Ende Juli ist Schluss: Die Hauptschule in Büren wird im Sommer geschlossen. - © Foto: Johannes Büttner
Ende Juli ist Schluss: Die Hauptschule in Büren wird im Sommer geschlossen. | © Foto: Johannes Büttner

Büren Abschied: Hauptschule Büren schließt nach fast 50 Jahren

In sechs Wochen ist Schluss: Im Schulzentrum an der Kleffnerstraße wird noch einmal gefeiert. In Spitzenzeiten wurden 22 Klassen unterrichtet

Johannes Büttner
13.06.2019 | Stand 13.06.2019, 13:56 Uhr

Büren. Immer mehr Hauptschulen verschwinden aus der Schullandschaft. Mit Ablauf des Schuljahres schließt im Sommer auch die Mühlenkampschule in Büren ihre Türen. Offizieller Termin ist der 31. Juli. Dann wird es im Kreis Paderborn nur noch zwei von einst 13 Hauptschulen geben, und zwar in Hövelhof und Paderborn. Zum Abschluss gibt es in Büren noch mal ein großes Schulfest. Alle ehemaligen und aktuellen Schüler und Lehrpersonen sind dazu am Mittwoch, 3. Juli, ab 18 Uhr eingeladen. Gefeiert wird an dem Schulzentrum an der Kleffnerstraße. Zuvor findet ab 17 Uhr eine Feierstunde in der Aula satt. Erste gemeinsame Schule im Stadtgebiet Es war im Jahr 1969, als in Büren die erste Hauptschule ihre Türen öffnete. Da es zunächst keine Schule gab, wo alle Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden konnten, wurden die ehemalige Mädchenschule an der Rosenstraße , die Josefsschule und die Schule in Weine mit einbezogen. Erst mit dem Neubau des Schulzentrums an der Kleffnerstraße änderte sich das Platzangebot. Die Haupt- und Realschule öffnete 1971 erstmals ihre Türen. Ihr Titel: Hauptschule/Gemeinschaftsschule des Hauptschulverband Büren. Träger war damals und ist noch immer die Stadt Büren. Erster Schulleiter wurde der Bürener Reinhold Schwarz. Welche Veränderungen und welche Ereignisse die Schule in den vergangenen 50 Jahren durchlebt hat, das ist fest dokumentiert in den Schulbüchern, die von den jeweiligen Schulleitern in all den Jahren penibel geführt wurden – und heute zum Teil im Archiv der Stadt gehütet werden. Aber es gibt auch Zeitzeugen. Zwei von ihnen, die fast die gesamte 50-jährige Geschichte der Bürener Hauptschule miterlebt und auch mitgeprägt haben, sind Marlies Schreckenberg und Johanna Scholl. Von 1969 bis 2016 war Marlies Schreckenberg die Schulsekretärin an der Schule und Johanna Scholl war von 1976 bis 2016 Lehrerin mit den Hauptfächern English und Deutsch. Sie erinnern sich noch bestens an die Zeiten, wo die Schülerzahlen so hoch waren, dass Container als zusätzliche Klassenräume aufgestellt wurden. Der letzte Jahrgang ist auf dem Sprung „In der Spitzenzeit, das war im Schuljahr 1977/78, hatten wir 22 Klassen mit 686 Schülern", blickt Marlies Schreckenberg zurück. Und diese kamen alle aus dem Bürener Stadtbiet, wobei die Wewelsburger und Ahdener Schüler zur Hauptschule nach Niedertudorf gingen. Hinzu kamen die Internatsschüler. Insgesamt wurden in den vergangenen 50 Jahren 6.499 Schülerinnen und Schüler in der Hauptschule unterrichtet. Aktuell besuchen noch 73 Schüler in vier Klassen die Schule. Unterrichtet werden sie von acht Lehrpersonen. Diese Schülerinnen und Schüler waren die letzten Eingangsschüler der Hauptschule Büren (Schuljahr2013/14). Mit der Schließung der Schule werden die Schüler die Schule verlassen. Ausbildung oder weiterführende Schulen stehen zur Auswahl. Schließen wird auch die angrenzende Realschule. Auch hier ist zum Ende des Schuljahres Schluss. Aufgelöst wird mit dem Schuljahr auch der Förderverein der Hauptschule Verändern werden müssen sich die Pädagogen. Wer nicht in den Ruhestand geht, wird an einer anderen Schule weiterarbeiten. Zu ihnen gehört auch Schulleiter Thomas Köchling. Seit 2014 leitet der 48-Jährige als Nachfolger von Reinhold Schwarz, Helmut Diermann, Marlies Gölle, Bernd Hesse, Hans-Werner Rüther und Elisabeth Willeke die Hauptschule. Thomas Köchling wird zukünftig als Lehrer an der Gesamtschule tätig sein. Auch Eigeninitiative muss gelernt werden Der gute Zusammenhalt im Kollegium und den Mitarbeitern sei stets eine große Stärke der Schule gewesen, erinnert sich Johanna Scholl noch gut an viele gemeinsame Aktivitäten. Manche verordnete Schulreformen seien aber auch nicht durch ein gutes Kollegium auf den Erfolgsweg zu bringen gewesen. „Es ist ja richtig, dass Schüler zur Eigenständigkeit und Eigeninitiative aufgefordert werden, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie dieses erreichen, wenn sie dorthin geführt werden", ist die erfahrene Pädagogin überzeugt. Die Geschichte der Hauptschule steht aber auch in Verbindung mit einer Zahl von kulturellen und sozialen Projekten die inzwischen weit über das Kreisgebiet hinaus bekannt sind. Dazu gehört der Bürener Kinderchor, dessen Gründung und Aufbau 1977 aus der Hauptschule kam und immer mit den Namen des Lehrer Norbert Lappe in Verbindung stehen wird. Das gleiche gilt für das Bürener Schulmuseum, dass von Lehrer Bernhard Wolff aufgebaut und, unterstützt von Kollegen Heinz Wördenweber, lange Jahre geführt wurde. Erinnern werden sich auch viele daran, dass 1982 der 1. Mofa-Führerscheinkurs an der Hauptschule stattfand, das die Kultusministerin Sommer nach ihren Besuch in Büren ein gestickter Vorhang ins Ministerium nach Düsseldorf gebracht wurde und dass die Schule über viele Jahre eine partnerschaftliche Verbindung mit einer Schule in Villnius/Litauen, pflegte.

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