Mit jeder Menge Tüten voller Pasta: Feldkoch Karsten Perez Becker, Gruppenführer der Malteser-Feldküche. - © Andreas Götte
Mit jeder Menge Tüten voller Pasta: Feldkoch Karsten Perez Becker, Gruppenführer der Malteser-Feldküche. | © Andreas Götte

Hövelhof Für Flüchtlinge im Einsatz

In der Truppenunterkunft Staumühle ziehen mehrere Hilfsdienste an einem Strang

Andreas Götte
20.07.2015 | Stand 19.07.2015, 20:15 Uhr

Hövelhof-Staumühle. Gespannte Ruhe in der Notunterkunft für Flüchtlinge in Staumühle. Alles wartet auf die 350 Flüchtlinge, die mit mehreren Bussen in die Senne anreisen. An diesem Samstag übernimmt die Einheit Paderborn des Malteser-Hilfsdienstes mit anfänglicher Unterstützung der Kollegen aus Gütersloh die Verpflegung und Betreuung der vielen Asylsuchenden. Erst am Freitagnachmittag hatten die Einsatzeinheiten der Hilfsorganisationen den Auftrag bekommen, die Truppenunterkünfte in Staumühle für die Flüchtlinge herzurichten. Schnell wurden zwei Lastkraftwagen mit Bettwäsche und Hygieneartikel beladen und es wurde kräftig eingekauft. 60 Kilogramm Nudeln mit Tomatensoße, rund 1.300 Liter Wasser, 1.000 Brötchen und Brot standen für die Flüchtlinge am Wochenende bereit. Eine Feldküche der Malteser kann 250 Menschen den ganzen Tag über versorgen. Auch die medizinische Versorgung der Menschen, die oft einen langen Fluchtweg hinter sich haben, ist sichergestellt. Neben den Maltesern wurden noch kurzfristig zwei syrische Ärzte der Johanniter-Unfallhilfe nach Staumühle gerufen. Dolmetscher standen bereit, um Sprachbarrieren zu überwinden. Zum Schutz der Flüchtlinge wird ein privater Sicherheitsdienst eingesetzt. „Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist groß. Es wurden bereits Kleidung und Kinderspielzeug abgegeben“, sagt Torben Blome. Der Leiter der Notunterkunft in Bad Salzuflen sitzt sonst eigentlich als Beamter für die Detmolder Bezirksregierung am Schreibtisch. „Ich kann nur den Hut davor ziehen, was die Hilfsverbände ehrenamtlich in Ostwestfalen-Lippe leisten“, sagt der 28-Jährige. In Staumühle sind es am Tag der Ankunft der ersten Flüchtlinge bei den Maltesern 38 ehrenamtliche Kräfte im Einsatz. Einsatzleiter Florian Dworak sorgt dafür, dass seine Einheit Paderborn, zu der Hövelhof, Büren, Borchen und Paderborn gehören, Hand in Hand zusammenarbeitet. Einer der Helfer ist Anton Westkamp. Er gehört zur Truppe aus Hövelhof. „Man weiß nie, was einen erwartet. Es macht immer Freude, vor allem wenn am Ende alles läuft“, sagt der Lichtenauer. Und an diesem Tag läuft es in Staumühle. Die Infrastruktur ist vorhanden. Deutsche und britische Streitkräfte benutzten die Truppenunterkünfte immer mal wieder. Einen langen Leerstand gab es vorher nicht. „Das hier ist beispielsweise als Unterkunft besser als eine Sporthalle“, betont Torben Blome. Auch sein Kollege Odilo Borsch von der Bezirksregierung macht ein ganz zufriedenes Gesicht. „Wenn die Flüchtlinge ankommen, wollen sie vor allem ihre Ruhe haben“, weiß der Leiter der Notunterkunft Staumühle. Man habe jedoch darauf geachtet, dass wegen des benachbarten Truppenübungsplatzes Senne möglichst keine Bürgerkriegsflüchtlinge nach Staumühle kommen. Das Knallen von Schüssen könne schließlich für die Betroffenen eine enorme Belastung sein. Auch Borsch sitzt sonst am Schreibtisch. „Diese Aufgabe hier bereitet Freude. Man hört viel Schreckliches, aber kann auch den Menschen direkt helfen“, sagt er. Das könne beispielsweise auch mal eine Familienzusammenführung sein. Niemand verlasse freiwillig sein Heimatland. Am Mittwoch werden weitere 350 Flüchtlinge erwartet. Lange bleiben sollen sie in Staumühle jedoch nicht. Zwar ist die Notunterkunft bis zum 14. August „gebucht“, die Asylsuchenden sollen jedoch möglichst schnell auf die zentralen Unterbringungseinrichtungen wie beispielsweise Oerlinghausen oder Borgentreich verteilt werden und dann weiter den Kommunen zugewiesen werden. Am gestrigen Sonntag war in Staumühle die Malteser-Einheit Gütersloh für die Versorgung zuständig. Am heutigen Montag übernimmt das Deutsche Rote Kreuz aus Paderborn, bevor es spätestens am Mittwoch durch die Johanniter-Unfallhilfe aus Lippe und Höxter abgelöst wird.

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