Einkaufsmeile Delbrücker Innenstadt: Nach der Komplettsanierung der Innenstadt präsentiere sich die Stadt mit dem schiefen Kirchturm in einem neuen Kleid, meint der Vorsitzende der Marketinggemeinschaft, Meinolf Päsch. - © Regina Brucksch
Einkaufsmeile Delbrücker Innenstadt: Nach der Komplettsanierung der Innenstadt präsentiere sich die Stadt mit dem schiefen Kirchturm in einem neuen Kleid, meint der Vorsitzende der Marketinggemeinschaft, Meinolf Päsch. | © Regina Brucksch

Delbrück Absage an Outlet-Center in Rietberg: Delbrücker Einzelhandel froh über Entscheid

Bürgerentscheid: Rietberger Bürger entscheiden sich gegen ein City-Outlet-Center

Birgit Vredenburg
Regina Brucksch

Delbrück. "Das hätte ich nicht erwartet", zitierte Meinolf Päsch Reaktionen aus der Delbrücker Kaufmannschaft nach dem Aus für das privatwirtschaftlich geplante City-Outlet-Center (COC) in der Nachbarkommune Rietberg. Im Gespräch mit der Neuen Westfälischen räumte der Vorsitzende der Delbrücker Marketinggemeinschaft (Demag) ein: "Natürlich ist dieses Ergebnis keine schlechte Meldung für den Einzelhandelsstandort Delbrück." Am Sonntag stimmten 54 Prozent dafür, die Pläne ruhen zu lassen. Beim ersten Bürgerentscheid in der Stadt mit den tausend Giebeln lag die Beteiligung mit 11.203 gültigen Stimmen bei gut 47 Prozent der Einwohner in den sieben Ortsteilen. Päsch: "Für uns ist es wichtig, alle Chancen zu nutzen, um uns in der Region noch stärker zu positionieren. Ohne einen lebendigen Einzelhandel gibt es keine pulsierende Stadt. Wir werden weiter daran arbeiten, die enorme Bedeutung des Einzelhandels als Standortmerkmal in das Bewusstsein aller Bevölkerungsschichten zu bringen. Mehrheit der Rietberger hat sich gegen das Outlet ausgesprochen Die Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung der Demag-Konzepte sind gut, denn unsere Innenstadt präsentiert sich nach der Komplettsanierung in einem neuen Kleid." Bürgermeister Werner Peitz wollte sich zu dem Ergebnis nicht äußern. Im Schulterschluss mit seinem Amtskollegen Andreas Sunder erklärte er lediglich, die Befürworter und die Planer hätten viel Zeit und Arbeit in das Projekt gesteckt. Nun würden sie den demokratischen Willen respektieren. Der Erfolg des Bürgerentscheids gegen die Realisierung des City-Outlets in Rietberg zeichnete sich am Sonntagabend schon früh ab. Das erste Ergebnis kam aus Westerwiehe, mit 59 Prozent Ja-Stimmen für die Aufhebung der Planungen. Das war gegen 18.15 Uhr, als der erste der 14 Stimmbezirke ausgezählt war. Eine halbe Stunde später stand das Endergebnis fest - und der Jubel der Bürgerinitiative, die das Mitbestimmungsrecht aller Bürger durchgesetzt hatte, kannte keine Grenzen. Jetzt müsse es darum gehen, alternative Konzepte zu entwickeln "Ich bin glücklich und überwältigt über die hohe Wahlbeteiligung. Das ist für ein Bürgerbegehren außergewöhnlich", freute sich Sprecher Michael Nordmann. "Offensichtlich sind unsere Argumente in den letzten Wochen so gut durchgedrungen, dass die Mehrheit der Rietberger sich gegen das Outlet ausgesprochen hat". Ausschlaggebend sei unter anderem gewesen, dass der Bürgermeister nach drei Jahren Planung nicht annähernd in der Lage gewesen sei, die Kosten für die Stadt durch das Outlet zu beziffern. Bürgermeister Andreas Sunder (FWG) sprach den Outlet-Gegnern, die die Initiative pro Bürgerentscheid "mit viel Leidenschaft gegründet und durchgeführt haben, im Sinne eines fairen Umgangs" seinen Glückwunsch aus, auch wenn er persönlich sich ein anderes Ergebnis gewünscht hätte. Sunder: "Das Ergebnis bringt hoffentlich wieder Ruhe in die Stadt." Die Rietberger Investoren Tom und Leon Meyer haben unmittelbar nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses einen Schlussstrich unter das Großprojekt gezogen, "auch wenn wir nach wie vor der Meinung sind, dass das City-Outlet-Center eine große Chance für die Innenstadt gewesen wäre. Jetzt gibt es eine Perspektive weniger. Aber wir akzeptieren das Ergebnis", sagte Leon Meyer. Jetzt müsse es darum gehen, alternative Konzepte zu entwickeln.

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