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Erste Landung eines Small Planet-Jets aus dem Flughafen Paderborn Lippstadt am 17. Mai 2016. - © Ralph Meyer
Erste Landung eines Small Planet-Jets aus dem Flughafen Paderborn Lippstadt am 17. Mai 2016. | © Ralph Meyer

Paderborn/Paris Flugzeug in Paderborn gelandet

Der reparierte Airbus kam am Freitagnachmittag mit 170 Urlaubern an

Mareike Gröneweg
25.08.2017 | Stand 25.08.2017, 17:39 Uhr
Martin Fröhlich

Paderborn. Der Airbus, der 340 Passagiere an zwei Flughäfen warten ließ, ist am Freitagnachmittag mit 40 Stunden Verspätung in Paderborn gelandet. 170 Urlauber flogen am Freitag von Gran Canaria zurück nach Paderborn. 170 weitere konnten ihre Reise von Paris, wo wegen eines Defekts am Flugzeug ein ungeplanter Zwischenstopp eingelegt werden musste, in Richtung Las Palmas fortsetzen. Nun erwägen die Betroffenen Klagen. Was bisher passierte: Die einen wollen nach Hause, die anderen freuen sich auf Urlaub – beide haben dasselbe Problem: kein Flugzeug. Eine defekte Maschine der Small Planet Airlines hat 340 Passagieren die Ferien verdorben. Sie sitzen in Las Palmas auf Gran Canaria und am Pariser Flughafen Charles de Gaulle fest. Begonnen hatte das Ganze mit dem Start am Mittwoch um 13.30 Uhr am Flughafen Paderborn/Lippstadt. 170 Passagiere an Bord des Airbus 320-200 genießen den Flug in die Sonne, als sie ein Geräusch von der linken Tragfläche stutzig macht. „Es dauerte nur wenige Sekunden, aber es klang merkwürdig", sagt Bernd Müller, der mit Frau und zwei Töchtern an Bord war. „Danach hat der Pilot ziemlich schnell den Sinkflug eingeleitet." Aus dem Cockpit kommt die Durchsage, es gebe ein Problem mit der Hydraulik, man müsse aus Sicherheitsgründen in Paris zwischenlanden. „Dann begann die Odyssee", sagt Müller, der aus München kommt und dessen Schwiegereltern in der Region leben. „Dann mussten wir 90 Minuten im Flugzeug warten, danach anderthalb Stunden, bis wir unsere Koffer bekamen." Untergebracht werden die Müllers von Small Planet im IBIS Hotel am Flughafen, „doch es hieß gleich, wir sollten uns um drei Uhr in der Nacht im Foyer einfinden, weil es um 5.30 Uhr weitergeht". Dauerbesetzte Telefonnummer von Small Planet Als sich die verschlafenen Touristen im Foyer treffen, entdecken sie auf der Homepage der Fluggesellschaft den Hinweis, dass der Flug auf 14 Uhr verschoben wurde. „Gesprochen hat aber niemand mit uns", kritisiert Marc Güldenhaupt aus Oerlinghausen, der ebenfalls an Bord war. „Hätten wir nicht auf Facebook und der Internetseite von Small Planet recherchiert, hätten wir das nicht erfahren." Die einzige Telefonnummer der Gesellschaft sei dauerbesetzt. Später macht die Information von einem Start um 16 Uhr die Runde, am Mittag folgt der Schock: erst um 5 Uhr am Freitagmorgen geht es weiter. Am Flughafen in Las Palmas harren unterdessen 170 Touristen aus, die zurück nach Paderborn fliegen wollen – mit derselben Maschine. Auch sie warten in Hotels, auch sie warten auf Informationen, „die viel zu spärlich fließen", wie Michael Ester aus Möhnesee kritisiert, der mit Tochter Johanna zum ersten Mal auf den Kanaren war. „Was machen Menschen, die kein Smartphone dabeihaben?", fragt er. Ester widerfährt das Gleiche wie den Leidensgenossen in Paris. Infos gibt es nur im Internet. „Als wir ins Bett gingen, stand da, dass der Rückflug um 6 Uhr am Morgen geplant ist." Dann das böse Erwachen: Am Morgen heißt es 16.50 Uhr, später 8 Uhr am Freitag. Dann verkündet ein TUI-Mitarbeiter 9 Uhr als Abflugzeit – 38,5 Stunden später als geplant. „Wir wollen einfach nur noch nach Hause", sagt Ester. Sicherheitsrichtlinien bei technischen Problemen Jan Limbach, Head of Marketing bei Small Planet, sagt: „Wir können uns nur bei den Betroffenen entschuldigen." Aber im Fall von technischen Problemen gebe es klare Sicherheitsrichtlinien. Ab Donnerstag sei eine Ersatzmaschine ab Paderborn im Einsatz gewesen, die weitere Flugausfälle verhinderte. Früher sei diese nicht zu aktivieren gewesen. Man habe außerdem eigens ein Ersatzteil aus Hamburg nach Paris geschafft. Zur Kritik an der Kommunikation erklärte Limbach: „Wir haben uns für Facebook als Kanal entschieden, weil wir dort direkt mit Passagieren in Kontakt treten können." Dass sich die Abflugzeiten mehrfach verschoben, liege daran, dass unklar gewesen sei, wie lange die Reparatur dauert.

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