Für Mutige: Neu ist das Fahrgeschäft Mr. Gravity, bei dem Fliehkräfte bis zum Fünffachen des Körpergewichts erreicht werden sollen. - © Jens Reddeker
Für Mutige: Neu ist das Fahrgeschäft Mr. Gravity, bei dem Fliehkräfte bis zum Fünffachen des Körpergewichts erreicht werden sollen. | © Jens Reddeker

Delbrück Traumstart für den Delbrücker Katharinenmarkt

Bei herrlichstem Wetter erleben die Besucher den Auftakt / Wirtschaftsschau, Kirmes, Bauernmarkt und mehr locken noch bis Montag in die City

Jens Reddeker

Delbrück. Der Charme des Delbrücker Katharinenmarktes wird sich in diesem Jahr auch in Österreich herumsprechen. Bürgermeister Werner Peitz hieß zur Eröffnung am Freitagnachmittag eine 50-köpfige Gruppe aus Feldkirchen in Kärnten willkommen. Die Gäste der Delbrücker Radsportgruppe können, wie allen anderen Besucher, noch bis Montag eine Stadt im Ausnahmezustand erleben.Katharinenmarkt ist in Delbrück die Verbindung zwischen Tradition und Moderne. Bauernmarkt (Samstag und Sonntag) trifft Wirtschaftsschau, Doppelkorn steht neben Dosenprosecco und Blasmusik ergänzt die Chartdisco. Für Peter Lücke, den Sprecher des Festausschusses, bieten Kirmes, Genüsse und Einkaufsverlockungen vor allem aber eines: Gelegenheit zu persönlichen Begegnungen. „Lernen sie neue Leute kennen", rief er den Besuchern am Freitagnachmittag im bewährt-gemütlichen Gastro-Treffpunkt „Alt Delbrück" zu. Dort hatte zu diesem Zeitpunkt auch Arnold Büscher von der Boker Domschänke schon seine Pfanne aufgeheizt. Im Angebot sind kirmestaugliche Schnitzel, der Kartoffelsalat und die Soßen dazu sind – natürlich – hausgemacht. Schnitzel werden jeden Tag frisch nachgeliefert. „Es ist schwer abzuschätzen, wie viele wir brauchen", sagt Juniorchef Stefan Büscher. Kosche als Neuling auf der Wirtschaftsschau Das Traumwetter, über das sich Delbrück ab Freitagnachmittag freuen durfte, erledigte jedenfalls seinen Teil, um viele Besucher auf die Festmeile rund um den schiefen Kirchturm zu locken. Zahlreiche Gäste suchten wie selbstverständlich zuerst die Wirtschaftsschau auf. Die Ausstellungsfläche dort ist aufgrund des Elli-Markt-Baus zwar innen um 200 und draußen um 1.000 Quadratmeter geschrumpft, doch 114 Aussteller haben dennoch eine Menge zu bieten. So auch ein Zelt-Neuling. Henry Kosche, Betreiber des Marktkaufs, hat seine Azubis ein Standkonzept entwerfen lassen. Sieben Auszubildende verkaufen unter anderem – ein Gegenentwurf zu den Waffeltüten der Süßkram-Stände – üppig gefüllte Obstbeutel. Wer doch den Zucker vorzieht, darf sich Donuts individuell verzieren lassen. „Wir haben drei Tage lang aufgebaut, aber es hat sich gelohnt", sagt der Chef, der auch die „Rollende Emma", den mobilen Supermarkt für Steinhorst und Anreppen, erfand. Für die Kundenpflege und um neue Produkte vorzustellen, ist auch Steffen Hilt von der gleichnamigen Delbrücker Kamin-Deele wieder im Zelt vertreten. Seit 20 Jahren, so weiß der Juniorchef zu berichten, ist der Betrieb im Katharinenmarktzelt dabei. „Manche Kunden kommen und möchten über einen Ofen sprechen, den wir vor sieben oder acht Jahren hier ausgestellt haben. Daran erkennt man die Wirkung der Schau", sagt Kamin-Profi Hilt. Der Katharinenmarkt entfaltet seine volle Wirkung noch bis Montag. Flohmarkt, Bauernmarkt, Konzerte und die Kirmesmeile sind Eckpfeiler bis dahin. Am Samstag sorgt ab 14.30 Uhr der Festumzug mit rund 120 Vereinen für einen bunten Lindwurm durch die City. Am Sonntag sind die Senioren ab 14 Uhr zum Kaffeeklatsch ins Festzelt eingeladen und Bürgermeister Peitz verleiht die Ehrennadel der Stadt an ehrenamtlich engagierte Bürger. Gemächlich geht es bis zum Festabschluss im Riesenrad zu. 38 Meter über dem Delbrücker Boden weht Mitfahrern der Wind um die Nase. Heftiger wird es beim 2018er-Neuzugang unter den Fahrgeschäften: Mr. Gravity bietet Nervenkitzel in 20 Metern Höhe durch jede Menge schneller Drehungen. Fliehkräfte bis zum fünffachen des eigenen Körpergewichts sollen laut Schausteller erreicht werden. Der Katharinenmarkt lässt eben niemanden kalt.

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