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Als der Betrieb noch lief: Ein Zug der Almetalbahn unterhalb der Autobahn 44. - © Kalle Noltenhans
Als der Betrieb noch lief: Ein Zug der Almetalbahn unterhalb der Autobahn 44. | © Kalle Noltenhans

Kreis Paderborn Almetalbahn wird Thema im Bürener Stadtrat

Der Antrag der Grünen beschäftigt sich mit der Reaktivierung der Strecke von Paderborn nach Brilon. Die Region muss dafür eine wichtige Bedingung erfüllen

Jens Reddeker
30.01.2019 | Stand 29.01.2019, 16:44 Uhr

Kreis Paderborn. Die Hoffnung auf eine Reaktivierung der Almetalbahn zwischen Paderborn über Büren nach Brilon erhält neue Nahrung: Die Grünen im Bürener Stadtrat fordern in einem Antrag, dass sich Politik und Stadtverwaltung wieder des Themas annehmen. Es könnte demnach auf einer der nächsten Sitzungen im Ratssaal debattiert werden. Seit Mitte Januar berichtet die Neue Westfälische über das Interesse vor allem aus dem Bürener Land, die Strecke wieder für den Schienenverkehr nutzbar zu machen. Das möchte auch der Fraktionschef der Grünen im Bürener Stadtrat, Reinhold Zühlke: "Man muss bei unserem wachsenden Verkehrsaufkommen anfangen, Entlastungsstrecken herzustellen. Dazu gehört auch die Eisenbahntrasse." Der frische Antrag seiner Fraktion nimmt einen Beschluss aus dem Juni 2016 auf, als der Rat eine Potenzialanalyse der Strecke durch die DB Netz AG und den Bahnkunden-Verband in Auftrag gab. Laut den Grünen wurden in diesem Verfahren für die so genannte Bedarfsfeststellung zwei Jahre angesetzt - ein Zeitraum, der mittlerweile längst überschritten ist. Daher solle die Verwaltung einen Sachstandsbericht inklusive Stellungnahmen der beteiligten Kommunen sowie von DB Netz und Bahnkunden-Verband vorlegen. Ferner wird die Verwaltung aufgefordert, zu prüfen, auf welchem Weg die Trasse wieder reaktiviert werden könnte. Als Begründung für das Vorhaben führen die Grünen neben der Entlastung des Innenstadt-Verkehrs auch die Ergänzung für den Schülerverkehr und den Bahnanschluss an Nachbarregionen an. Positive und negative Beispiele Bis tatsächlich mal wieder ein Zug zwischen Paderborn und Büren oder sogar bis nach Brilon fährt, müssen nach Ansicht von Verkehrsexperten noch dicke Bretter gebohrt werden. Reaktivierungen alter Strecken sind zwar keine Seltenheit, gibt es doch Beispiele für gelingende Verfahren wie im Fall Münster - Sendenhorst oder Verl - Gütersloh - Harsewinkel, aber es kann auch negativ ausgehen wie auf der Strecke Hemer - Menden. Die entscheidenden Schritte bis zu einem Neustart muss der Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe als "Aufgabenträger" für den Schienenverkehr in NRW vornehmen. Doch beim Verband, der zuständig ist für Bestellung und Finanzierung von Verkehrsleistungen auf der Schiene, steht die Almetalbahn seit Jahren auf dem Abstellgleis. NWL-Sprecher Uli Beele verweist auf eine Potenzialanalyse aus dem Jahr 2011: "Damals war das Ergebnis nicht ausreichend für eine Reaktivierung." Offizielle Bemühungen um einen Neustart der Strecke gab es seither nicht. Beele schließt aber nicht aus, dass nochmal Bewegung in das Vorhaben kommen könnte. Wichtige Voraussetzungen sind, dass die Trasse nicht entwidmet ist, und, dass sich ein politischer Wille in der Region zeigt, das Thema erneut auf die Schiene zu setzen. Ob es dazu kommt, könnte sich auch daran entscheiden, wie die Antworten auf die Anfrage der Bürener Grünen ausfallen.

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