Ausprobiert: Die Bauweise des so genannten "Halo"-Bügels wird schon länger im Motorsport getestet. - © picture alliance / GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Ausprobiert: Die Bauweise des so genannten "Halo"-Bügels wird schon länger im Motorsport getestet. | © picture alliance / GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com

Büren Formel 1: Bürener beschützen Vettel & Co.

CP Tech ist der erste Lieferant eines neuen Cockpit-Sicherheitssystems für die besten Rennfahrer der Welt. Anerkennung durch Dachverband FIA

Stolz auf den Sicherheitsbügel: CP-Geschäftsführer Thomas Casey (l.) und Stellvertreter Stefan Ludwig. - © CP Tech
Stolz auf den Sicherheitsbügel: CP-Geschäftsführer Thomas Casey (l.) und Stellvertreter Stefan Ludwig. | © CP Tech

Büren-Ahden. Dieser Auftrag kommt einem Ritterschlag gleich: Der weltweit führende Motorsport-Dachverband FIA hat das Bürener Unternehmen CP Tech als ersten Anbieter für das neue Cockpitschutzsystems "Halo" anerkannt, wie es in einer Mitteilung der in Flughafennähe ansässigen Automobilspezialisten aus Ahden heißt.

Der Bügel des Halo (engl. Heiligenschein) ist ab Beginn der Rennsaison 2018 für die Formel 1 und die Formel 2 vorgeschrieben. Das System soll die Sicherheit der Fahrer signifikant verbessern, da der Kopf vor umherfliegenden Teilen geschützt wird.

Die Auslieferung der Systeme beginnt

Die ersten Cockpitschutzsysteme werden derzeit an alle Teams der Rennserien Formel 1 und Formel 2 geliefert, die Belieferung aller Teams der Serie Formel E für die Season 5 Championship startet im vierten Quartal 2018.

Die von CP gelieferten Halo-Komponenten werden aufgenommen in eine offizielle FIA-Zulassungsliste. "Wir haben CP als einen unserer Forschungs- und Entwicklungspartner ausgewählt, weil sie uns komplett ausgereifte technische Lösungen anbieten konnten," erklärte FIA-Vertreter Andy Mellor laut der CP-Mitteilung.

"Nach über 25 Jahren Erfahrung im Motorsportgeschäft ist dieser Auftrag ein weiteres Leuchtturmprojekt für uns, auf das wir stolz sein können", freut sich Geschäftsführer Thomas Casey und ergänzt: "Das Projekt ist eine Anerkennung unseres einzigartigen Know-hows speziell im Hinblick auf die komplexe Verarbeitung von Titan und zusätzlicher Materialien. Hier haben wir uns im Markt mittlerweile ein Alleinstellungsmerkmal aufgebaut, was auch die FIA überzeugen konnte." Laut Casey geht es beim Halo-Auftrag besonders um "die spezielle Wärmebehandlung des Materials in Verbindung mit komplexen Schweißverfahren. Hier seien Fähigkeiten im Bereich der mechanischen Bearbeitung gefragt.

Bügel wehrt heranfliegendes Rad ab

Für die FIA steht vor allem die Fahrersicherheit im Vordergrund: Das "FIA Institute" startete bereits im Jahr 2011 ein Forschungsprojekt zur Entwicklung eines verbesserten Frontschutzsystems für den Kopf des Fahrers. Das Ergebnis ist das System Halo, mit dem die Fahrer der Formel 1-, Formel 2- und Formel E-Boliden ab 2018 ins Rennen gehen werden. Die Sicherheitsperformance soll dadurch signifikant steigen: So konnte der Halo im Laufe unterschiedlicher dynamischer FIA-Tests aufgrund seiner markanten, ringförmigen Bauweise unter anderem ein heranfliegendes Rad mit einer Geschwindigkeit von 225 km/h abwehren.

Information

Kritik von Formel-1-Teams

  • Die Bürener CP Tech GmbH ist seit Juni 2017 ein Teil der Nedschroef-Gruppe und arbeitet für die Branchen Automobil, Motorsport und Luftfahrt.
  • CP entstand 2006 als Management-Buy-Out aus der Heggemann AG.
  • Mit dem neuen Investor Nedschroef wurde im Juni 2017 CP Autosport in CP Tech umbenannt.
  • Der Firmensitz liegt an der Dornierstraße im Gewerbegebiet am Flughafen in Ahden.
  • Das Halo-System ist nach Medienberichten bei Formel-1-Teams wegen seiner Optik wenig beliebt.
  • Laut McLaren-Boss Zak Brown sieht es „einfach nur wie angeschraubt aus".
  • Die Teams diskutieren aber auch schon, wie es kommerziell genutzt werden kann, um Werbebotschaften zu platzieren.


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