Der Gastronomiezulieferer Chefs Culinar plant ein großes Bauvorhaben am Flughafen Padebrorn-Lippstadt. - © Jens Reddeker
Der Gastronomiezulieferer Chefs Culinar plant ein großes Bauvorhaben am Flughafen Padebrorn-Lippstadt. | © Jens Reddeker

Büren Gastro-Zulieferer Chefs Culinar plant in Büren mit 500 Mitarbeitern

Der Gastronomiezulieferer zeigt erstmals seine Pläne für das große Bauvorhaben am Flughafen. Bevor es losgehen kann, müssen noch Flächen getauscht werden. Unter anderem geht es um den Stadtwald

Johannes Büttner
11.07.2019 | Stand 11.07.2019, 08:24 Uhr

Büren. 240 Meter lang, 144 Meter breit und 18 Meter hoch: In der Sitzung des Ausschuss für Bauen , Umwelt und Stadtplanung haben Bürens Kommunalpolitiker die Dimensionen erfahren, die das Gebäude des Unternehmens Chefs Culinar oberhalb von Ahden nach derzeitigen Planungen erreichen wird. Zur Präsentation im Bürgersaal war der Chef des Gastronomiezulieferers selbst angereist. Chefs-Culinar-Geschäftsführer Christian Moll stellte aber nicht nur die Gebäudegröße vor, er lieferte auch einen vollständigen Masterplan mitsamt maximalen Zukunftsperspektiven für das Ahdener Projekt. Bis zu 500 Mitarbeiter bei Volllast Demnach möchte das Unternehmen, das seinen Firmensitz im niederrheinischen Weeze hat und auf die Versorgung mit Lebensmitteln spezialisiert ist, in Ahden in der ersten Ausbaustufe auf einer Grundfläche von 32.000 Quadratmeter ein Gebäudeensemble mit unterschiedlichen Geschosshöhen bauen. Der höchste Teil soll demnach von der Oberkante der Sohle bis zur Spitze 18 Meter betragen. Die wirtschaftliche Entwicklung sieht in der ersten Stufe die Beschäftigung von 200 Mitarbeitern vor. Diese Zahl soll laut Moll bei einer Vollauslastung auf bis zu 500 Mitarbeitern steigen. Dabei geht das Unternehmen von einem Zeitraum von zehn Jahren aus. In der Endausbaustufe könnten bis zu 60.000 Quadratmeter Fläche überdacht sein. Die Abstände zur Wohnbebauung in Ahden sollen zwischen 640 und 1.400 Meter liegen. Der Warenausgang erfolgt über die Kreisstraße, den Kleinen Hellweg. Hier sollen Laster an Ladeluken des Gebäudes andocken und be- und entladen werden. Um einen schnellen Verkehrsabfluss in Richtung Autobahn zu gewährleisten, soll ein Kreisverkehr gebaut werden. Zulieferverkehr ab 3 Uhr morgens Zwar bedient Chefs Culinar hauptsächlich den Großhandel, das Unternehmen betreibt aber auch eine eigene Fleischerei. Allerdings sollen in Ahden keine Tiere geschlachtet und zerlegt werden. Angelieferte vorgefertigte Teile solle in Flughafennähe jedoch zu Portionen wie Gyrospfannen oder Rouladen weiterverarbeitet werden können. Die Hauptlieferungen werden laut Moll montags bis freitags in der Zeit von 6 bis 16 Uhr stattfinden. Aber auch am Sonntag soll es Anlieferungen, etwa von frischem Obst und Gemüse, geben. Die Auslieferungen in Richtung Autobahn erfolgen in der Zeit von 3 bis 6 Uhr. „Bei den jetzigen Planungen handelt es sich um einen Vorentwurf", sagt Moll. Bürgerproteste gegen Pläne Zunächst müssen auch noch sämtliche Grundstücksgeschäfte abgeschlossen werden. Diese beinhalten, dass Chefs Culinar seine bereits von Privat erworbene Fläche am Kapellenberg, wo der Bau wegen eines in der Nähe befindlichen Windrads geplatzt war, an die Stadt Büren übergibt. Die Stadt ihrerseits übergibt dem Freiherrn von und zu Brenken, dem Eigentümer der Fläche auf der Chefs Culinar nun bauen möchte, als Ausgleich einen Teil des Bürener Stadtwalds. Nachdem Ende März bekannt wurde, dass die Chefs-Culinar-Planungen vom Kapellenberg zum Flughafen umziehen, hatte es in Ahden Bürgerproteste gegeben. Mittwochabend stellten Moll und Bürgermeister Burkhard Schwuchow das Vorhaben daher auch in der Ahdener Hellweghalle der Öffentlichkeit vor. Bei der Gesamtfläche des zukünftigen Gewerbegebiets am Hellweg soll es sich um eine Größe von rund 20 Hektar handeln. Davon erwirbt Chefs Culinar rund zwölf Hektar. Bebaut werden maximal 80 Prozent. Wieviel Wald die Stadt an den Freiherrn abgeben wird, ist nicht bekannt.

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