So könnte der Rathaus-Neubau künftig aussehen: Ein Preisgericht aus Experten und Vertretern der Lokalpolitik entschied sich im Rathaus eines Wettbewerbs im November 2017 für diesen Siegerentwurf. - © Architekt Alhäuser
So könnte der Rathaus-Neubau künftig aussehen: Ein Preisgericht aus Experten und Vertretern der Lokalpolitik entschied sich im Rathaus eines Wettbewerbs im November 2017 für diesen Siegerentwurf. | © Architekt Alhäuser

Delbrück Liegt der Delbrücker Rathaus-Neubau auf Eis?

Bürgermeister Werner Peitz hat in seiner Haushaltsrede einen vorläufigen Stopp der Planungen empfohlen, um Bürger schnell entscheiden zu lassen.

Karl Finke
Regina Brucksch

Delbrück. Bürgermeister Werner Peitz hat am Donnerstagabend im Stadtrat zum Streit über den geplanten Rathaus-Neubau Stellung bezogen. Auf dem Hintergrund des von einigen Parteien beantragten Ratsbürgerentscheids plädierte er für einen Stopp der Kostenermittlung, um zunächst so zügig wie möglich den Bürger abstimmen zu lassen. Die Kosten für den Rathaus-Neubau bezifferte Peitz auf nach wie vor ermittelte 8,4 Millionen Euro. Dies sei ein Projekt für die nächsten 70 Jahre. Die von der CDU geforderte Verlegung der Verwaltung in die Hauptschule Westenholz würde wiederum mit allen weiteren damit verbundenen Aufwendungen „nicht unter 7 Millionen Euro zu bekomen sein". Aus Sicht des Stadtoberhaupts wäre Westenholz „die schlechteste Lösung", Verwaltungsstandort müsse Delbrück-Mitte bleiben. Auf der anderen Seite hätten alle Bemühungen für die Schulen einem zusammenhängenden Schulcampus inklusive Rathaus-Gebäude Marktstraße gegolten. Kämmerin Ingrid Hartmann äußerte sich kritisch zu Ausgaben in der Vergangenheit. Beispiele seien der Umbau der Asylunterkunft in Westenholz für Zwecke der Offenen Ganztagschule und der Bürgerradweg in Steinhorst, für den die Verwaltung eine deutlich günstigere Alternative vorgeschlagen habe. Planung für Sportstätten fehlt Noch deutlicher wurde sie angesichts der anstehenden Wunschliste von Vereinen, beziffert mit 1,3 Millionen Euro. „Warum werden immer mehr Anträge zum Neubau von Sporteinrichtungen gestellt, obwohl noch immer kein Sportstättenentwicklungsplan vorliegt?", so ihre Frage. Sie sah insbesondere den Stadtsportverband in der Pflicht: „Nach den schon vor Jahren angekündigten Plänen zu einer Konzepterstellung sollten nun endlich einmal Taten folgen." Ein Konzept wäre lediglich eine Planungsgrundlage. Im Haushaltsentwurf für 2019 sei die Unterstützung der Vereine mit rund 250.000 Euro eingeplant. Größte Investitionen 2019, so Hartmann, seien mit gut 7 Millionen Euro der Glasfaserausbau im Außenbereich und mit 6 Millionen Euro eine Reihe von Straßenbaumaßnahmen inklusive der Innenstadtsanierung. Hartmann ging auch auf Zahlen ein, die noch nicht fix sind: „Nach dem Ratsbeschluss für einen neuen Brandschutzbedarfsplan kann man Summen abstimmen. Allein für neue Fahrzeuge habe ich im Planentwurf weit über eine Million Euro veranschlagt."

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