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Mit Stroh lockt man Schafe: Wie bei dem kleinen Jonas (2) stehen die Tiere auf dem Siddinghäuser Bauernmarkt bei den Jungen und Mädchen hoch im Kurs. Leider haben diese Exemplare gerade wohl keinen Hunger. - © Svenja Ludwig
Mit Stroh lockt man Schafe: Wie bei dem kleinen Jonas (2) stehen die Tiere auf dem Siddinghäuser Bauernmarkt bei den Jungen und Mädchen hoch im Kurs. Leider haben diese Exemplare gerade wohl keinen Hunger. | © Svenja Ludwig

Büren 3.000 Besucher beim Bauernmarkt in Siddinghausen

Gerd Helle vom Förderverein Heimathaus zieht zufrieden Bilanz

Svenja Ludwig
11.09.2017 | Stand 11.09.2017, 16:33 Uhr |

Büren-Siddinghausen. Obst und Gemüse alter Sorten, skurrile Gegenstände, deren Funktion heute Rätsel aufgibt, mittelalterliche Musik und dazu herrliche Oldtimer mit gewagten Rundungen. Auf eine kleine Entdeckungsreise in die Vergangenheit begaben sich am Sonntag die knapp 3.000 Besucher des Bauernmarkts in Siddinghausen und kamen aus dem Staunen kaum noch heraus. "Wir haben Klassiker ins 21. Jahrhundert transformiert", erklärt Marc Jahns. Hinter klingenden Namen wie "Westfälische Götterspeise", "Orientalische Erdbeere" oder "Verschleiertes Bauernmädchen" verstecken sich extravagante Frucht- und Brotaufstriche. Das Bauernmädchen beispielsweise basiert auf einem alten regionalen Schichtdessert und kommt auch in der gelierten Variante nicht ohne Pumpernickel aus. Jahns und Gattin Silvia Kölling-Jahns von der Altengeseker Obstwiese machen dabei alles selbst. Von der Idee bis zur Beschriftung der Gläser "ist alles Handarbeit", verspricht Jahns. Die verarbeiteten Früchte stammen vom eigenen Hof. Dort wachsen auch alte Sorten, wie zum Beispiel Wild- und Blutpflaumen. Besucherin Monika Fieseler aus Salzkotten schmeckt's: "Das ist was Ausgefallenes. Ich koche auch selber Marmeladen, aber so was hatte ich noch nie." Veranstaltet wird der Bauernmarkt von den heimischen Vereinen, dem Regionalforum südliches Paderborner Land und dem Förderverein Heimathaus. Das ist übrigens ebenfalls zur Besichtigung geöffnet und lädt große und kleine Detektive zum Rätselraten ein. Denn das eine oder andere skurrile Artefakt ist aus heutiger Sicht wirklich unerklärlich. Egal ob Kuchen, Eiscreme, Wurst oder Käse - auch Regionales schmeckt am besten mit Musik. Unterhaltungskünstler Stephan Kießlich sorgt auf mittelalterlichen Instrumenten wie dem deutschen Dudelsack oder der spanischen Laute für das passende Ambiente. "Da kommen Erinnerungen hoch", sagt der Siddinghäuser Hans-Jürgen Spliethove nostalgisch berührt angesichts der alten und seltenen Traktoren, die es wie eine Reihe Oldtimer zu bestaunen gibt. Spliethove habe früher Motoren für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge gebaut. An Enkel Nick (5), der eines der Exponate Probe sitzt, scheint er diese Begeisterung für Nutzfahrzeuge mit ordentlich PS weitergegeben zu haben. Der Bauernmarkt gefällt ihm und seiner Familie: "Es macht Spaß, durch das Geschehen zu laufen." Und Sohn Stefan bemerkt: "Das Wetter spielt mit und es ist was los im Dorf." Diese Meinung teilt Gerd Helle vom Förderverein Heimathaus: "3.000 Besucher - für so ein kleines Dorf ist das richtig schön." Und der Geheimtipp des Mitveranstalters? Gemüse vom Naturlandhof aus Verne, denn das sei wirklich super.

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