Bezugsfertig: Die Notunterkunft Büren-Stöckerbusch erwartet am Dienstag die ersten 200 Flüchtlinge. Später finden hier bis zu 1.000 Menschen Platz. - © www.sportpictures.de
Bezugsfertig: Die Notunterkunft Büren-Stöckerbusch erwartet am Dienstag die ersten 200 Flüchtlinge. Später finden hier bis zu 1.000 Menschen Platz. | © www.sportpictures.de

Büren Büren-Stöckerbusch erwartet die Flüchtlinge

Bauarbeiten beendet: Die ehemalige amerikanische Siedlung ist abgerissen. Elf Leichtbauhallen bieten Schlaf-, Aufenthalts- und Sanitärräume für 825 Personen. Die Kapazität soll im März auf knapp 1.000 Plätze erweitert werden

Dirk-Ulrich Brüggemann

Büren. In wenigen Tagen werden etwa 200 Flüchtlinge in der neuen Notunterkunft in Büren-Stöckerbusch erwartet. Zur Zeit legen Bauarbeiter im Außenbereich noch letzte Hand an, Reinigungskräfte wischen die Fußböden und Mitarbeiter der Johanniter legen Matratzen auf die Doppelstockbetten. Am Dienstag sollen die ersten Bewohner eintreffen. Die ehemalige „amerikanische Siedlung" neben der benachbarten Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige ist abgerissen, elf Leichtbauhallen als Schlafräume sind aufgestellt worden. Ebenso zwei Hallen für den Aufenthalt, zwei weitere für den Empfang und die Krankenstation sowie zwei Hallen als Sanitäranlagen. All diese Leichtbaugebäude bieten Platz für 825 Personen. Ab März soll die Kapazität auf knapp 1.000 Plätze erweitert werden, erklärt der Projektleiter der Bezirksregierung Detmold, Frederik Köhler. Die Baukosten beziffert Köhler mit 2,5 Millionen Euro. Betrieben wird die Notunterkunft vom Regionalverband Ostwestfalen der Johanniter-Unfall-Hilfe, geleitet wird sie von Janet Roderfeld und Ulrich Münsterteicher. Der Trend der Unterbringung in Notunterkünften geht eher zur großen Einrichtungen, sagt Rüdiger Most von der Bezirksregierung Detmold. „Zur Zeit haben wir landesweit 260 Notunterkünfte. Eine so große Zahl ist für den dauerhaften Betrieb schwer zu managen", sagt Most. „Für jede Einrichtung wird die Logistik benötigt, der Betreuungsverband, der Sicherheitsdienst und die Verwaltungsleitung sind ebenfalls nötig." Most machte deutlich, dass das Land Nordrhein-Westfalen zukünftig eine Konsolidierung erreichen, also weniger Einrichtungen vorhalten möchte. Daher seien große Einrichtungen wie Büren eine bessere Alternative. Zudem sollen die Kommunen entlastet werden und belegte Sporthallen wieder freigegeben werden. Laut Most ist die Belegung der Notunterkünfte zur Zeit rückläufig, was auch an der Witterung liegt und der Tatsache, dass die Fluchtwege in den Wintermonaten schwieriger zu befahren und zu erreichen sind. „Wir haben einen Puffer geschaffen. Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, ist zurückgegangen", stellte Most fest. Die Flüchtlinge sollen in der Regel nur kurze Zeit in den Landeseinrichtungen bleiben. „Das ist natürlich abhängig von den Kapazitäten. Wir streben einen Verbleib von vier bis fünf Wochen an", sagt Rüdiger Most. In Herford soll eine weitere Kaserne als Notunterkunft hergerichtet werden, die Planungen für eine große Einrichtung in Minden in einer ehemaligen Bundeswehranlage laufen ebenfalls. Projektleiter Köhler freut sich, dass die Arbeiten nur acht Wochen gedauert haben. Er weiß, dass den Mitarbeitern der ausführenden Firmen in dieser Zeit einiges abverlangt wurde. „Mein Wunsch war es, dass wir hier Weihnachten unter einem Baum verbringen und nicht unter einem Bagger", sagt er. Zukünftig werden vier Verwaltungsmitarbeiter der Bezirksregierung, zehn Mitarbeiter der Johanniter, ein Leiter des Betreuungsteams, ein Sozialarbeiter und ein Erzieher sowie zehn Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes und ein Mitarbeiter an der Pforte ihren Dienst in Büren-Stökerbusch versehen. Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow (CDU) teilte mit, dass für die Flüchtlinge zukünftig auch ein Shuttle-Bus-Service eingerichtet werde, damit diese die etwa sechs Kilometer entfernte Stadt erreichen können. Eine nicht benötigte Werkhalle der benachbarten Unterbringungseinrichtung für Ausreisepflichtige wird als Speisesaal eingerichtet. Hier finden sich auch Aufenthaltsräume nur für Frauen und im Sommer sollen auf einer großen angrenzenden Rasenfläche Spielgeräte für Kinder aufgestellt werden. Zurzeit darf die Werkhalle aus Brandschutzgründen nur von etwa 300 Personen gleichzeitig genutzt werden. Wenn die Auflagen des Brandschutzes in naher Zukunft ungesetzt worden sind, kann die volle Kapazität der Werkhalle ausgenutzt werden. Die etwa 10 mal 25 Meter großen Leichtbauhallen verfügen je über eine Ölheizung, die Warmwasserversorgung erfolgt über Gasthermen. In den Schlafbereichen finden sich Räume mit Doppelstockbetten. Jeweils acht Personen finden in einem Raum Platz, die Schlafbereiche sind durch Messebauelemente getrennt. Der Fußboden der Hallen besteht aus Holz und PVC.

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