Die Post ist da: Baubeginn für die neue Halle im Gewerbegebiet West war im Juni. Am Mittwoch wurden per Kran erste Dachelemente auf die Betonpfeiler gehoben. Post-Pressesprecher Rainer Ernzer aus Düsseldorf ist glücklich über die Baufortschritte am Eulenweg. - © Jens Reddeker
Die Post ist da: Baubeginn für die neue Halle im Gewerbegebiet West war im Juni. Am Mittwoch wurden per Kran erste Dachelemente auf die Betonpfeiler gehoben. Post-Pressesprecher Rainer Ernzer aus Düsseldorf ist glücklich über die Baufortschritte am Eulenweg. | © Jens Reddeker

Delbrück Die Post baut in Delbrück ein neues Zustellzentrum

Der Logistikriese will dem wachsenden Versandhandel Rechnung tragen / Routinierte Unternehmen aus der Umgebung erledigen den Bau schneller als erwartet

Jens Reddeker

Delbrück. Mehr Platz für Briefe, Päckchen und Pakete – und vor allem für die Mitarbeiter. In Delbrück wächst am Eulenweg im Gewerbegebiet West ein neues Zustellzentrum für die Deutsche Post. Ein Delbrücker Investor lässt dort seit Juni durch den Hövelhofer Generalunternehmer Franz-Josef Kaimann auf einem 4.200 Quadratmeter großen Grundstück eine Halle mit einer Grundfläche von 770 Quadratmetern errichten. Auch eine spätere Erweiterung ist noch möglich. „Für Delbrück werden pro Tag im Durchschnitt 20.000 Briefe und 4.000 Pakete bewegt. Das bisherige Gelände am Alten Markt war dafür viel zu klein", sagt Post-Sprecher Rainer Ernzer beim Ortstermin am Wendehammer der Eulenstraße. Die Post hat dort mit dem Investor einen langfristigen Mietvertrag abgeschlossen. Derzeit wächst vor allem das Paketaufkommen bundesweit um sieben bis acht Prozent jährlich, so dass sich der Konzern vielerorts vergrößern muss, wie 2015 auch in Hövelhof. In Delbrück frohlockt Ernzer, der Sprecher des Gelben Riesen, wenn er auf die Baustelle schaut: „Laut Vertrag müsste das Gebäude inklusive Standplätze für mehr als 20 Fahrzeuge erst im Frühjahr bezugsfertig sein, doch wir sind zuversichtlich, es schon im Weihnachtsgeschäft nutzen zu können." Erfahrungsgemäß verdoppelt sich dann die Zahl der aufgegebenen Pakete. Das 18. Projekt für die Hövelhofer Hallenbauer Die Post ist froh, mit dem Firmenverbund um den Hövelhofer Baubetrieb Kaimann erfahrene Hallenbauer engagiert zu haben. Die Handwerker errichten in Delbrück ihr mittlerweile 18. Projekt ähnlicher Bauart. Wenn in Delbrück die rund 40 Post-Beschäftigten demnächst vom Alten Markt an den Eulenweg umziehen, werden sie auch Ladevorrichtungen für die neuen Elektroautos des Konzerns vorfinden. In Nachbarkommunen werden diese bereits von Zustellern eingesetzt, in Delbrück ist die Anschaffung aber laut Sprecher Ernzer „aktuell noch nicht geplant". Delbrück mit seinen zehn Orten wird von der Post derzeit und auch nach dem Umzug in die neue Halle mit 23 täglichen Touren von Briefzustellern bedient. „Zwei Kollegen fahren mit dem Rad in der Stadtmitte Briefe aus, ein Wagen bringt in der City die Pakete", erklärt Erzner das Innenstadtsystem. Außerhalb der Innenstadt übernehmen Postboten mit Bullis als so genannte Verbundzusteller beide Aufgaben. An jedem Morgen kommen am Zustellzentrum zwei Lastwagen aus dem Briefzentrum Herford an, zwei weitere Lkw bringen Nachschub aus dem Paketzentrum in Bielefeld. Briefe und Pakete seien bereits hausgenau vorsortiert für die Zustellerrouten, sagt Ernzer. Im Gegensatz zu früheren Zeiten seien die Zusteller deshalb auch weniger mit Vorarbeiten für ihre Touren beschäftigt. Sie erscheinen meistens gegen 7 Uhr zum Dienst und ab etwa 9 Uhr beginnen sie, mit ihren jeweiligen Fahrzeugen die Briefkästen abzuklappern. Für Delbrücks Post-Kunden ändert sich nichts. Die Filiale für die Abgabe von Briefen und Paketen bleibt am Alten Markt. Das noch genutzte Zustellzentrum befindet sich an dieser Stelle seit mehr als 30 Jahren. In die frei werdenden Räumlichkeiten im rückwärtigen Bereich könnte größerer Einzelhandel einziehen.

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