Ein Mann ist dringend tatverdächtig einen 33-Jährigen in Delbrück niedergestochen zu haben. - © (Symbolbild) Pixabay
Ein Mann ist dringend tatverdächtig einen 33-Jährigen in Delbrück niedergestochen zu haben. | © (Symbolbild) Pixabay

Delbrück Bluttat in Delbrück: Haftbefehl gegen Nachbarn

Der 28-Jährige hat die Stiche gestanden, beruft sich aber auf Notwehr. Polizei und Staatsanwaltschaft glauben ihm nicht

Birger Berbüsse

Delbrück. Ein 28-jähriger vorbestrafter Delbrücker soll für die Bluttat vom vergangenen Freitag verantwortlich sein. Der in Russland geborene Deutsche wohnt in der Nachbarschaft des Opfers, das vor einer Woche an zahlreichen Stichverletzungen gestorben war. Der Mann habe die Tat gestanden, sich aber auf Notwehr berufen. Diese Aussage decke sich allerdings nicht mit den Ermittlungsergebnissen. „Wir halten das für eine Schutzbehauptung", sagte Staatsanwalt Kai Waschkies auf Anfrage von nw.de. Gegen den Tatverdächtigen wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Dem mutmaßlichen Täter kam die Mordkommission „Spee" durch Zeugenbefragungen auf die Spur. Der Bruder des 28-Jährigen sei am Tatort in der Friedrich-von-Spee-Straße gesehen worden und durch „verdächtiges Verhalten" aufgefallen. Er hatte dort wohl für seinen Bruder nach dem Opfer sehen sollen. Tödliche Stiche nach Streit Beide wurden am Mittwochnachmittag verhaftet. Zuvor waren die Ermittler der Mordkommission und Beamte einer Einsatzhundertschaft in dem Delbrücker Wohngebiet im Umfeld des Tatorts unterwegs. Sie befragten Zeugen und suchten nach dem Tatwerkzeug, vermutlich ein Messer. Der Bruder wurde in den Abendstunden wieder freigelassen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Verdächtige gegen Mitternacht auf seinen Nachbarn getroffen sein. Es sei zu einer Auseinandersetzung gekommen, in dessen Folge mehrfach auf das 33-jährige Opfer eingestochen wurde. Es starb kurze Zeit später an inneren Blutungen. Der 28-jährige Tatverdächtige habe die Stiche zwar eingeräumt, will aber in Notwehr gehandelt haben. Langes Vorstrafenregister Er behauptet, sein Nachbar hätte ihn bei dem Zusammentreffen angegriffen. Das glauben ihm die Ermittler allerdings nicht. Gerüchte, nach denen die beiden Brüder und der Tote verwandt seien, mochte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Auch zu einem Grund für den Streit machte sie keine Angaben. Der Deutschrusse hat ein langes Vorstrafenregister. Darunter sollen mehrere Fälle von Körperverletzung sein. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Mit einer Anklageerhebung sei vermutlich in etwa zwei bis drei Monaten zu rechnen, so die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen laufen weiter, unter anderem wird noch nach der Tatwaffe gesucht. Sie war auch von der Einsatzhundertschaft nicht gefunden worden.

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