Die Schützen kamen zum ersten Vogelbauertreff zusammen. - © Regina Brucksch
Die Schützen kamen zum ersten Vogelbauertreff zusammen. | © Regina Brucksch

Delbrück Schützenadler individuell: Vogelbauer in Delbrück tauschen sich aus

Beim ersten Vogelbauertreff fachsimplen und werkeln die Schützen in geselliger Runde.

Delbrück-Hagen. Dank ihrer Arbeit können Schützen Könige küren: jeder Verein braucht seinen Vogelbauer. In Delbrück haben sich die Hersteller der mächtigen Holzadler aus der Kernstadt und den neun Ortsteilen zum ersten Mal gemeinsam beim Vogelbauertreffen in Sudhagen ausgetauscht. Es entpuppte sich als wunderbare Möglichkeit zum Kennenlernen und um ausgiebig zu fachsimpeln und gemeinsam zu sägen und zu drechseln. Die Männer erschienen in Arbeitskleidung und präsentierten ihre Schätzchen - von den Insignien Apfel, Zepter, Krone und Fass bis zum Korpus und zum fertigem, stolzen Schützenadler - da kamen schon fast Schützenfestgefühle auf. Die Idee zum Vogelmacherkongress hatten Hubert Meiwes und Hans-Christian Lummer im vergangenen Mai. Im Rahmen des Bundesköniginnentags luden die Gastgeber aus Westenholz zum ersten Delbrücker Stadtkönigsschießen ein. „In diesem Jahr soll es eine Neuauflage geben und dafür bauen wir alle gemeinsam einen bunten Vogel", kündigt Lummer an. Kinder bemalen die Vögel Sudhagens Oberst und Kaiser Ingo Knepper ist erster Stadtkönig. Um seine Nachfolge kämpfen alle neuen Regenten aus dem Delbrücker Land am Freitag, 27. September, unter der Vogelstange in Sudhagen, weil die örtliche Nachwuchsabteilung am Samstag darauf das Stadtjungschützenkönigsschießen ausrichtet. Eine Neuauflage ihres Treffens verabredeten auch die Vogelbauer, die der Einladung von Lummer auf sein Grundstück am Fuchsweg gefolgt waren. „Wir genießen künstlerische Freiheit", erklären Meiwes und sein Mitstreiter Norbert Goer aus Delbrück. „Los geht es vier bis sechs Wochen vor dem jeweiligen Vogelschießen", berichtet Matthias Ottesmeier aus Boke, der wie die meisten seiner Kollegen seit Jahrzehnten zur Stange steht. „Viele Bruderschaften lassen die Vögel von Kindergartensteppkes mit der üblichen Binderfarbe bemalen und stellen sie im Ort aus", weiß Johannes Borgmeier aus Westenholz die Anerkennung zu schätzen. Bis zu 40 Stunden Arbeit pro Holzadler „Verwendet werden nur Reste von astreinem Weichholz. Das kann Pappel, Limba, Fichte und Abachi sein", erläutern Hans-Jürgen Scherf und Markus Bickmann aus Bentfeld. „Jeder Vogel sieht anders aus. Bei uns in Anreppen hält er das Fass nicht in der Kralle. Es hängt am Flügel", spricht Norbert Strunz eine Besonderheit an. Das Ehrenamt, das für den Bau eines großen und eines kleinen Vogels (für die Jungschützen) schnell 35 bis 40 Stunden in Anspruch nimmt, ist häufig eine Familientradition, wie bei Heinz und Christian Künnekenmeier aus Ostenland. „Die Modelle sind total verschieden. Ich kann hier etwas lernen und den anderen von meinen Ideen erzählen", meldet das „Küken" Christoph Born aus Steinhorst sein Fachwissen an. Der „alte Hase" Lummer gibt dem 24-Jährigen Recht: „Gut abgeguckt ist besser, als schlecht kopiert."

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