Im Bau befindlicher Rettungsstandort: Drei Fahrzeuge sollen in der Wache einen Platz finden. - © Karl Finke
Im Bau befindlicher Rettungsstandort: Drei Fahrzeuge sollen in der Wache einen Platz finden. | © Karl Finke

Büren Bürener Rettungswache wird nochmals teurer

Konjunktur: Kostenexplosion beim Neubau an der Fürstenberger Straße

Jens Reddeker

Büren. Nicht nur Häuslebauer müssen sich mit steigenden Preisen in der Baubranche herumschlagen. Auch Kommunalverwaltungen wie der Kreis Paderborn erleben, wie Planung und Realität bei der Baufinanzierung derzeit auseinanderklaffen. Jüngstes Beispiel ist der Neubau der Lehr-Rettungswache mit Notarztstandort an der Fürstenberger Straße in Büren. Dort haben sich die Baukosten zum wiederholten Mal erhöht. Der Kreis muss 350.000 Euro mehr für den Bau zahlen als zuletzt geplant. Die zusätzlichen Kosten fließen laut Kreisverwaltung in die Gebührenberechnung des Krankentransports und Rettungsdienstes ein, so dass zumindest eine Refinanzierung erreicht werde. Immerhin fällt die nun bekanntgewordene Preisexplosion nicht so gewaltig aus wie die erste im Oktober 2016. Seinerzeit hatte Landrat Manfred Müller verkündet, dass aus den ursprünglich veranschlagten 1 Million Euro rund 2,1 Millionen werden würden. Doch auch diese Summe ist nun nicht zu halten, wie einer Sitzungsvorlage für den Kreis-Wirtschaftsausschuss zu entnehmen ist. Dort heißt es: "Aufgrund der anhaltend guten Konjunktur und der Niedrigzinsphase, die gerade im Baugewerbe zu einer weitgehenden Auslastung der entsprechenden Fachbetriebe führen, zeigen sich in den letzten Monaten enorme Baupreiserhöhungen. Entsprechend lagen bei vielen Ausschreibungen selbst die wirtschaftlichsten Angebote zum Teil deutlich über der Kostenschätzung. Diverse Ausschreibungen bei diesem Projekt endeten sogar, ohne dass ein Angebot abgegeben wurde, so dass erneute Ausschreibungen durchgeführt werden mussten." Im Oktober hatten Landrat Müller und Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow beim symbolischen Spatenstich die Bedeutung der neuen Wache hervorgehoben. Sie soll im Dezember fertiggestellt sein. Der Notarzt ist dank eines Trägervereins demnächst ständig in der Wache und muss nicht erst von anderer Stelle abgeholt werden. Der Kreistag hatte im Dezember 2013 grünes Licht für das Projekt gegeben - damals noch mit dem Kostenrahmen von einer Million Euro. Das ursprünglich vorgesehene Grundstück wurde jedoch wieder aufgegeben, da die Stadt Büren das Areal einem ortsansässigen Unternehmen für seine Betriebserweiterung zur Verfügung stellen wollte. Das alternative Grundstück wurde im April 2016 erworben.

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