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Der Ursprung: Weil der Bau des neuen Post-Zustellzentrums in Hövelhofs Industriestraße problemlos ablief, erhielten Bauunternehmer Franz-Josef Kaimann (l.) und seine Partner weitere Aufträge. Über die neue Halle mit 13 Stellplätzen und Ladestationen für die Post-E-Autos freut sich der Teamleiter Udo Fischer. - © Jens Reddeker
Der Ursprung: Weil der Bau des neuen Post-Zustellzentrums in Hövelhofs Industriestraße problemlos ablief, erhielten Bauunternehmer Franz-Josef Kaimann (l.) und seine Partner weitere Aufträge. Über die neue Halle mit 13 Stellplätzen und Ladestationen für die Post-E-Autos freut sich der Teamleiter Udo Fischer. | © Jens Reddeker

Hövelhof Hövelhofer Hallenbauer bauen Verteilzentren und überzeugen die Deutsche Post

Eine Gruppe örtlicher Betriebe um den Hövelhofer Bauunternehmer Franz-Josef Kaimann fertigt für den Logistikkonzern Verteilzentren. Mittlerweile sind die Firmen weit über OWL hinaus gefragt

Jens Reddeker
18.07.2018 | Stand 19.07.2018, 16:57 Uhr

Hövelhof. Gute Arbeit wird eben doch noch belohnt. Weil eine Gruppe Hövelhofer Handwerksunternehmen ganz ohne Komplikationen der Deutschen Post 2015 ein örtliches Brief- und Paketzentrum in der Sennegemeinde hingestellt hat, kann sie sich vor Folgeaufträgen des gelben Riesen kaum retten. An der Spitze der Handwerker-Kooperation steht der Hövelhofer Bauunternehmer Franz-Josef Kaimann (54).

In Hövelhof war der Post ihre alte Fläche an der Gehastraße, wo Post- und Paketboten die Autos für ihre Touren beluden, zu klein geworden. "Das Paketgeschäft boomt überall, darum wird an vielen Standorten vergrößert", sagt Kaimann. Die Post bekundete einst Interesse an einer von Kaimanns Hallen in der Hövelhofer Industriestraße. Doch der Bauunternehmer schlug stattdessen einen Neubau direkt nebenan vor. Auf 1.100 Quadratmetern entstand die anthrazitfarbene Halle. 430 Quadratmeter im vorderen Bereich nutzt die Post. Dazu kommen Stellflächen für 13 Fahrzeuge, inklusive sechs Elektroladesäulen für die E-Autos der Post.

"Die Post war mit der Arbeit zufrieden"

Der Neubau gehört Bauunternehmer Kaimann, die Post ist mindestens für die nächsten zehn Jahre Mieter. Teamleiter des Zustellstützpunkts für die Post ist Udo Fischer, der die dreizehn Zustellbezirke von der neuen Halle aus koordiniert. "Wir haben beim Bau den Zeitplan eingehalten und die Post war mit der Arbeit zufrieden", sagt Kaimann im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. "Danach kam die Anfrage für einen Standort in Steinhagen."

Auch dort im Kreis Gütersloh lieferten die Hövelhofer Firmen Udo Förster Holzbau, Fliesen Nolte, Maler Grosser, Elektro Kaya, Wigge Bodenbeläge, Fensterbauer Uwe Berenbrinker, Trocken- und Akustikbau Christian Pollmeier und Luxeen LED sowie aus Delbrück Kuhlmann Bedachungen und aus Stukenbrock Heizungsbau Bisplinghoff sauber ab. Mittlerweile sind zehn Hallen fertiggestellt, zuletzt in Lage und Lemgo (Kreis Lippe). Für vier weitere laufen gerade die Vorarbeiten. Die Kolonne hatte schon Baustellen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. Ein Hallenbau dauert in der Regel vier Monate plus zwei weitere Monate für die Planung. Die finanzielle Größenordnung liegt je nach Projekt zwischen 700.000 und 1,5 Millionen Euro.

"Tolles Gefühl, zu sehen, wie so eine Halle wächst"

"Wir hatten als Tiefbau- und Kanalbauunternehmen auch schon früher mit dem Hallenbau zu tun, aber viele Anforderungen bei der schlüsselfertigen Planung, wie Wärmeschutzverordnungen und Hochwasserschutz, waren neu für uns. Auch in die juristische Abwicklung der Verträge mussten wir uns erstmal einarbeiten", sagt Kaimann.

Doch die Mühen lohnen sich offensichtlich - nicht nur finanziell: "Es ist ein tolles Gefühl, zu sehen, wie so eine Halle wächst", sagt der erfahrene Unternehmer, dessen Familienbetrieb seit 68 Jahren existiert. Aus seinem Betrieb seien jeweils vier bis fünf Mitarbeiter mit den Post-Bauten beschäftigt. Nach der Übergabe des schlüsselfertigen Projekts verkauft er die Hallen einschließlich Mietvertrag an Investoren. So soll es auch nach Möglichkeit weitergehen, der anhaltende Paketboom spielt den Handwerkern aus der Senne in die Karten.

Bei Kaimann laufen weiterhin die Fäden im Postprojekt zusammen, er hat dafür eigens das Personal aufgestockt. Zu seiner Mannschaft gehört nun ein Planungsbüro mit Architekt und einer technischen Zeichnerin. Beide kümmern sich ausschließlich um die Projekte für den Logistikkonzern. Und so wollen die Hövelhofer auch in Zukunft noch im Geschäft bleiben.

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