Das Rasensprengen soll in Delbrück künftig teurer werden. - © Symbolbild Pixabay
Das Rasensprengen soll in Delbrück künftig teurer werden. | © Symbolbild Pixabay

Delbrück Rasen sprengen soll in Delbrück teurer werden

Die SPD-Fraktion im Stadtrat will das billige Rasen sprengen abschaffen

Jens Reddeker

Delbrück. Es werden täglich mehr, obwohl sich der Sommer schon langsam verabschiedet. In Delbrücker Haushalten sind mittlerweile etwa 1.050 Zwischenzähler für Gartenwasser angemeldet. Deren Besitzer zahlen aktuell für die Bewässerung von Rasen und Beeten keine Abwassergebühr. Die SPD-Fraktion im Stadtrat will das billige Rasen sprengen abschaffen. Die Sozialdemokraten haben einen Antrag für die Sitzung des Betriebsausschusses am 27. September eingereicht, in dem sie die Einführung einer Gebührenpflicht für Zwischenzähler fordern. Derartige Überlegungen gibt es im Rathaus schon seit 2014, wie Olaf Merschmann, Fachbereichsleiter Tiefbau, der NW bestätigt. Die jetzige Regelung sei seit 2013 in Kraft, nachdem das Oberverwaltungsgericht in Münster die vorherige Praxis gekippt hatte. "Die Umsetzung ist nicht trivial, da rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden müssen" Bis 2012 mussten Grundstückseigentümer eine Gartenfläche von mindestens 500 Quadratmetern und einen Gartenwasserverbrauch von mindestens 15 Kubikmetern nachweisen - erst dann bekamen sie einen Zwischenzähler. Seit dem Urteil können alle Delbrücker einen geeichten Zwischenzähler nun selber einbauen und die dort verzeichnete Wassermenge wird bei der Abwasserrechnung nicht berücksichtigt. "Mit dieser Regelung halten wir uns an die Empfehlung des Städte- und Gemeindebunds", sagt Merschmann, der aber zugibt, dass die Zahl der Anträge seit der Freigabe für Jedermann "einen galoppierenden Verlauf" genommen habe. Inklusive Folgen für die Rathaus-Bediensteten, die auch diese Zähler im Abrechnungssystem betreuen. Sollte der Stadtrat für neue Gebühren stimmen, kommt auf die Verwaltung noch mehr Arbeit zu. "Die Umsetzung ist nicht trivial, da rechtliche Voraussetzungen geschaffen werden müssen", sagt Merschmann. "Die Stadt müsste unter anderem für die Gebühr eine Leistung erbringen. Wie zum Beispiel des Einbau der Zähler." Unklar ist, wie mit schon existierenden Zählern verfahren würde. Eine Variante könnte sein, dass sie bis Ende der Eichzeit weiterlaufen. In Delbrück ist das Thema Gartenwasser spätestens seit Anfang Juli in den Köpfen der Bürger präsent, nachdem Bürgermeister Werner Peitz (parteilos) aufgerufen hatte, vom Rasensprengen mit Trinkwasser abzusehen, da der Leitungsdruck während der Hitzeperiode stark abgenommen hatte. Im Unterschied zum Bewässern von Beeten und Rasen ist in Delbrück übrigens das Befüllen von Pools mit Gartenwasser untersagt. "Da diese Pools mit Chemikalien gereinigt werden, handelt es sich um Schmutzwasser. Dieses muss in den Abwasserkanal geleitet werden und somit fallen auch Abwassergebühren an", klärt Merschmann auf.

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