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Die Versenkung der Zeitkapsel im Rathausneubau ist eine Gemeinschaftsaufgabe von (v.l.) Meinolf Sandbothe (Vorsitzender Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss), Bürgermeister Werner Peitz, den Architekten Philipp Alhäuser und Paul Alhäuser, Bauleiter Wolfgang Benesch und Stefanie Volkmer (Projektleiterin der Stadt). - © Regina Brucksch
Die Versenkung der Zeitkapsel im Rathausneubau ist eine Gemeinschaftsaufgabe von (v.l.) Meinolf Sandbothe (Vorsitzender Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss), Bürgermeister Werner Peitz, den Architekten Philipp Alhäuser und Paul Alhäuser, Bauleiter Wolfgang Benesch und Stefanie Volkmer (Projektleiterin der Stadt). | © Regina Brucksch

Delbrück Vagbundieren von Fachbereichen ist in neuem Delbrücker Rathaus vorbei

Beim Richtfest lobt der Bürgermeister die Planer, Handwerker und auch Anwohner für ihre Geduld. Das Großprojekt befindet sich zeitlich und finanziell im kalkulierten Bereich.

Regina Brucksch
12.08.2022 , 17:25 Uhr

Delbrück. Zur Versenkung der Zeitkapsel begrüßte Delbrücks Bürgermeister Werner Peitz im fertiggestellten Rohbau des Delbrücker Rathauses die Vertreter der bauausführenden Unternehmen und des Architekturbüros Alhäuser sowie die Fachbereichsleitungen der Verwaltung und die Ratsleute. Er erklärte, dass aus Sicherheitsgründen lediglich ein kleines Richtfest stattfinden könne und kündigte an, dass nach dem Einzug im Herbst 2023 ein „Tag der offenen Tür“ für die ganze Bevölkerung geplant sei.

„Es ist ein sehr seltenes Ereignis und es verlangt viel Mut, wenn eine Kommune ein neues Rathaus baut. Bei uns laufen die Planungen seit über sechs Jahren. Hier entsteht ein großes Stück Zukunft für unsere Stadt“, leitete er seine festliche Ansprache ein. Meinolf Sandbothe, Vorsitzender des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses, sprach von einem historischen Bauwerk für viele Generationen. Er gratulierte allen Beteiligten zu ihrer guten Arbeit.

Trotz der schwierigen Bedingungen befände sich das Großprojekt bisher zeitlich und finanziell im kalkulierten Bereich. Natürlich gäbe es kritische Meinungen, die von „in Zeiten von Homeoffice ist das Rathaus viel zu groß“ bis „das Rathaus ist jetzt schon zu klein“ geäußert würden, so der Ratsherr. Er sei zuversichtlich, dass demnächst alle Beschäftigten der Verwaltung zentral erreichbar seien.

Architekt Philipp Alhäuser erinnerte an die Anfänge des Bauvorhabens. „Jetzt stehen wir hier unter dem Glasdach des Atriums, das dem Konzept der Offenheit Leben einhaucht. Lassen Sie uns so weitermachen“, bezeichnete er im Besonderen die Handwerker als Garanten für die gute Zusammenarbeit. Bevor der Bürgermeister zur Tat schritt, um die Zeitkapsel zu versenken, informierte er die Gäste darüber, welche zeittypische Dokumente und Dinge sich für nachfolgende Generationen in dem luftdicht verschlossenen Metallbehälter befinden.

Kein Vagabundieren mehr für Fachbereiche

Es sind die Ansprachen der drei Herren, Berichterstattungen vom Spatenstich am 20. März 2021, das Infoblatt zum Ratsbürgerentscheid, eine Imagebroschüre der Stadt, aktuelle Cent- und Euro-Münzen, eine FFP2-Maske und der chronologische Zeitablauf von der Idee bis zur Umsetzung des Rathausneubaus im Himmelreich. Die Kapsel bekommt sichtbar hinter Panzerglas einen ausgesuchten Platz im Foyer.

Peitz machte deutlich, dass mit dem barrierefreien Neubau das Vagabundieren einzelner Fachbereiche und die daraus resultierenden Arbeitszeitverluste ein Ende hätten. Sieben Fachbereiche mit 110 Arbeitsplätzen werden einziehen. Er stellte heraus, welche Bedeutung das „Herzstück der kommunalen Selbstverwaltung“ für die Bürgerinnen und Bürger hat. Im Erdgeschoss sind publikumsintensive Bereiche, wie das Bürgerbüro, der Fachbereich Soziales, ein großer Besprechungsraum und das Standesamt untergebracht.

Miteinander verbunden ergeben beide Räume einen 120 Quadratmeter großen Sitzungssaal. Große Sitzungen finden weiterhin in der Stadthalle statt. Vom Standesamt geht es auf eine kleine Terrasse als idealen Ort für Sektempfänge und Fototermine. Die Terrasse wiederum liegt direkt am grünen Platz, der als Aufenthaltsfläche angelegt wird und für Feste mit entsprechender Infrastruktur zur Verfügung steht. Weiter gibt es einen von außen begehbaren Sanitärbereich mit Toilettenanlagen und Wickelraum.

Grüne Dachterrasse für alle zugänglich

Der Bürgermeister erklärte: „Einen Teil der begrünten Dachterrasse an der Südseite des fast 16 Meter hohen Gebäudes möchte ich zugänglich machen, um nach Absprache allen die Möglichkeit zu geben, die besondere Fernsicht zu erleben.“ Abschließend sprach er von einer absolut richtigen Entscheidung. Sachliche Kritik sei nach seiner Auffassung ein Baustein lebendiger Demokratie und Ausdruck eines mitdenkenden und mitverantwortlichen Bürgersinns.

Stellvertretend für alle Beteiligten dankte er Bauleiter Wolfgang Benesch aus Delbrück und der Projektleiterin Stefanie Volkmer von der Verwaltung. Den Anliegern dankte er für ihr Verständnis. Mit schönen, selbst gereimten Zeilen avancierte das Stadtoberhaupt zum Verkünder eines Richtspruchs. „Es gibt keinen Dachstuhl, sondern ein Flachdach, also auch keinen Zimmermann im Dachstuhl“, so Peitz. Auf die Zeremonie wollte er nicht verzichten und so sorgte Wolfgang Benesch dafür, dass der Kranz mit bunten Bändern innerhalb des Atriums um zwei Etagen nach oben gezogen wurde.

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