Das Radhaus von Torsten Hieke erhielt innerhalb von acht Wochen gleich drei Mal von derselben Einbrechertruppe kriminellen Besuch. Zwei Mal ließen die Täter teuere Elektro-Räder mitgehen, bei ihrem dritten Einbruch wurden sie geschnappt. - © Svenja Ludwig
Das Radhaus von Torsten Hieke erhielt innerhalb von acht Wochen gleich drei Mal von derselben Einbrechertruppe kriminellen Besuch. Zwei Mal ließen die Täter teuere Elektro-Räder mitgehen, bei ihrem dritten Einbruch wurden sie geschnappt. | © Svenja Ludwig

Büren Einbrecher in Bürener Fahrradgeschäft zu Haftstrafen verurteilt

Im Januar suchte ein litauisches Trio zwei Mal das Bürener Radhaus heim. Es stahl E-Bikes im Wert von fast 48.000 Euro

Jutta Steinmetz

Büren. Das Radhaus Büren ist bestens sortiert. Vor allem die Liebhaber von E-Bikes wissen das reiche Angebot zu schätzen. Anscheinend ist dieser gute Ruf bis ins Baltikum gedrungen. Ein litauisches Einbrecher-Trio suchte gleich mehrfach das Radhaus heim und machte sich mit mehr als 20 wertvollen Rädern davon. Jetzt stand das Trio vor dem Paderborner Landgericht. Das Vorgehen war immer dasselbe. Die drei 26, 35 und 38 Jahre alten Männer tauchten stets in den Nachstunden auf. Sie fuhren mit einem VW Passat und einem Transporter vor das Geschäft, schlugen die große Schaufensterscheibe ein und verluden, ohne lange nach links und rechts zu schauen, ausnahmslos teure Räder. Fünf Minuten hätte das Ganze nur gedauert, sagte Staatsanwalt Kai Uwe Waschkies und sprach von „Blitzeinbrechern" mit einer „ganz besonders professionellen Vorgehensweise".Klar, dass sich das Trio bestens auf seinen Coup vorbereitet hatte. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen, dass sich die Männer zur regulären Geschäftszeit in dem Laden umgeschaut hatten. Während am 17. Januar der Blitzeinbruch erfolgreich verlief und sich die drei Männer mit zehn E-Rädern im Wert von fast 48.000 Euro aus dem Staub machen konnten, gerieten sie bei ihrem nächsten kriminellen Besuch des Radhauses in die Fänge der Polizei. Die griff zu, als zwei Täter gerade die Scheibe des Geschäfts eingeschlagen hatten und mit dem Verladen der Beute beginnen wollten. Hilfe der litauschischen Polizei führt zum Erfolg Kein Wunder: Die Ermittler hatten das Bürener Radhaus, aber vor allem die Litauer an diesem Tag fest im Blick gehabt. Und das aus gutem Grund. Schließlich war bereits Anfang Dezember 2017 der Radladen von Blitzeinbrechern heimgesucht worden, die etliche Räder mitgenommen, aber keine einzige Spur hinterlassen hatten. Erst als nach dem zweiten Einbruch die Funkzelle gründlich ausgewertet wurde, entdeckten die Fahnder einen Ermittlungsansatz: An beiden Tattagen hatte sich in Büren dasselbe litauische Mobiltelefon ins Netz eingeloggt. Anfragen bei der Polizei des baltischen Staates ergaben, dass drei Personen jeweils einen Tag zuvor ausgereist waren, „um Straftaten zu begehen". Mit Hilfe der litauischen Ordnungshüter und umfangreicher Telefonüberwachungen blieben die Fahnder den verdächtigen Männern dicht auf den Fersen. Als das Trio am 30. Januar erneut nach Deutschland einreiste, gab es entsprechende Hinweise, so dass die drei dann auf einem Pendlerparkplatz bei Paderborn entdeckt und schließlich Stunden später bei ihrem erneuten Einbruchsversuch in Büren auf frischer Tat ertappt werden werden konnten. Vor Gericht legten die drei Angeklagten ein knappes, aber umfassendes Geständnis ab, nachdem ihnen die Richter eine Höchststrafe von dreieinhalb Jahren Gefängnis in Aussicht gestellt hatten. Es müsse honoriert werden, dass die Männer der Justiz eine langwierige Beweisaufnahme ersparten, sagte der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus. Er hatte vorsichtshalber für die Klärung dieses Falles zwei weitere Verhandlungstage angesetzt, für die unter anderem zwei Gutachter ebenso hätten anreisen müssen wie Polizeibeamte aus Litauen und Polen. Zwei der Angeklagten müssen für drei Jahre hinter Gitter. Sie waren bereits schon einmal in Deutschland zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, im Gegensatz zu ihrem Mitstreiter, der dank weißer Weste nur zwei Jahre und neun Monate absitzen muss. Damit sind die beiden letzten Einbrüche in das Bürener Radhaus strafrechtlich gesühnt, nicht aber der erste kriminelle Besuch. Er war nicht Gegenstand der Anklage. Damals konnten am Tatort keine Spuren festgestellt werden.

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