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Anlässlich des internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus wurde die Wewelsburg und das angrenzende ehemalige Wachgebäude der SS angeleuchtet. - © Johannes Büttner
Anlässlich des internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus wurde die Wewelsburg und das angrenzende ehemalige Wachgebäude der SS angeleuchtet. | © Johannes Büttner

Büren Holocaustgedenken: Wewelsburg leuchtet gegen die Dunkelheit

Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus beteiligt sich auch das Kreismuseum.

Johannes Büttner
28.01.2022 | Stand 28.01.2022, 17:10 Uhr

Büren-Wewelsburg. Der Verein „Gedenktag 2. April“ in Wewelsburg hat am internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am Mahnmal des ehemaligen Appellplatzes des KZ Niederhagen einen Kranz niedergelegt und zu einer Führung eingeladen.

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz. Im Zusammenhang mit der Gedenkfeier beteiligte sich auch das Kreismuseum Wewelsburg an der bundesweiten Aktion „Lichter gegen Dunkelheit“. Hierzu wurden sowohl die Wewelsburg als auch das angrenzende ehemalige Wachgebäude der SS, die heutige Gedenkstätte, illuminiertet. „Mit der Beleuchtung setzen wir ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“, sagte Museumleiterin Kirsten John-Stucke.

„Wir möchten zu einer bewussten Auseinandersetzung mit den aktuellen, demokratiefeindlichen Tendenzen in Staat und Gesellschaft einladen, wie zum Beispiel Verschwörungstheorien mit Bezug auf die NS-Zeit im Zusammenhang mit der Querdenkerbewegung, antisemitische, rassistische, fremdenfeindliche und antidemokratische Äußerungen und Taten, bei denen ebenfalls Bezüge zur Geschichte hergestellt werden“, fügte sie an. Es gehe um das Gedenken, das Arbeiten gegen das Vergessen und das Lernen für die Zukunft an authentischen Orten.

Bei den angebotenen Rundgängen um die beleuchtete Wewelsburg wurden den rund 80 Teilnehmenden an drei Stationen Briefe von KZ-Häftlingen aus Wewelsburg vorgelesen. Dabei handelte es sich um Briefe des niederländischen Sozialdemokraten Gerrit Visser, des deutschen Zeugen Jehovas Georg Klohe und des Schriftstellers Karl Zimmermann.

Die Briefe zeigten trotz aller Zensurbeschränkungen und formalen Einschränkungen die tiefe Verbundenheit zu den Angehörigen. Meist durften die Häftlinge nur alle vier bis sechs Wochen Briefe nach Hause schreiben. Zum Teil wurde der Text vorgegeben. Mancher Brief klingt daher unbedeutend und nichtssagend, war aber für die Angehörigen die Gewissheit, dass der Inhaftierte noch lebte.

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