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In schweren Turbulenzen: Die Fluggesellschaft Small Planet. Die deutsche Tochter ist in Verhandlungen mit möglichen Käufern.     - © picture alliance / SvenSimon
In schweren Turbulenzen: Die Fluggesellschaft Small Planet. Die deutsche Tochter ist in Verhandlungen mit möglichen Käufern.     | © picture alliance / SvenSimon

Paderborn/Büren Mutterkonzern von Small Planet ist insolvent

Die deutsche Tochter der Fluggesellschaft könnte verkauft werden. Am Airport Paderborn-Lippstadt gab es immer wieder Probleme mit Unpünktlichkeit und Flugausfällen

Matthias Bungeroth
24.10.2018 | Stand 24.10.2018, 21:10 Uhr

Büren. Die Ereignisse bei der Small Planet Group überschlagen sich. Während die deutsche Tochter des Unternehmens, die im September Insolvenz angemeldet hatte, intensiv mit möglichen Käufern verhandelt, kündigte nun auch die Mutter, die Small Planet Holding mit Sitz in Vilnius (Litauen) einen Restrukturierungsprozess an. Das entspreche einem deutschen Insolvenzverfahren, wie die Plattorm airliners.de berichtet. Der Restrukturierungsplan bedeute, "dass wir nicht aufgeben", zitiert die Plattform den Chef der Gruppe, Kristijonas Kaikaris.  Man habe in den ersten neun Monaten dieses Jahres rund drei Millionen Euro verdient, dies sei aber "nicht genug, um die negativen Effekte des deutschen und polnischen Geschäfts auszugleichen". "Die Leasingverträge für die Flugzeuge laufen lange" Die Leasinggeber würden ihre Flugzeuge nicht abziehen, versichert Kaikaris dem Bericht zuolge. Die Verträge liefen lange. Man brauche aber Zeit, um die Ansprüche von Gläubigern aus Deutschland und Polen zu ordnen.  Anderenfalls seien mögliche Risiken für Investoren "schwer zu ertragen". Small Planet Deutschland hatte bis zu seiner Insolvenz am 18. September auch Flüge ab dem Airport Paderborn-Lippstadt angeboten. Immer wieder hatten Passagiere Ärger bei Flügen mit Small Planet gemeldet. Es kam zu zahlreichen Verspätungen und Flugausfällen. Insidern zufolge könnten eine zu schnelle Expansion der Flotte sowie Personalmangel Hauptgründe für die Probleme gewesen sein. Das führte zu zahlreichen Entschädigungsansprüchen von Passagieren. Small Planet Deutschland ist Tochter der Small Planet Group mit Sitz in Vilnius.  Die Flugzeugflotte umfasst sieben Maschinen. Laut airliners.de sind aktuell intensive Gespräche mit der Logistik-Holding Zeitfracht über einen Kauf der deutschen Airline im Gange. 400 Mitarbeiter aus Deuschland sollen übernommen werden Knackpunkte bei den Gesprächen dürften die von Small Planet dem Bericht zufolge angestrebte Übernahme der 400 Beschäftigten von Small Planet Deutschland sein.  Wie es heißt, soll deshalb nur ein symbolischer Kaufpreis Gegenstand der Gespräche sein. Weit schwieriger dürfte dem Bericht zufolge die Übernahme der A320-Jets der Small-Planet-Flotte sein. Denn Zeitfracht betreibe derzeit Flugzeuge dieses Typs nicht. Deshalb verhandele man derzeit darüber, bis zu vier der Airbus-Flugzeuge an andere Airlines übertragen zu können. Doch hierfür dürfe die Genehmigung, die Small Planet für diesen Typ besitzt, innerhalb der nächsten drei Monate nicht erlöschen. Die Genehmigung hänge an der litauischen Mutter von Small Planet. Es brauche also eine Zusicherung, dass diese auf absehbare Zeit nicht in die Insolvenz gehe, berichtet airliners.de Zudem steht die Forderung von Small Planet im Raum, dass der Käufer bis zum Inkrafttreten des Insolvenzplans auch für Betriebsverluste in einer bestimmten Höhe haften soll. Dieser Plan soll voraussichtlich bis Ende Februar stehen.

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