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Im alten Stellwerk in Ringelstein ist auf zwei Etagen eine moderne 55 Quadratmeter große Wohnung errichtet worden. David Berg (29) hatte die Idee dazu. - © Uwe Müller
Im alten Stellwerk in Ringelstein ist auf zwei Etagen eine moderne 55 Quadratmeter große Wohnung errichtet worden. David Berg (29) hatte die Idee dazu. | © Uwe Müller

Büren Altes Stellwerk im Kreis Paderborn wird zur Ferienwohnung direkt an den Gleisen

David Berg hat das gut 80 Jahre alte Stellwerk in Ringelstein vor dem Verfall gerettet

Uwe Müller
06.08.2019 | Stand 05.08.2019, 18:34 Uhr

Büren-Ringelstein. Der Putz fiel von den Wänden, die Fenster waren kaputt, der Fußboden sowie – das fast 60 Jahre leer stehende Stellwerk in Ringelstein drohte zu zerfallen. Aber vor vier Jahren erlöste David Berg das Gebäude aus seinem Dornröschenschlaf. Der aus Harth-Ringelstein stammende Berg kaufte das Stellwerk und hatte dabei bereits eine fixe Idee: Er wollte es nicht nur restaurieren, sondern zu einem Ferienhaus umbauen. „Eigentlich hatte ich nie ein Faible für die Eisenbahn, aber das alte Stellwerk hat einfach Charme", erklärt er seine Begeisterung. Und er setzte alle Pläne um: Seit dem 1. August können nun Gäste dort übernachten. „Die Ersten waren schon da und waren sehr zufrieden", berichtet David Berg, der besonders Radfahrer und Wanderer als Zielgruppe ausgemacht hat, da der kleine Ort malerisch am Ringelsteiner Wald und Almeradweg liegt. Aber auch für Eisenbahnbegeisterte dürfte ein Kurzurlaub in einem ehemaligen Stellwerk von großem Reiz sein. Weichenhebel neben dem Sofa In den modern eingerichteten Räumen zeugen noch alte Eisenbahnschilder vom früheren Zweck des Gebäudes und direkt neben dem Sofa im Wohnzimmer steht ein Weichenhebel. „Den habe ich aus dem alten Stellwerk aus Paderborn am Detmolder Tor bekommen", so Berg. Zudem liegt das Gebäude direkt an der stillgelegten Strecke der Waldbahn Almetal. Und da derzeit über eine Wiederbelebung der Verbindung von Paderborn nach Brilon nachgedacht wird, würde das Ferienhäuschen perfekt liegen. Für 39.000 Euro erwarb der heute 29-Jährige das Stellwerk vom Eisenbahn-Unternehmer Ludger Guttwein aus Altenbeken. Was er alles in den Neuaufbau reinstecken musste, will er nicht nennen. „Es waren jedenfalls tausende an Arbeitsstunden. Wasser, Elektrik, Boden, Fenster – alles ist neu." Familie und Freunde halfen wo es ging. Die Facharbeiten erledigten Handwerksfirmen. Denn alle Arbeiten mussten mit der unteren (Stadt Büren) und oberen Denkmalbehörde (Münster) abgesprochen werden. Jahrelang vernachlässigt Um 1940 wurde das Stellwerk errichtet, aber schon 1962 außer Betrieb genommen. Ein Verein von Dortmunder Eisenbahnfreunden nutzte es in den 1980er Jahren als Abstellraum, bis es dann nach und nach vernachlässigt wurde. Nun ist dort auf 55 Quadratmetern Wohnfläche eine moderne Wohnung für zwei Personen entstanden. Den rustikalen Charme hat Berg, der mit seiner Freundin in Oberntudorf wohnt, bei der Renovierung mit Liebe zum Detail erhalten. Im Erdgeschoss ist das Schlafzimmer und Badezimmer. Einmal die kurze Treppe hoch, betritt man das 30 Quadratmeter große Wohnzimmer mit einer Küche und Essbereich – mit Blick auf den Wald und die alte Bahnlinie. Der Außendienstmitarbeiter einer dänischen Firma für Kaminöfen hat natürlich einen Holzofen dort eingebaut. Aber auch eine topmoderne Heizung mit Infrarot-Platten, die über das Smartphone gesteuert wird, kann genutzt werden.

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