Das Kreiskönigspaar 1969: Brigitta und Heinz Klobe mit den Königsoffizieren Gerhard Jürgensmeier und Bernhard Berhorst. - © Kreisschützenbund
Das Kreiskönigspaar 1969: Brigitta und Heinz Klobe mit den Königsoffizieren Gerhard Jürgensmeier und Bernhard Berhorst. | © Kreisschützenbund

Kreis Paderborn So feierte man vor 50 Jahren in Büren-Weiberg das Kreisschützenfest

Das 11. Kreisschützenfest in Weiberg fällt am Samstag beinahe ins Wasser. Am Sonntag aber läuft alles reibungslos. Und ein Landrat wird zum Prinzen

Jochem Schulze

Kreis Paderborn. Die Erinnerung an 1968 ist in diesen Tagen allgegenwärtig. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei am 21. August dieses schicksalsträchtigen Jahres war eine weltpolitische Zäsur. Von der knapp zwei Wochen später in Weiberg aber nichts mehr zu spüren war. In dem Dorf über dem Almetal fand vor nunmehr 50 Jahren, am Samstag, 31. August, und Sonntag, 1. September, das 11. Kreisschützenfest (KSF) des Kreisschützenbundes Büren statt. Denn im Jahr zuvor, am 3. September 1967, hatte Erich Hardes vom Heimatschutzverein Weiberg 1841 beim Kreisschützenfest in Oesdorf die Kreiskönigswürde errungen. Mit seiner Ehefrau Adelheid stand er am ersten Septemberwochenende 1968 im Mittelpunkt einer Veranstaltung, die unter der Regie des Weiberger Obersten Franz Elendt beeindruckende Dimensionen annahm. Insgesamt nahmen 2.640 Schützen aus 50 Vereinen teil. 18 Blaskapellen, 16 Tambourkorps und ein Fanfarenzug sorgten für die musikalische Unterhaltung. 6.000 Besucher kamen nach Weiberg, das vor einem halben Jahrhundert etwa 650 Einwohner zählte. Leider spielte das Wetter zunächst nicht ganz mit. Denn am 31. August zog über den Altkreis Büren eine heftige Regenfront hinweg. So musste das ursprünglich für den Samstag geplante Feuerwerk auf den Sonntag verschoben werden. Der Heimatnachmittag in den Zelten stand auf der Kippe. In Salzkotten trat sogar die Heder über die Ufer. Als sich das Wetter in der Nacht zum Sonntag beruhigte, stand dem Festzug in Weiberg jedoch nichts mehr im Wege. Der wurde bei milden Spätsommertemperaturen zu einer prächtigen Demonstration des heimischen Schützenwesens. "Dank einer hervorragenden Organisation verlief alles reibungslos", berichtete die Neue Westfälische am Tag darauf und hatte auch einen "zackigen Vorbeimarsch vor der Ehrentribüne" beobachtet. Dort hatte neben Kreisschützenoberst Felix Klingenthal auch Meinolf Stieren Platz genommen. Der Landrat des damaligen Kreises Büren gab beim anschließenden Königsschießen einen Ehrenschuss ab. Der saß. Stieren raubte dem Adler die Krone. Der Helmerner errang die erste Prinzenwürde. Schießen von 37 Minuten Ewald Münchhoff vom Heimatschutzverein Wünnenberg wurde Apfelprinz und Heinz Klobe schoss das Zepter ab. Der Mann von der St. Landolinus-Schützenbruderschaft Boke war es dann auch, der nach einem Schießen von nur 37 Minuten Dauer den Vogel zur Strecke brachte. Klobes Ehefrau Brigitta wurde so zur Kreiskönigin. Und Bokes Schützenoberst Georg Hellinge begann bereits mit den Vorbereitungen für das 12. Kreisschützenfest. Das wurde am 6. und 7. September 1969 in Boke begangen. Exakt drei Wochen später gewann bei der Bundestagswahl erstmals eine sozialliberale Koalition die Mehrheit der Stimmen.

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