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Jörg Altemeier, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters in Lichtenau, vor dem Technologiezentrum, dessen Geschäftsführer er auch ist. - © Jens Reddeker
Jörg Altemeier, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters in Lichtenau, vor dem Technologiezentrum, dessen Geschäftsführer er auch ist. | © Jens Reddeker

Büren/Lichtenau Rathaus-Vize Altemeier verlässt Lichtenau in Richtung Büren

Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters packt seine Tasche in der Energiestadt und heuert in seiner Heimat an. Eine nahe liegende Vermutung weist er weit von sich

Jens Reddeker
27.05.2019 | Stand 27.05.2019, 18:36 Uhr

Büren/Lichtenau. Die Stadt Lichtenau muss sich nach einem neuen Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters umsehen und ins Bürener Rathaus kehrt ein Fachmann mit ordentlich Heimatbezug zurück. Wie die Neue Westfälische exklusiv erfahren hat, verlässt Jörg Altemeier (47) die Lichtenauer Stadtverwaltung nach neun Jahren und tritt voraussichtlich zum 1. Oktober die zuletzt vakante Stelle des Leiters der Abteilung Zentrale Dienste in seiner Heimatstadt an. Allgemeine Vertreterin des Bürener Bürgermeisters bleibt Marita Krause, Leiterin der Abteilung Bauen, Planen, Umwelt. Von der NW auf den Wechsel angesprochen, redet Altemeier nicht lange um den heißen Brei herum. "Es ist mir nach all den Jahren und den positiven Erfahrungen in Lichtenau nicht leicht gefallen, den Schritt zu gehen. Aber ich möchte jetzt etwas für meine Heimat machen." Altemeier ist Brenkener mit Leib und Seele, begann 1988 seine Karriere als Azubi im Bürener Rathaus und stieg bis zum Leiter des Stadtmarketings auf. Danach folgte 2010 der Wechsel aus dem Südwesten in den Südosten des Kreises. Zunächst war er hier Allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Dieter Merschjohann (CDU), 2014 folgte Bürgermeister Josef Hartmann (SPD). Der sagt: "Klar bin ich traurig. Wir haben viel zusammen geschafft und extrem vertrauensvoll zusammengearbeitet. Er hat mir in Verwaltungsfragen oft den Rücken frei gehalten. Aber ich kann verstehen, dass es ihn in die Heimat zieht." Abstimmung im Stadtrat Altemeiers zukünftige Stelle in Büren ist seit einer Erkrankung von Antje Degener-Dreger im Jahr 2015 vakant, inhaltlich wird er in Zukunft als Personal- und Ausbildungsleiter im Rathaus tätig sein, soll die Verwaltung organisieren und die Fachbereiche Kindergarten und Schulverwaltung leiten. Den Arbeitsweg kann er sich in Zukunft dann mit seiner Frau Marion teilen, sie ist stellvertretende Abteilungsleiterin im Sachgebiet Soziales. Hobby-Reiter Altemeier durchlief schon vor Wochen das Bewerbungsverfahren. Er stellte sich zunächst Bürgermeister Burkhard Schwuchow (CDU) und nahm vor knapp 14 Tagen die Hürde einer Abstimmung im Bürener Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung. Nach NW-Informationen einstimmig. „Wir freuen uns über die Rückkehr von Jörg Altemeier, weil wir mit ihm nicht nur einen ehemaligen Kollegen, sondern eine erfahrene Führungspersönlichkeit gewinnen konnten", betont Schwuchow. Altemeier sei ein "Verwaltungs-Urgestein" und er sieht in ihm die "Idealbesetzung" der Stelle. Der so Gelobte freut sich auf die neue Aufgabe. "Ich habe im Ratssaal gemerkt, dass sich die Rückkehr gut anfühlt", lässt sich der Neue ein wenig in seine Gefühlswelt blicken. Altemeier nimmt man ab, wenn er sagt, dass er dennoch "schweren Herzens" Lichtenau verlässt. Erfolgreiche Projekte in der Energiestadt wie die Belebung des Technologiezentrums als Geschäftsführer, die Ansiedlung des Enercon-Schulungszentrums oder zuletzt die erfolgreiche Einwerbung der Millionen für die Realschulsanierung im Klima-Campus-Projekt - Altemeier hinterlässt Spuren. Gutes Händchen in der Personalführung Wohl gefühlt hat sich der Brenkener in Lichtenau nach eigenen Angaben wegen seiner Kollegen - und wegen seines Chefs. Er lobt die persönliche Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister. Hartmann wusste auch von der laufenden Bewerbung in Büren. Die 140 Lichtenauer Verwaltungsmitarbeiter erfuhren vom Abgang des sportlichen Bürgermeister-Stellvertreters in der vergangenen Woche. "Wir haben ein gutes Team im Rathaus", sagt Altemeier, der es versteht, Menschen zusammenzubringen und einen Interessenausgleich zielgerichtet und verständnisvoll zu moderieren. Stolz ist er darauf, dass es in der Verwaltung eine geringe Personalfluktuation gab. Das scheint auch sein Verdienst zu sein, denn dem Vernehmen nach, schaffte es gerade Altemeier, Kollegen zu motivieren und für Ideen zu begeistern. Diese Fähigkeiten sind auch in Büren gefragt. In der früheren Kreisstadt will er sich vordringlich um die Entwicklung der Mitarbeiter kümmern. Im Rathaus hatte Bürgermeister Schwuchow zuletzt mehrfach mit Abgängen leitender Funktionsträger zu tun. Altemeiers emotionale Intelligenz gepaart mit seinem Fachwissen aus der Stadtverwaltung machen ihn für Beobachter auch zum idealtypischen Bürgermeister-Kandidaten. Doch das CDU-Mitglied winkt lachend ab: "Das kommt für mich absolut nicht in Frage."

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