Weiteres Fitnessstudio geplant: Im Obergeschoss des Baumarktes (oben l.) auf der anderen Seite der Parkplätze des Marktkaufs (r.). - © Jens Reddeker
Weiteres Fitnessstudio geplant: Im Obergeschoss des Baumarktes (oben l.) auf der anderen Seite der Parkplätze des Marktkaufs (r.). | © Jens Reddeker

Büren Streit um viertes Fitnessstudio in Büren

Obergeschoss Baumarkt: Ein Unternehmer, der die Innenstadt wiederbeleben will, hat eine Nutzungsänderung beantragt. Die drei vorhandenen Studios wehren sich

Büren. Ins Obergeschoss des Bürener Baumarkt-Gebäudes (Toom) an der Werkstraße soll ein weiteres, größeres Fitnessstudio einziehen. Es wäre das vierte in der Kernstadt. Die Betreiber der drei vorhandenen Einrichtungen haben sich mit Schreiben an den Bürener Bürgermeister gewandt, um gegen diese Art von Wirtschaftspolitik zu protestieren. Das Obergeschoss des Baumarkt-Gebäudes steht seit Jahrzehnten leer. Auf der Fläche wurde früher Damen-Kleidung auch für bekannte deutsche Modemarken genäht. Der Geseker Eigentümer der Immobilie verkaufte diese vor einigen Monaten an den Bürener Unternehmer Martin Stich. Dieser betreibt in der Stadt eine Kfz-Werkstatt und eine Immobilienfirma (Easy Living). Seit Anfang dieses Jahres engagiert er sich ehrenamtlich für eine Belebung der Innenstadt, und will - zusammen mit weiteren Einzelhändlern - die Stadt Büren bei der Vermietung von Ladenflächen unterstützen. "Bock auf Büren" heißt das Motto in der Runde. Andere Fitnnessstudio-Betreiber nicht einverstanden Stich hat für die 1.500 Quadratmeter im Obergeschoss eine Nutzungsänderung für ein Fitnesscenter beantragt. Dafür muss der Stadtrat den Bebauungsplan ändern. Am Dienstagabend hat der Bauausschuss das Änderungsverfahren einstimmig befürwortet. "Wenn jemand investieren will, können wir nur zustimmen", sagte Jürgen Möller, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion - und weiter: "Dass die anderen Fitnessstudio-Betreiber nicht einverstanden sind, ist auch klar." Am Dienstag hat Angelika Wieseler, Mitinhaberin des Sportcenters Fit & Aktiv (Werkstraße 11) auch im Namen der weiteren Studio-Betreiber (New Fit 24, Energy Fit) ihr Unverständnis über das Vorhaben kundgetan. "Leider", so der Wortlaut, habe sie nicht vom Bürgermeister über die Planung erfahren. "Mit dieser Planung gefährden Sie unsere Existenzen, vernichten Arbeitsplätze - das hat nichts mit Wettbewerb zu tun", schreibt sie - und weiter: "Hier wird nach dem K.O.-Prinzip gehandelt. Die Frage ist nur, in welcher Runde wir zu Boden gehen." Widersprüche in der Wirtschaftspolitik Wieseler weist darauf hin, dass es sich bei den drei vorhandenen Studios um inhabergeführte Firmen handele. Ihr eigenes Studio eröffnete 1992. Sie habe sich an vielen Veranstaltungen in der Stadt beteiligt und nach der Schließung des Krankenhauses erfolgreich den Well&Fit-Rehasport-Verein integriert. Die Bürener Fitnesstrainerin weist auf Widersprüche in der Wirtschaftspolitik im Rathaus hin. Der von dem Unternehmer Stich vorangetriebene Aufbruch geschehe "auf unsere Kosten". Wie passe das zusammen? Wieseler zählt auch sich selbst zu den Gewerbetreibenden: "Wir haben alle Bock auf Büren." Sie fragt: "Sind wir keine Menschen, die hinter dem Ladentresen stehen?" Weil die Stadt Büren auf ihrer Internetseite Zufriedenheit der Unternehmen anstrebe, bittet sie Bürgermeister Schwuchow um Hilfe. Der Unternehmer Stich war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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