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Unterwegs: Andreas Dolata (l.) lotste den zweiten Bielefelder Erkunder unter anderem zum Alten Markt und zum Jüdendamm in Delbrück, wo sein Gruppenführer Carsten Tiekötter (r.) dann gemäß Vorgaben einzelne Messungen auf Schadstoffe in der Luft durchführte. - © Regina Brucksch
Unterwegs: Andreas Dolata (l.) lotste den zweiten Bielefelder Erkunder unter anderem zum Alten Markt und zum Jüdendamm in Delbrück, wo sein Gruppenführer Carsten Tiekötter (r.) dann gemäß Vorgaben einzelne Messungen auf Schadstoffe in der Luft durchführte. | © Regina Brucksch

Delbrück-Westenholz Elf ABC Erkundungswagen auf der Pirsch

Übung auf Bezirksebene: Computersimulation eine Schadstoffwolke sorgt für ein hohes Maß an realistischen Übungsbedingungen

Regina Brucksch
15.12.2016 | Stand 14.12.2016, 18:26 Uhr

Delbrück-Westenholz. Eine Schadstoffwolke zieht übers Land - dieses Übungsszenario und interessante Workshops beschäftigten kürzlich zahlreiche hoch spezialisierte Feuerwehrkräfte aus den Regierungsbezirken Detmold und Arnsberg. Sie kamen im Delbrücker Land zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und neue Erkenntnisse für die Praxis zu sammeln. Ziel des Aktionstages war die Gewährleistung einer reibungslosen Zusammenarbeit bei atomaren, biologischen und chemischen ABC-Gefahren. Für seine Gastfreundschaft sprachen die Besucher dem Löschzug Westenholz große Anerkennung aus. Die Einsatzkräfte stellten ihr neues Gerätehaus zur Verfügung und übernahmen die Bewirtung. Noch vor Sonnenaufgang rollten elf Erkundungskraftwagen aus den Kreisen und Städten Bielefeld, Gütersloh, Hamm, Herford, Höxter, Lippe und Minden-Lübbecke sowie das heimische ABC-Sonderfahrzeug aus Delbrück auf den Hof. Seit über einem halben Jahr hatten die Verantwortlichen vor Ort den Ablauf dieser besonderen, überregionalen Veranstaltung geplant. Die Fäden innerhalb der Gesamtwehr Delbrück liefen beim ABC-Zug des Kreises Paderborn unter Führung von Matthias Strunz sowie bei den Übungsleitern Lothar Mühlbrandt, Alfons Heisener, Ludger Schmidt und Tobias Lenzmeier zusammen. Das Institut der Feuerwehr (IdF) setzte zum ersten Mal außerhalb der Stadtgrenzen von Münster ein eigens entwickeltes Computersimulationsprogramm ein, was für ein hohes Maß an realistischen Übungsbedingungen sorgte. Vor und nach den Messfahrten gab es Workshops, die über die sogenannte Analytische Task Force (ATF) aus Dortmund informierten. Das Szenario des Übungseinsatzes lautete wir folgt: Im Nachbarkreis Soest brennt ein Recyclingbetrieb und eine Schadstoffwolke zieht übers Land. Besorgte Bürger aus dem Ortsteil Hagen und dem Süden der Delbrücker Innenstadt melden der Kreisleitstelle Paderborn seltsamen Geruch. Die angeforderten Einheiten erhalten Order, die Lage genauer zu erkunden. Die Messleitkomponente (MLK) übernimmt die Führung, trägt die Daten zusammen und unterstützt die Einsatzleitung bei der Bewertung. Die Alarmierung kam von der Bezirksregierung Detmold unter dem Stichwort für überörtliche Hilfe "Ü-Messen-II". Genauere Details zum Tagesablauf erfuhren die Fahrzeug-Besatzungen erst nach Eintreffen im Bereitstellungsraum. Ihre einzelnen Messaufträge nahmen sie unterwegs per Funk entgegen. Der zweite Bielefelder Erkunder mit Gruppenführer Carsten Tiekötter steuerte unter anderem den Alten Markt und den Jüdendamm in Delbrücks Innenstadt an. Truppmann Carsten Schröther hielt die Ergebnisse im landesweit einheitlichen Messprotokoll fest und gab sie verschlüsselt an das MLK-Team durch. Bereits vor Mittag konnten die eingeteilten Abschnittsleiter Jörg Heitmann aus Halle und Stefan Temme aus Versmold den geladenen Ehrengästen und interessierten Beobachtern der Übung erste Ergebnisse zum vermeintlichen Ausbreitungsgebiet präsentieren. Zusätzlich standen Carl Wübbe, Ralf Schadwinkel und Benedikt Schmertmann für Fragen zur Verfügung. Im Verlauf des Tages wurde das Bild von der angeblichen Schadstoffwolke immer detaillierter. Die IdF-Dozenten Frank Wenking und Robert Luttermann waren hoch zufrieden, weil es mit ihrer Computersimulation genau übereinstimmte. Probeweise gaben sie über die bekannten Informations- und Warndienste für Mobiltelefone auch eine Meldung an die Bevölkerung aus. Matthias Erve und Leon Teipel warben in ihren Workshops für die Serviceleistungen der ATF Dortmund. Bei Bedarf kommen die Spezialisten mit einem mobilen Labor, um Einsatzkräfte vor Ort bei der schnellen Analyse gefährlicher Substanzen zu unterstützen.

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