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Einst standen hier die Schlachterei und die Gaststätte Epping: Der heutige Hövelmarkt-Platz ist in den achtziger Jahren entstanden. Mit einer Neugestaltung soll die Aufenthaltsqualität steigen. Derzeit können bis zu 70 Fahrzeuge – überwiegend ungeordnet – auf dem Platz geparkt werden. - © Jens Reddeker
Einst standen hier die Schlachterei und die Gaststätte Epping: Der heutige Hövelmarkt-Platz ist in den achtziger Jahren entstanden. Mit einer Neugestaltung soll die Aufenthaltsqualität steigen. Derzeit können bis zu 70 Fahrzeuge – überwiegend ungeordnet – auf dem Platz geparkt werden. | © Jens Reddeker

Hövelhof Hövelhofer Politiker fordern weniger Parkplätze für den Hövelmarkt

Bei der Vorstellung der Pläne für die Neugestaltung des Platzes in der Ortsmitte wird im Bauausschuss erstmals über Kosten gesprochen / Die CDU-Fraktion überrascht die Opposition

Jens Reddeker
25.10.2018 | Stand 26.10.2018, 09:52 Uhr

Hövelhof. Eines der bedeutendsten Städtebau-Projekte der jüngeren Vergangenheit hat am Donnerstag für überraschende Einigkeit im Hövelhofer Bau- und Umweltausschuss gesorgt. Die Umgestaltungs-Pläne für den Hövelmarkt-Platz im Ortskern der Sennegemeinde haben bis auf einen Punkt weitgehend Zustimmung gefunden. Die Trennung zwischen Parkflächen und Aufenthaltsbereichen kommt gut an. Unerwartet waren sich die Fraktionen jedoch darin einig, dass es möglichst noch weniger Stellplätze werden sollen, als die von Verwaltung und Planungsbüro derzeit vorgesehenen 49. Positiv überrascht waren die Oppositionsfraktionen SPD, FDP und Grüne vor allem über den Einwand der CDU. Eberhard Großekathöfer nannte die Ideen, die Planer Günter Drilling (Delbrück) im Detail über eine knappe Stunde bildlich vorgestellt hatte „zu parkplatzlastig". Er präzisierte: „Auf diesem Platz geht es uns in Zukunft um eine Wohlfühlatmosphäre, daher haben wir den Wunsch nach Sichtachsen von der Allee aus." Die CDU kann sich vorstellen auf elf Stellflächen zu verzichten, die in den Planungen derzeit gegenüber des nördlichen Teils der Kirchenmauer vorgesehen sind. Für die SPD schlug Dirk Antpöhler vor, sieben Parkplätze im rückwärtigen Bereich des Wohn- und Geschäftshauses Allee 24-26 fallen zu lassen. Mario Schäfer (SPD) brachte sogar den Verzicht auf beide Parkreihen ins Spiel. Auch die Grünen können mit weniger Parkfläche gut leben – sie wünschen sich vor allem noch mehr als die bis jetzt vorgesehenen 24 Fahrradabstellplätze. Dass sich auch die CDU für weniger Auto-Parkplätze stark mache, kommentierte Grünen-Ratsherr Marcus Praschan mit den Worten: „Es geschehen noch Zeichen und Wunder." Beschluss muss in der kommenden Ratssitzung erfolgen Notwendig geworden war die Sondersitzung des Ausschusses in den Herbstferien, weil die Gemeinde noch bis Ende November einen Förderantrag für die Umgestaltung bei der Bezirksregierung einreichen will. Nur so könne, erläuterte Bauamtsleiter Andreas Markgraf, noch die Förderung von 70 Prozent der Kosten für verkehrsberuhigte Flächen eingestrichen werden. Erfolgt der Antrag später beläuft sich die Förderung nur noch auf 50 Prozent. Laut Planungsbüro kostet die Gesamtmaßnahme nach aktuellem Stand rund 1,5 Millionen Euro. 736.000 Euro müsste die Gemeinde tragen, da Parkplätze und Fahrwege nicht förderfähig seien. Immerhin 810.000 Euro würde der Zuschuss betragen. Sollten die Lokalpolitiker in der Ratssitzung am 8. November beschließen, dass weniger Parkplätze ausreichen, würde der Gemeindeanteil noch sinken. Alle Fraktionen werden sich in den kommenden zwei Wochen noch beraten, aus allen Richtungen wurde jedoch schon vorab grundsätzlich Zustimmung signalisiert. Innerhalb der kommenden Woche will Günter Drilling den Fraktionen mindestens zwei neue Skizzen zukommen lassen, die den Hövelmarkt-Platz mit weiter reduzierter Parkplatzzahl zeigen. Möglicher Baubeginn im Jahr 2020 Aktuell können laut Markgraf und Drilling im Optimalfall 70 Autos auf dem Hövelmarkt parken. Speziell ältere Menschen nutzten die Parkflächen gerne, betonte Bürgermeister Michael Berens (CDU). Dennoch sieht er die Notwendigkeit der Umgestaltung des unstrukturiert wirkenden Areals: „Es fehlt dem Hövelmarkt an Attraktivität und Charme." Wichtig ist Berens, durch den Umbau die Einheitlichkeit des neuen Ortskerns zu betonen: So soll in jedem Fall das gleiche sandfarbene Pflaster genutzt werden, das schon in der Straße Zur Post verlegt wurde. Als Baubeginn nahm der Bürgermeister das Jahr 2020 in den Blick. Die Neugestaltungen von Henkenplatz und Schlossplatz sollen im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein. Dann finden sich vielleicht auch die Besucher besser zurecht, die Bauamtsleiter Andreas Markgraf kürzlich zwischen Kirchplatz und Hövelmarkt traf. Deren Frage „Wo geht’s denn hier zur Ortsmitte?" soll sich nach dem Wunsch des Bauexperten spätestens mit dem neuen Hövelmarkt erübrigen.

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