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Büren Freie Fahrt für BÜR

Neue kreisweite Initiative zur Freigabe des alten Bürener Kennzeichens

30.04.2014 | Stand 29.04.2014, 20:42 Uhr
Mitglieder der Initiative "BÜR-sei dafür!" stellten sich auf dem Bürener Stadtfest vor. Neben Bürgermeister Burkhard Schwuchow (l.) die beiden Sprecher Rainer Wester (Mitte, mit T-Shirt) und Karl Glahe (Mitte, mit Plakat). - © FOTO: INITIATIVE
Mitglieder der Initiative "BÜR-sei dafür!" stellten sich auf dem Bürener Stadtfest vor. Neben Bürgermeister Burkhard Schwuchow (l.) die beiden Sprecher Rainer Wester (Mitte, mit T-Shirt) und Karl Glahe (Mitte, mit Plakat). | © FOTO: INITIATIVE

Büren. Die Webseite läuft, T-Shirts, Plakate und tausende Faltblätter sind gedruckt. Im Kreis Paderborn formiert sich derzeit eine Initiative für die Freigabe des Bürener "BÜR"-Autokennzeichens als zweite Kennung für den Kreis Paderborn.

Die Vergabe der sogenannten Altkennzeichen ist in Deutschland seit eineinhalb Jahren möglich und bei den Bürgern beliebt. "Was sich in über 270 deutschen Kreisen bewährt, sollte auch bei uns möglich sein" so Karl Glahe, einer von gleich sieben kreisweiten Ansprechpartnern der neuen Initiative. Nach weiteren Änderungen der Rechtslage sind nun auch die letzten Gründe, die zunächst gegen eine Einführung des BÜR sprachen, zerfallen.

Hintergrund: In NRW kann jeder seine Autonummer bei einem Umzug in einen anderen Landkreis mitnehmen, so dass jetzt schon fast 1.800 Fahrzeuge mit einem ortsfremden Kennzeichen im Kreis Paderborn unterwegs sind. Nach einer deutschlandweiten Freigabe, die in Kürze ansteht, wird die Anzahl sprunghaft ansteigen. Wer dann von München nach Lichtenau zieht, darf sein "M" am Auto behalten.

Der bisherige Hauptgrund gegen ein BÜR, ein einheitliches Auftreten des Kreises nach außen, ist damit nicht mehr gegeben. Entsprechend hatten sich sowohl Landrat Manfred Müller als auch der Kreistag geäußert.

Dass der Kreis Paderborn davon nicht untergehe, unterstreicht Fritz Lüke. Er möchte mit der Freigabe der früheren Bürener Nummer mehr regionale Identität, in Zeiten fortschreitender Globalisierung etwas Heimatnahes. Die Nachfrage ist sicher, sollte es dazu kommen. Von den bisher in Deutschland ausgegebenen früheren Kennungen sind in wenigen Monaten jeweils mehrere tausend ausgegeben worden. Und täglich werden es mehr.

Das Lippstädter LP ging im Nachbarkreis Soest bisher gut 13.000 mal über den Tisch, gut 135.000 Fahrer sind NRW-weit wieder mit einem Altkennzeichen unterwegs. Seit ein paar Wochen ist im Kreis Warendorf das Beckumer BE wieder zu haben. Bürgerproteste haben auch hier den zunächst beschwerlichen Weg freigemacht. Ähnlich in Kleve, auch hier stellten sich die politischen Kräfte im Kreis zunächst quer.

Bundesweit kamen allein in den letzten Wochen zehn neue Altschilder hinzu. Als Gegenargumente werden überall zunächst Kosten, Nachfrage und Aufwand ins Feld geführt. Doch gerade davon spricht niemand, der seine Altkennzeichen freigegeben hat, weiß der Salzkottener Rainer Wester nach Anfrage bei verschiedenen Kreisen.

Selbst das Bundesverkehrsministerium spricht von einer "positiven Resonanz". Das Prozedere ist einfach: Wer sein Auto neu anmeldet, könnte überall im Kreis zwischen den beiden Kürzeln wählen. Andere, die von einem schon am Auto angeschraubten PB zum BÜR wechseln möchten, bezahlen die Umkennzeichnung und spülen damit Geld in die Kreiskasse. Viele Kreise haben damit Zusatzeinnahmen von über 100.000 Euro eingespielt. Deutschland ist flexibel: Autofahrer im Erzgebirgskreis wählen zwischen neun Schildern. Die Kennung BK gibt es im Bördekreis sowie im Rems-Murr-Kreis. Die teilten sich dafür die Buchstaben- und Zahlenkombinationen untereinander auf. "Unser Kreis versteckt sich hinter Gründen, die woanders längst keine Rolle mehr spielen", so Wester, der damit sein Engagement für ein BÜR unterstreicht. Niemand wäre bei einer Wahlfreiheit gezwungen, sein PB aufzugeben und ein BÜR zu nehmen. Dass es ein Renner wird, haben die 270 anderen Altkennzeichenfreigaben gezeigt.

Die Initiative möchte in den nächsten Wochen zunächst einmal über die Kennzeichenliberalisierung aufklären und Vorurteile ausräumen. Es sind öffentliche Treffen und Aktionen geplant. Weitere Mitstreiter oder Unterstützer dürfen sich gerne anschließen. "Damit es nicht heißt, ein BÜR wolle keiner haben" so Glahe. Die Initiative ist sich einig: Egal was auf dem Nummernschild steht, sie bleiben gerne "Kreis Paderborner".