Besucher aus Hövelhof und Paderborn: (v. l.) Andrea Brüseke, Frank Brüseke mit Tochter Pia (3 Jahre) auf dem Arm, Mühlenwart Gregor Lemm, Beate Hanau, Christian Hanau mit dem acht Monate alten Jasper auf dem Arm. - © Herbert Simon
Besucher aus Hövelhof und Paderborn: (v. l.) Andrea Brüseke, Frank Brüseke mit Tochter Pia (3 Jahre) auf dem Arm, Mühlenwart Gregor Lemm, Beate Hanau, Christian Hanau mit dem acht Monate alten Jasper auf dem Arm. | © Herbert Simon

Büren In der Bürener Mittelmühle zeigt Gregor Lemm die alte Technik

Tag des offenen Denkmals: Der neue Mühlenwart ermöglicht Blicke in die frühere Müllerstube

Herbert Simon

Büren. Beim Tag des offenen Denkmals besuchten am Sonntag rund 200 Gäste vorwiegend aus dem Kreis Paderborn die Bürener Mittelmühle und Bohrmühle. Für den im Heimatverein neu verantwortlichen Mühlenwart Gregor Lemm, er hat die Nachfolge von Reinhard Kurek angetreten, war es eine Premiere. Er bewege er sich erst mal vor allem in Kureks Fußstapfen, so Lemm, der sich zuvor bereits als Mühlenführer engagierte. So stehe zum Beispiel der Einbau eines Rüttelsiebes zur Trennung von Kies- und Steingrößen kurz vor seiner Vollendung. Die Mittelmühle ist das älteste nichtkirchliche Bauwerk in Büren. Es wurde bereits 1527 errichtet. Außerhalb der Stadtmauer sollte der Mühlenverkehr nicht durch den Ort rollen. Die Mittelmühle war bis Anfang des 20. Jahrhunderts als Kornmühle im Einsatz. Alter Deutz-Dieselmotor von 1951 wurde angeworfen In den Jahren von 1927 bis 1967 wurde sie als Gesteinsmühle betrieben. Dabei kamen die fein gemahlenen Gesteine vor allem in der Hamburger Farbenindustrie zum Einsatz. In den Mahlvorgängen wurden die Gesteine auf 18 mm, 12 mm, 5 mm und 3 mm verkleinert. Der Müller verkaufte seine Gesteine aber auch als Friedhofs- und Zierkies. Für die Besucher warfen Lemm und sein Kollege Markus Kaup noch einmal den alten Deutz-Dieselmotor von 1951 an, der das Mühlenrad allerdings nicht mehr antreibt, aber den Besuchern die Lärmbelastung an diesem Arbeitsplatz veranschaulichte. Schon seit einigen Jahren kommt die Kraft für die Zahnräder aus Metall - und teils Holz - aus einem Elektromotor. Holzzahnräder kamen deshalb zum Einsatz, damit bei auftretenden Ungenauigkeiten das Holz auseinanderbricht und nicht der gesamte Antrieb zu Bruch geht. Eisen auf Eisen hätte im Ernstfall einen weitaus größeren Schaden verursacht, Holz ließ sich leichter ersetzen. Auch die Lebensweise vergangener Jahrzehnte wurde sichtbar Auch die gute alte Stube des Müllers mit den Original-Schränken, einem altem Ofen und mehr konnte in der Mittelmühle besichtigt werden. So wurde auch die Lebensweise vergangener Jahrzehnte sichtbar. Neben der Mittelmühle befindet sich die Bohrmühle. Sie erinnert an ein weiteres Stück Bürener Stadtgeschichte. In ihr wurden Baumstämme aufgebohrt, die die Grundlage der Wasserversorgung in Büren bildeten. Hölzerne Wasserleitungen führten lange Zeit zu den drei so genannten Kümpen, aus denen die Bürger ihr Wasser schöpften. Ein Kump steht heute noch nahe der Pfarrkirche. Die Bohrmühle war von 1617 bis 1881 in Betrieb. An ihren heutigen Standort nahe der Mittelmühle wurde sie aber erst im Jahr 1745 verlegt.

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