Delbrück startet offiziell in die Digitalisierung. - © Pixabay (Symbolbild)
Delbrück startet offiziell in die Digitalisierung. | © Pixabay (Symbolbild)

Delbrück ist auf dem Weg zur Smart City

Es geht um die digitale Vernetzung von Objekten und die Verwertung ihrer Daten

Regina Brucksch

Delbrück. Delbrück startet offiziell in die Digitalisierung. „Ein Testprojekt soll uns den Weg in die Smart City ebnen", erklärte Bürgermeister Werner Peitz im Rathaus. Gemeinsam mit Projektverantwortlichen der Verwaltung und den Kooperationspartnern stellte er das LoRaWAN-Konzept (Long Range Wide Area Network) vor. Dabei geht es um die digitale Vernetzung von Objekten und die Analyse und Verwertung von Daten. Für das funkbasierte IoT-Netz (Internet of Things/Internet der Dinge) sind erste Fördergelder geflossen. In den kommenden drei Monaten werden in der Kernstadt und den Ortsteilen zehn Wasserzähler mit Sensoren installiert. Weiter sollen Sensoren in den Pumpwerken des Wasserwerks die Funktionen überwachen. Im dritten Bereich der Testphase liefern fünf Bodensensoren Daten über Temperaturmessungen auf Straßen und über Parkflächenbelegungen. Ideen der Bürger sollen einfließen Über weitere Details und die darauffolgende, große Konzepterstellung informierten Miriam Mattiza, Michael Nettelnbreker und Christiane Rolf von der Delbrücker Verwaltung. Mattiza kündigte an: „Zunächst wollen wir Prozesse der Verwaltung, der städtischen Betriebe, des Bauhofs und der Schulen optimieren." Mitte Dezember will sie Termine für Infoveranstaltungen im Januar mitteilen. In Workshops sollen Ideen mit der Bürgerschaft, Unternehmen und der Landwirtschaft entwickelt und für die Umsetzung vorbereitet werden. Nettelbreker erläuterte: „Vorteile sind die Reichweite bis weit über zehn Kilometer, äußerst sparsame Batterien und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten." Er ergänzte: „Die Daten gehen per Funk an drei Gateways in Delbrück, Westenholz und Ostenland. Das sind Sender- und Empfangsgeräte mit Strom- und Internetanschluss." Er stellte heraus, dass bei den Kollegen im Abwasserwerk schon länger der Wunsch nach einem digitalen Ableseverfahren bestünde. Dort gäbe es ein Störmeldesystem, aber keine Statusmeldung über die Anlagen. Das gelte im Besonderen für die arbeitsintensive Wartung der 45 Pumpen. Das kleine Geschwisterkind von Paderborn Mattiza blickte in die Zukunft und nannte als Beispiele die Steuerung von Fenstern und Oberlichtern, von Fahrzeugen und Gerätschaften sowie den Einsatz in der Pflege und der Kinderbetreuung. „Wir sind das kleine Geschwisterkind von Paderborn", begrüßte der Bürgermeister Christiane Boschin-Heinz. Die Chefin der Stabsstelle Digitalisierung stehe seit September im engen Austausch mit Miriam Mattiza. Der Bürgermeister von Schloß Holte-Stukenbrock sei in seiner Funktion als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Regio iT nach Delbrück gekommen, begrüßte er seinen Amtskollegen Hubert Erichlandwehr. Das Unternehmen für Informationstechnologie aus Gütersloh hat den Zuschlag zur professionellen Umsetzung erhalten.  Teil der digitalen Modellregion OWL Der Partner kalkuliert für die Konzeption und den Aufbau des Testnetzes Kosten in Höhe von 53.100 Euro, die weit unter dem Förderbescheid der Bezirksregierung über 149.000 Euro liegen. Gefördert werden anteilig auch Personalkosten. Delbrück ist Teil der digitalen Modellregion OWL, die im Rahmen des Förderprogramms „Digitale Modellregionen NRW" durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW ins Leben gerufen wurde. Das Ministerium übernimmt 80 Prozent der Gesamtkosten. Mattiza erklärte, man werde drei Jahre an der Umsetzung des Konzeptes arbeiten. Sie rechne bei der endgültigen Antragstellung mit Kosten in Höhe von 2,4 Millionen Euro.

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