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Sport verbindet: (hinten, v. l.) Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens, FLVW-Vize-Präsident Manfred Schnieders, Abdiwahab Mahamed, SJC-Vorsitzender Hubert Renneke, Fabian Link, DFB-Vize-Präsident Eugen Gehlenborg und Proferssor Ulf Gebken (hinten v. r.) halten ein Banner der Westfalen Sport Stiftung hoch und freuen sich mit SJC-Funktionär Martin Bretschneider (Mitte vorn.) und allen Kindern und Jugendlichen über den Erfolg des ersten Soccer-Court-Turniers im ländlichen Raum. - © Foto: Demokrat Ramadani
Sport verbindet: (hinten, v. l.) Hövelhofs Bürgermeister Michael Berens, FLVW-Vize-Präsident Manfred Schnieders, Abdiwahab Mahamed, SJC-Vorsitzender Hubert Renneke, Fabian Link, DFB-Vize-Präsident Eugen Gehlenborg und Proferssor Ulf Gebken (hinten v. r.) halten ein Banner der Westfalen Sport Stiftung hoch und freuen sich mit SJC-Funktionär Martin Bretschneider (Mitte vorn.) und allen Kindern und Jugendlichen über den Erfolg des ersten Soccer-Court-Turniers im ländlichen Raum. | © Foto: Demokrat Ramadani

Hövelhof SJC Hövelriege kickt mit Flüchtlingen

Verein organisiert erstes "Soccer-Court-Turnier" mit Flüchtlingen

Demokrat Ramadani
02.06.2015 | Stand 01.06.2015, 19:03 Uhr

Hövelhof-Hövelriege. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Nachdem es zu Beginn wie aus Eimern geschüttet hat, klart der Himmel auf. Während des Turniers scheint eine ganze Weile die Sonne. "Perfektes Fußballwetter", sagt Flüchtlingskind Bosko Salimovic. Das erste Fußballturnier mit Flüchtlingen kann beginnen. Um 9 Uhr haben sich die Mitglieder des Sport- und Jugendclubs Hövelriege auf dem eigenen Sportgelände getroffen und die Vorbereitungen gestartet. Ein großes Zelt für die Verpflegungsstation musste aufgebaut, Tische und Stühle vor das Sportheim gestellt und die beiden "Soccer-Courts" errichtet werden. Letztere stellt der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) zur Verfügung. Gemeinsam mit ihm veranstaltet der SJC das erste "Soccer-Court-Turnier" mit Flüchtlingen in Ostwestfalen. "Wir haben ähnliche Aktionen bereits in in größeren Städten wie Oldenburg, Hamburg oder Essen durchgeführt", sagt Mitinitiator Ulf Gebken. Er ist Sportwissenschaftler beim Institut für Sport und Bewegungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen. Mit dabei sind auch hohe Herren der hiesigen Fußballverbände - DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg und FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders - und der Hövelhofer Bürgermeister Michael Berens. "Wir freuen uns sehr über die zahlreiche Beteiligung von Mitgliedern und Flüchtlingen", sagt Berens. 30 Flüchtlinge aus den umliegenden Übergangsheimen und mindestens genauso viele SJC-Mitglieder haben sich in Vierermannschaften zusammengefunden. Auf zwei kleinen mit Banden umzäunten Fußballfeldern (acht mal zwölf Meter) treten separat Kinder bis elf Jahre sowie Jugendliche und junge Erwachse gegeneinander an. Darunter sind auch die drei D-Jugendspieler Justin Hermai, Leven Mathea und Timo Aule. Sie haben eine Mannschaft mit Bosko Salimovic gegründet, einem Flüchtlingsjungen aus dem Übergangsheim in Stukenbrock-Senne. "Wir haben das erste Spiel drei zu eins gewonnen", sagt Bosko Salimovic, der seit etwa einem Jahr in Deutschland lebt und gut verständlich Deutsch spricht. Alle Mannschaften in beiden Altersklassen sind gemischt - einheimische und asylsuchende Fußballer stehen zusammen auf dem Platz. "Die Kommunikation funktioniert auch ohne viel Sprache", das bestätigen Fabian Link und Abdiwahab Mahamed, die bei den älteren Mannschaften in einer Mannschaft spielen. Bei diesem Turnier soll der Sport verbinden. Der Konkurrenzkampf um Sieg oder Niederlage ist außen vor. "Es gibt keine Preise zu gewinnen, denn der Gewinn sind die die Begegnungen", sagt SJC-Vorsitzender Hubert Renneke. Oberstes Ziel sei es nämlich, dass sich die Flüchtlinge wohlfühlen, von denen viele nun regelmäßig beim SJC sind. Die Kinder machen mit in der Kinderkulturgruppe, die Jugendlichen spielen in den Jugendmannschaften und die Erwachsenen bekommen einen Grundlagensprachkursus, den Fabian Link und Marin Wagner leiten. "Wir haben das ?Hamburger ABC? bestellt", sagt Wagner, "das eine Zusammenstellung von einfachen Sprachübungen ist, die an Leute ohne Vorkenntnisse ausgerichtet sind." Auf diesem Weg haben die älteren Flüchtlingen bereits die Zahlen, Uhrzeiten, Tage, Monate, Körperteile, Kleidungsstücke, Einkaufen gehen und andere erste Verständigungen für den Alltag gelernt.

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