Schon wieder Ärger mit Small Planet: Urlauber warten seit zwei Tagen auf ihren Rückflug nach Paderborn. - © picture alliance / Sven Simon
Schon wieder Ärger mit Small Planet: Urlauber warten seit zwei Tagen auf ihren Rückflug nach Paderborn. | © picture alliance / Sven Simon

Paderborn/Rhodos Rekord-Verspätung bei Small Planet: Urlauber warten seit 2 Tagen auf Rückflug

Die Urlauber müssten eigentlich längst wieder auf der Arbeit sitzen. Von der Airline werden die Betroffenen vertröstet.

Jan Ahlers

Paderborn/Rhodos. Selbst der schönste Urlaub endet im Frust, wenn es beim Rückflug hakt. Die Charterfluggesellschaft „Small Planet Airlines" rückte in der Vergangenheit bereits mehrfach mit extremen Verspätungen in die Schlagzeilen. Nun ist wieder eine Maschine der in Paderborn stationierten Fluggesellschaft betroffen. So ärgern sich seit Sonntagnachmittag rund 150 Urlauber auf der griechischen Insel Rhodos, die dort planmäßig in einem Airbus A320 zum Flughafen Paderborn/Lippstadt abheben sollten. „Wir kriegen eine Verspätung nach der anderen", klagt etwa Frank Petry aus Gütersloh. Er wartete mit seiner vierköpfigen Familie auch am Dienstagnachmittag noch vergeblich auf den Abflug der mittlerweile zwei Tage verspäteten Maschine. „Es ist unglaublich frustrierend und es gibt kaum Informationen", sagt er. Immerhin sei die Familie am späten Sonntagabend in ein nahes Hotel gebracht worden – genießen können die Petrys die zusätzlichen Tage aber nicht. Reiseanbieter fühlt sich nicht zuständig Der Rückflug habe sich alle paar Stunden nach hinten verschoben, erzählt Petry. Reiseanbieter „Schauinsland" habe sich nicht für den Flug zuständig gefühlt, die Airline habe einen nur vertröstet, kritisiert er. Mittlerweile wurde der Flug auf den frühen Mittwochmorgen verschoben, um etwa 3 Uhr soll das Flugzeug in Paderborn landen. Small-Planet-Sprecher Jan Limbach verspricht, dass diese Zeit auch eingehalten wird. „Wir mussten ein Triebwerk nach einem Vogelschlag reparieren, eine dringend erforderliche Maßnahme", sagt Limbach. Weil die Maschine zum Zeitpunkt des Defekts am Bremer Flughafen stand, musste sie dort repariert werden – „lieber hätten wir das in Paderborn gemacht", sagt Limbach. Weil auch die Ersatzmaschine bereits in Gebrauch war und das Chartern eines weiteren Flugzeugs in der Hochsaison nicht möglich war, ergab sich die Mega-Verspätung. Limbach hadert: „Da kam viel Pech zusammen." Urlauber müssen eigentlich zur Arbeit Während Small Planet weitere Schadensersatzforderungen erwarten muss, stehen die Petrys vor einem weiteren Problem. Sie hätten teils schon am Dienstag zur Arbeit erscheinen müssen. „Wir hoffen nun auf Rücksicht vom Arbeitgeber", sagt Frank Petry. Auch die Lichtenauer Anwälte Joachim Schulte und Thorsten Fust, die sich diverser Small-Planet-Entschädigungsfälle angenommen haben, raten zunächst zur Verständigung mit dem Arbeitgeber. „Abmahnungen sollte es dann allenfalls bei vorbelasteten Arbeitsverhältnissen geben", sagt Schulte. Zudem seien diese kaum vor einem Gericht tragbar, wenn der Reisende glaubwürdig nachweisen kann, dass die Schuld für die Abwesenheit nicht bei ihm liege. „Möglich ist aber, dass Urlaubstage abgezogen oder kein Lohn für die Ausfalltage gezahlt wird", sagt Fust. Diese Ansprüche können wiederum gegenüber dem Reiseveranstalter geltend gemacht werden. Wichtig sei, sich innerhalb eines Monats nach Reiseende bei diesem zu melden.

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