Leutseliger Literat: Klaus-Peter Wolf lockert die Lesung mit diversen Anekdoten auf. - © Dietmar Gröbing
Leutseliger Literat: Klaus-Peter Wolf lockert die Lesung mit diversen Anekdoten auf. | © Dietmar Gröbing

Hövelhof Autorenlesung in Hövelhof: Bluttaten in Buchform

Lesung: In der Krollbachschule kommen zwei Krimiautoren zusammen. Klaus-Peter Wolf trifft den Hövelhofer Werner Pfeil. Letzterer stellt in Kürze sein neues Buch vor

Dietmar Gröbing

Hövelhof. Sie können das Morden nicht lassen. Das Schreiben auch nicht. Das macht Werner Pfeil und Klaus-Peter Wolf zu "partners in crime". Die beiden Krimischriftsteller beackern geografisch unterschiedliche Gebiete, bilden aber ideologisch eine Einheit. Am Mittwoch fand man auch räumlich zueinander. Wolf war zwecks abendlicher Lesung in Hövelhof zu Gast, wo Pfeil seinen Wohnsitz hat. Selbstredend ließ Werner Pfeil es sich nicht nehmen, den Kollegen persönlich aufzusuchen. Es war nicht die erste Begegnung der Autoren, denn man kennt sich von früheren Treffen bei diversen Buchmessen. Gut gelaunt traten die Protagonisten einander gegenüber. Gemeinsame Interessen verbinden. Gemeinsame Leidenschaften ebenfalls. Beide Herren entwerfen gern kriminalistische Rätsel, wobei Klaus-Peter Wolf das Genre für alles andere als minderwertig hält. "Kriminalromane sind kein trivialer Scheiß", verteidigt Wolf seine große Passion. "Oft reichen als Ausgangspunkt für ein Buch ein oder zwei Ideen" Und hat zum Beweis einen weiteren Krimi geschrieben. "Ostfriesenfluch" heißt er und kam zur Wochenmitte per Rezitation zu seinem Recht. In den Lesepausen erklang Musik. Wolfs Ehefrau Bettina Göschl spielte Gitarre und sang "kriminalistisch" angehauchte Lieder. Eingeladen wurde Klaus-Peter Wolf (64) vom lokalen Veranstalter Sennekult. Der Verein durfte 270 Interessierte in der Aula der Krollbachschule begrüßen. Was beweist, dass der (Lokal-)Krimi fröhliche Urstände feiert. Nicht nur in Buchform, sondern auch im TV. Das ARD-Format "Tatort" lockt jeden Sonntag rund zehn Millionen Menschen vor die Fernsehgeräte. Einer davon ist Werner Pfeil. "Allerdings weiß ich immer schon nach fünf Minuten, wer der Täter ist", raubt Werner Pfeil seiner Lebensgefährtin regelmäßig die Spannung. Die animierte Pfeil irgendwann dazu, selbst einen Krimi zu schreiben: "Damit ich merke, wie schwierig es ist, ein solches Konstrukt auf die Beine zu stellen." Drei Monate später war Pfeils erster Krimi fertig. Der wurde im Freundes- und Bekanntenkreis herumgereicht und für gut befunden. Schließlich entschloss sich Werner Pfeil zur Veröffentlichung des Manuskripts. Vier weitere Romane folgten, wobei der jüngste in der kommenden Woche publiziert wird. Auch "Kat im Watt" folgt dem erklärten Schreibprinzip des 61-jährigen BVB-Fans. "Oft reichen als Ausgangspunkt für ein Buch ein oder zwei Ideen, die dann in ein Erzählgerüst überführt werden", sagt Werner Pfeil, der das Exzerpt schließlich auf 180 DIN A4-Seiten ausdehnt. Was es für einen guten Krimi braucht? "Die Geschichte muss ein Stück Realität abbilden", weiß Pfeil, der bemüht ist, "Protagonisten zu installieren, mit denen man sich identifizieren kann". Darüber hinaus sollten die Figuren "authentisch sein". Folglich entlehnt Pfeil seine Personen dem echten Leben, verpasst ihnen aber andere Namen und eine modifizierte Vita. Der Persönlichkeitsschutz will es so. Werner Pfeil siedelt seine Stoffe im Großraum Paderborn an. Auch sein fünfter Senne-Krimi "Kat im Watt" rankt sich um die Paderborner Kommissare Blohm und Schwarz, die diesmal am für Hövelhof so wichtigen Emsradweg ermitteln. Ein Nebenstrang der Handlung spielt in Ostfriesland - dem bevorzugten "Revier" Klaus-Peter Wolfs, was eine schriftstellerische Koinzidenz darstellt. Die Premierenlesung von Pfeils Buch erfolgt am Freitag, 14. September, um 19.30 Uhr im Hövelhofer Hotel Victoria, Bahnhofstraße 35.

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