So könnte der Rathaus-Neubau in Delbrück aussehen: Ein Preisgericht aus Experten und Vertretern der Lokalpolitik entschied sich im Rahmen eines Wettbewerbs im November 2017 für diesen Siegerentwurf. - © Architekt Alhäuser
So könnte der Rathaus-Neubau in Delbrück aussehen: Ein Preisgericht aus Experten und Vertretern der Lokalpolitik entschied sich im Rahmen eines Wettbewerbs im November 2017 für diesen Siegerentwurf. | © Architekt Alhäuser

Delbrück Bürgermeister unterstützt Ratsbürgerentscheid zu Delbrücker Rathaus-Neubau

Die Delbrücker Grünen, SPD und Ratsherr Sasse würden auch Unterschriften für einen Bürgerentscheid sammeln, wenn die CDU im Stadtrat nicht mitziehen sollte.


Delbrück. Über den geplanten Rathaus-Neubau möchten die Stadtratsfraktionen von SPD und Grünen sowie der fraktionslose Hans-Theo Sasse alle wahlberechtigten Delbrücker abstimmen lassen. Einen entsprechenden Urnengang könnte eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Stadtrat am 8. November beschließen. Die CDU scheint zur Zeit dazu nicht bereit. Bürgermeister Werner Peitz unterstützt den Antrag und würde eine Bürgerentscheidung über den Neubau begrüßen. „Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem es noch ein Zurück gibt, denn der Rathausneubau wurde vom Rat der Stadt Delbrück noch nicht beschlossen", erklärten Frank Drake und Michael Kersting (beide SPD), Jürgen Wrona (Bündnis 90/Die Grünen) und Sasse am Dienstagabend in einem Pressegespräch. Der Rat habe nicht die Legitimation, über eine solches Projekt mit Kosten von acht Millionen Euro und mehr zu entscheiden Die Bündnispartner sind der Auffassung, das ehrgeizige Vorhaben laufe nicht nur finanziell sondern auch zeitlich aus dem Ruder. Kosten stehen immer noch nicht fest Der von Bürgermeister Werner Peitz und Befürwortern der CDU-Mehrheitsfraktion angestrebte Neubau im Himmelreich werde auch in der Bevölkerung kontrovers diskutiert, so die Argumentation der Bündnispartner für einen Ratsbürgerentscheid. „Nach Akteneinsicht gehen wir davon aus, dass wir bereits bei 10 Millionen Euro sind, aber wir erwarten noch eine viel höhere Summe", so der Sozialdemokrat Drake. Am Ende könnte es heißen, so die Partner: Wenn schon so viel Geld ausgegeben worden wäre, müsse man bauen, Der immer teurer werdende Neubau im Himmelreich sei auch in der Mehrheitsfraktion nicht unumstritten, so die Einschätzung von Grünen, SPD und Sasse. Sie hätten alle weiteren Fraktionen bis auf die PID (Politik in Delbrück) um Unterstützung gebeten – die PID hätte sich bereits klar für einen Neubau positioniert. Die Bündnispartner streben am 8. November im Stadtrat geheime Abstimmung an. Übergangslösungen sind wohl absehbar Die CDU-Fraktionsvorsitzende Anita Papenheinrich hält den Zeitpunkt eines Ratsbürgerentscheides „für nicht passend". Zunächst müssten konkrete Zahlen vorliegen – für räumliche Lösungen beim Rathaus wie bei den Schulen. Aktuell stelle ein Rechtsbüro mit Hilfe von teilweise europaweiten Auschreibungen die Kosten für einen Rathaus-Neubau zusammen. Sie hält eine CDU-Zustimmung zum Ratsbürgerentscheid im Moment für unwahrscheinlich. Das Thema werde aber in der nächsten Fraktionssitzung Ende Oktober beraten. Papenheinrich spricht schon von erforderlichen Übergangslösungen sowohl für das Rathaus wie für die Schule, weil diese 2020 benötigt würden. Bürgermeister Werner Peitz, am Mittwochmittag auf dem Weg in den Urlaub, unterstützt den beantragten Ratsbürgerentscheid. Der Rathauschef hält einen Verwaltungsneubau allerdings für die „wirtschaftlich günstigste und städtebaulich beste Lösung". Die Bürger sollten entscheiden, so Peitz, sie müssten dafür allerdings „ehrliche Zahlen" zu den Alternativen vor Augen haben. Das Stadtoberhaupt weist auf Mietkosten in Höhe von mehreren Millionen Euro bei einer Fortführung der aktuellen räumlichen Situation. Die Verwaltung arbeite bereits an einer Stellungnahme zum Thema, die in der nächste Woche vorgelegt werde. Bezüglich baulicher Alternativen sei er persönlich „leidenschaftslos".

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