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Werkeln: Die frühere Hövelhofer Bücherei in der Bahnhofstraße wird umgebaut, damit dort 24 Flüchtlinge einziehen können. - © Jens Reddeker
Werkeln: Die frühere Hövelhofer Bücherei in der Bahnhofstraße wird umgebaut, damit dort 24 Flüchtlinge einziehen können. | © Jens Reddeker

Hövelhof Flüchtlinge ziehen in Hövelhofs frühere Bücherei

Derzeit leben laut Gemeinde 185 Zuwanderer im Ort. Kurzfristig wurde noch eine besondere Unterkunft nötig

Jens Reddeker
16.02.2019 | Stand 15.02.2019, 16:52 Uhr

Hövelhof. In der früheren Hövelhofer Bücherei wird derzeit Platz für die Unterbringung von 24 Flüchtlingen geschaffen. Im Gebäude an der Bahnhofstraße laufen die Umbauarbeiten. Innerhalb des Hauses sind bereits geflüchtete Menschen untergebracht. Laut Bürgeramtsleiterin Petra Schäfers-Schlichting ist mit der Fertigstellung "innerhalb der nächsten Wochen" zu rechnen. Derzeit sind Handwerksfirmen mit dem Innenausbau beschäftigt. Die Bücherei war Ende Oktober umgezogen, im November öffnete sie in der umgebauten früheren Vikarie im Schlosspark. In Hövelhof leben nach Auskunft der Gemeinde derzeit 185 Flüchtlinge, darunter 53 Kinder. 26 dieser Kinder sind im Alter von 0 bis 6 Jahren, zwölf von ihnen besuchen als Ü-3-Kinder regelmäßig einen Kindergarten, vier sind auf der Warteliste, hinzu kommen zehn U-3-Kinder. Nach der zuletzt kontinuierlichen Zuweisung von Flüchtlingen sind in der Gemeinde neben dem Haus an der Bahnhofstraße auch fast alle anderen Unterkünfte belegt. So leben Zuwanderer laut Auskunft von Schäfers-Schlichting im Gemeinderat an der Gütersloher Straße, nahe dem Hallenbad, am Mühlenweg und an der Bielefelder Straße. Ohne die neuen Räume der früheren Bücherei stünden derzeit nur noch 26 Plätze zur Verfügung. Wohnung der Kirchschule Eine Besonderheit stellt derzeit die Unterbringung von zwei Frauen in der Hausmeisterwohnung der Kirchschule dar. "Wir mussten vor allem einer traumatisierten Frau schnell ein Dach über dem Kopf schaffen", erklärt die Amtsleiterin. "Die Unterbringung dort ist aber nur eine Übergangs- und keine Dauerlösung." Bis spätestens zum Ende des Schuljahres soll diese Notvariante wieder aufgegeben werden, antwortete die Verwaltung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion. Die Räumlichkeiten sind danach für die Offene Ganztagsschule an der Kirchschule vorgesehen. An dieser Absicht hat sich nach Auskunft der Gemeinde nichts verändert. Der Gemeinderat lehnte gegen die Stimmen von Grünen und FDP einen Antrag der Liberalen ab, die Flüchtlingssituation sowohl im Rat als auch im Ausschuss für Familie, Sport und Kultur zu einem regelmäßigen Tagesordnungspunkt zu machen. Ausschussvorsitzender Mario Schäfer (SPD) und Bürgermeister Michael Berens (CDU) boten jedoch an, dass die Ratsleute in beiden Gremien regelmäßig zum Thema informiert werden.

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