Enthüllt: Stukenbrock-Senner zeigen, was sie von den Gewerbegebietsplänen in ihrer Nachbarschaft halten. Nichts. - © Birgit Guhlke
Enthüllt: Stukenbrock-Senner zeigen, was sie von den Gewerbegebietsplänen in ihrer Nachbarschaft halten. Nichts. | © Birgit Guhlke

Hövelhof/Schloß Holte-Stukenbrock Protest gegen interkommunales Gewerbegebiet

Grundstückseigner wollen nicht verkaufen / Gegner protestieren mit Bannern / Hövelhofer Bürgermeister rechnet mit Preispoker


Hövelhof/Schloß Holte-Stukenbrock. Die Gegner des geplanten Interkommunalen Gewerbegebiets Senne für Schloß Holte-Stukenbrock, Hövelhof und Augustdorf rüsten auf: Mit Bannern machen sie darauf aufmerksam: "Industriegebiet Stukenbrock-Senne? Hier nicht!". Wie berichtet wollen nun sechs Grundstückseigentümer ihre Flächen für das 53 Hektar große, geplante Gewerbegebiet nicht verkaufen. Ihrer Rechnung nach kommen sie zusammen auf eine Fläche von rund 19 Hektar. Die Eigentümer hatten einen Brief an die Stadtverwaltung geschickt, in dem sie erklärten, weder verkaufen noch verhandeln zu wollen und sie "der Aufstellung des geplanten Bebauungsplanes" widersprechen. In Stukenbrock-Senne haben auch Anwohner Unterschriftenlisten unterzeichnet, um ihren Widerstand gegen das geplante Gewerbegebiet der drei beteiligten Kommunen zu zeigen. Gut 150 Unterschriften haben sie bislang gesammelt, sagt Mark Grünke, auf dessen Grundstück eines von fünf Bannern an einer Scheunenwand prangt - von der Paderborner Straße aus ist es gut zu sehen. Antrag bei der Staatskanzlei Bis zur Planungsreife eines Bebauungsplanes für das 50 Hektar große interkommunale Gewerbegebiet in Schloß Holte-Stukenbrock dürfte noch mindestens ein Jahr ins Land ziehen, erklärte Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Nach Gründung der Gesellschaft, an der neben der Senngemeinde Hövelhof auch die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock und die Gemeinde Augustdorf beteiligt sind, und der Zustimmung des Regionalrates, liegt der Antrag inzwischen bei der Staatskanzlei. Sie hat drei Monate Zeit für einen möglichen Widerspruch. Probleme zeichnen sich derzeit beim Grunderwerb ab, denn von den geplanten 53 Hektar sind nur etwa zehn im Besitz der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock. Die Häuser darauf sind vermietet. Die Mieter müssten sich eine neue Bleibe suchen, sobald das Gewerbegebiet an den Start geht. Da Schloß Holte-Stukenbrock die Geschäftsführung stellt, sieht Berens auch deren Verwaltung in der Pflicht, die Frage des Grunderwerbs zu lösen. "Normalerweise sollte vor Errichtung eines Gewerbegebietes die Hälfte der Flächen gesichert sein", meinte er. "Notgedrungene Lösung" Die Flächenfrage und Grundstückspreise dürften auch Thema der ersten Aufsichtsratssitzung Ende Mai sein. "Das wird es noch einen Preispoker geben", so der Bürgermeister. Das interkommunale Gebiet nannte er eine "notgedrungene Lösung". Lieber wäre es ihm, wenn die Kommune Flächen direkt in der Sennegemeinde ausweisen könnte. Dazu erklärte Berens wörtlich: "Wir haben Flächen, die wir nicht bebauen dürfen." Er hofft auf einen Politikwechsel nach der Landtagswahl.

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