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Ein 30-Jähriger ist vor dem Landgericht Paderborn angeklagt. Der Vorwurf: versuchter Totschlag. - © Lena Henning
Ein 30-Jähriger ist vor dem Landgericht Paderborn angeklagt. Der Vorwurf: versuchter Totschlag. | © Lena Henning

Büren Prozess wegen Messerstecherei in Büren beginnt

Staatsanwalt verliest vor dem Schwurgericht Anklage. 30-Jähriger muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten

Jutta Steinmetz
09.07.2019 | Stand 09.07.2019, 13:43 Uhr

Büren. Um Haaresbreite wäre in den frühen Morgenstunden des 10. Januar in Büren ein 21-Jähriger ums Leben gekommen, als ein neun Jahre älterer Mann mit einem Messer auf ihn einstach. Nur dank einer Notoperation überlebte er die Attacke. Jetzt muss sich sein Angreifer vor dem Landgericht Paderborn verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet auf versuchten Totschlag. Nur wenige Minuten dauert an diesem ersten Prozesstag die Verhandlung. Denn Staatsanwalt Fabian Klein verliest nur die Anklage. Der Grund: Der psychiatrische Gutachter kann an diesem Termin nicht teilnehmen. Angeklagter seit halbem Jahr in U-Haft Er muss aber jede Aussage des Angeklagten, der fast auf den Tag genau seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft sitzt, wie auch die Darstellungen aller wichtiger Zeugen unmittelbar hören. Der Gesetzgeber sieht es nämlich vor, dass beim Vorwurf eines Kapitalverbrechens die Schuldfähigkeit des mutmaßlichen Täters forensisch-psychiatrisch untersucht wird. Und so schildert Ankläger Klein nur kurz und knapp, dass Sylvain T. (Name geändert) am 10. Januar um Viertel vor 6 Uhr mit seinem jüngeren Nachbarn gestritten haben soll, bevor er mit einem Messer auf diesen eingestochen habe. Durch die 14 Zentimeter lange Klinge wurde sowohl der Herzbeutel wie auch die Lunge des 21-Jährigen verletzt. Als sein Opfer am Boden lag, soll der 30-Jährige weiter getreten und geschlagen haben. Erst als ein Zeuge hinzukam, konnte sich der Schwerverletzte in Sicherheit bringen. Die Verhandlung wird Montag, 15. Juli, fortgesetzt. Dann sollen bereits erste Zeugen gehört werden - in Anwesenheit des Psychiaters.

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