöffnet haben dürfen. - © JAMFUN
Trubel: Auch beim Hövelmarkt sollen die Geschäfte im Ortskern sonntags in Zukunft geöffnet haben dürfen. | © JAMFUN

Hövelhof So will Hövelhof sonntags die Läden öffnen

Feiern und Shoppen: Eine neue Verordnung ist die Reaktion auf die kurzfristige Absage beim jüngsten Nikolausmarkt. Drei Feste stehen im Fokus

Jens Reddeker
17.02.2019 | Stand 15.02.2019, 17:01 Uhr

Hövelhof. Die erzwungene Absage des verkaufsoffenen Sonntags zum Nikolausmarkt Anfang Dezember hatte die Hövelhofer Einzelhändler kalt erwischt. Jetzt soll eine einstimmig vom Gemeinderat verabschiedete neue "Ordnungsbehördliche Verordnung" dafür sorgen, dass das Gebot der Sonntagsruhe und die Interessen des Handels rechtssicher vereinbart sind. Die Gemeinde konzentriert sich auf drei Feste. Bürgeramtsleiterin Petra Schäfers-Schlichting stellte die Verordnung detailliert den Ratsmitgliedern vor. Der Verkehrsverein hatte den Antrag gestellt, zum Hövelmarkt sowie zum Maibaum- und Radelfest und dem Nikolausmarkt verkaufsoffene Sonntage von 13 bis 18 Uhr anbieten zu können. Nach Analyse der Rechtslage erarbeitete die Gemeinde eine Verordnung, die nachweisen soll, dass es sich um Ortsbild prägende Festivitäten handelt. Bei diesen ist im Bereich des Veranstaltungsgeländes sowie auf den Zuwegungen nach Meinung von Juristen das Öffnen von Geschäften erlaubt. Die aufgezeigte Kulisse ist in allen drei Fällen ähnlich. Einzige Besonderheit: beim größten Fest, dem Hövelmarkt, darf auch der Elli-Markt (zukünftig E-Center) öffnen. Eine Ausnahme tritt ein, wenn der Hövelmarkt-Sonntag auf den 3. Oktober fällt. An diesem Feiertag sind Ladenöffnungen gesetzlich untersagt. Internethandel habe auch keine Sonntagsruhe Die Ratsfraktionen sehen die Gemeinde durch die neue Verordnung gut aufgestellt. Jörg Schlüter von den Grünen: "Rechtssicherer kann man es nicht hinbekommen." Mario Schäfer, Fraktionschef der SPD, sagt: "Drei verkaufsoffene Sonntage reichen aus für Hövelhof, damit sind auch die Rechte der Mitarbeiter gewahrt." CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Neisens erinnert daran, dass der Internethandel keine Sonntagsruhe kennt. Im Vorjahr hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kurzfristig beim Verwaltungsgericht Minden eine einstweilige Anordnung erwirkt, so dass der Verkaufssonntag zum Nikolausmarkt ausfiel. Der Interessenvertretung der Arbeitnehmer geht es darum, dass möglichst wenige Angestellte auch noch an Sonntagen arbeiten müssen. Die Gesetzeslage erlaubt in Nordrhein-Westfalen derzeit acht verkaufsoffene Sonntage pro Jahr.

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