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Projekt: Die Sanierung der Ortsdurchfahrt war Thema der "Rathaus Info" der Gemeindeverwaltung. - © Ralph Meyer
Projekt: Die Sanierung der Ortsdurchfahrt war Thema der "Rathaus Info" der Gemeindeverwaltung. | © Ralph Meyer

Hövelhof Hövelhofer FDP kritisiert teure Rathaus-Info-Beilage

Die Freien Demokraten beanstanden die "Rathaus Info" der Gemeinde aus dem Oktober als unnötig. So viel haben die vier Seiten den Steuerzahler gekostet

Marco Schreiber
06.02.2019 | Stand 05.02.2019, 20:21 Uhr

Hövelhof. Im Oktober erschien sie zum ersten Mal, die vierseitige „Rathaus Info" der Gemeinde Hövelhof. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein. In unregelmäßigen Abständen soll das Blättchen der „Hövelhofer Rundschau" beigelegt werden und „zu besonderen herausragenden Themen transparent und detailliert berichten", heißt es auf der Titelseite. Bei der Hövelhofer FDP lässt das die Alarmglocken schrillen. „Die Verwaltung soll sich nicht publizistisch betätigen", sagt André Klocksin, Fraktionsvorsitzender der Freien Demokraten im Hövelhofer Gemeinderat. Pressearbeit könne über Tageszeitungen geschehen. „Wir haben lokale Medien, die der Bürgermeister proaktiv informieren müsste", so Klocksin. „Das wird jedoch nicht gemacht." Im Gegenteil. Mit der "Rathaus Info" sei begonnen worden, als die Tagespresse kritisch über Bürgermeister Michael Berens (CDU) berichtete. Die Publikation sei eine "direkte Reaktion", sagt Klocksin. Was die „Rathaus Info aktuell" den Steuerzahler gekostet hat, wurde jetzt auf Anfrage seiner Fraktion bekannt gegeben. Fast 2400 Euro hat die Gemeinde demnach für die 9.500 Exemplare ausgegeben. Ein Großteil, und zwar 9.000 Stück, wurde mit der „Hövelhofer Rundschau" an die Einwohner verteilt. Schlagzeile der Rathaus-Publikation: „Hövelhof putzt sich raus!" Infos über Ausschreibungs-Details Informiert wird über die Bauvorhaben an der Ortsdurchfahrt und dass 20 neue Schirmplatanen gepflanzt werden sollen. Der Leser erfährt, dass die Ausschreibung für die Bauarbeiten rund um den Henkenplatz 140 Seiten umfassten und dass der Bürgermeister eine „harte Zeit" für die Gemeinde erwartet, besonders für das Bauamt und die vielen Pendler, die von der Baustelle betroffen sein werden. Für das Blättchen wurde auch Verwaltungspersonal eingespannt. Zwei Mitarbeiter werden von der Gemeinde auf Anfrage der FDP namentlich genannt. Bauamtsleiter Andreas Markgraf stand demnach 1,5 Stunden für ein Interview zur Verfügung, Wirtschaftsförderer Thomas Westhof wendete etwa eine Stunde „für die Gesamtkoordinierung" auf. Und das, obwohl immer wieder über die dünne Personaldecke und die Arbeitsbelastung geklagt werde, sagt Klocksin. „Das passt nicht zusammen." Marketingausgaben seit 2011 fast verdoppelt Der FDP-Mann fragt sich auch, wie die „Rathaus Info aktuell" im kommenden Jahr aussehen könnte, wenn Kommunalwahlen anstehen. Er befürchtet, dass einseitig über Bürgermeister Michael Berens (CDU) und dessen Politik berichtet wird. „Für den Bürgermeister ist es sehr komfortabel, alles in einem guten Licht darzustellen", sagt Klocksin. Für eine positive Außendarstellung wendet die Gemeinde auch ohne die "Rathaus Info" immer mehr Geld auf. Waren es 2011 noch etwa 193.000 Euro, die für Marketing ausgegeben wurden, sollen es in diesem Jahr fast 350.000 Euro sein. Marketing sei notwendig, sagt Klocksin: "Jedoch nicht in diesem Umfang." Für eine eher kleine Gemeinde wie Hövelhof mit ihren etwa 16.000 Einwohnern sei das "zu viel". Seine Fraktion fordere deshalb seit mehreren Jahren, diese Kosten zu verringern. Das Rathaus legt stattdessen mit der "Rathaus Info" noch eine Schippe drauf.

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