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Ludger Peschkes hat mit vielen Mitstreitern für die berufliche und medizinische Rehabilitation geworben. - © Andreas Götte
Ludger Peschkes hat mit vielen Mitstreitern für die berufliche und medizinische Rehabilitation geworben. | © Andreas Götte

Borchen Arbeitsminister schlägt Nordborchener fürs Bundesverdienstkreuz vor

Ludger Peschkes wird für sein herausragendes soziales Engagement im Bereich der beruflichen Rehabilitation ausgezeichnet

Andreas Götte
12.09.2019 | Stand 13.09.2019, 11:24 Uhr

Borchen. Briefe enthalten häufig Werbungen oder Rechnungen – doch ein Brief hat Ludger Peschkes aus Nordborchen doch äußerst positiv überrascht. Denn darin kündigt das Bundesarbeitsministerium die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande für Peschkes’ herausragendes soziales Engagement im Bereich der beruflichen Rehabilitation an. Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, hat ihn persönlich vorgeschlagen. „Ich freue mich über die persönliche Anerkennung. Sie ist ein Zeichen dafür, dass wir sehr viel richtig entschieden haben", so der 67-Jährige. Mit „wir" meint Peschkes das Berufsförderungswerk Dortmund und den Bundesvorstand der Berufsförderungswerke. 23 Jahre hatte der Wahl-Borchener die Einrichtung in Dortmund geleitet. 17 Jahre lang war er Mitglied im Vorstand des Bundesverbandes. Davon fungierte der verheiratete Vater von drei Töchtern sechs Jahre als stellvertretender Vorsitzender und drei Jahre als Vorsitzender. Durch seine langjährigen Tätigkeiten ist es Ludger Peschkes gelungen, die berufliche Rehabilitation in den Fokus der gesellschaftlichen Diskussion zu rücken. „Es geht mir um die Menschen, die wegen gesundheitlicher Einschränkungen ihren Job nicht mehr ausführen können", betont Peschkes. Ein schweres Schicksal in seiner Verwandtschaft war dafür der Auslöser. Viele Betroffene wüssten nicht, dass sie ein Recht auf eine berufliche Reha haben. Er ist gebürtiger Bocholter Den gebürtigen Bocholter hatte es 1984 ins Paderborner Land verschlagen, als der Diplom-Kaufmann bei dem damaligen Unternehmen Siemens-Nixdorf in leitender Funktion für die Organisation des IT-Nachwuchses verantwortlich war. „Wir sind damals eine Kooperation mit der Berufsakademie in Mannheim als Vorläufer des dualen Hochschulsystems eingegangen und haben bei Nixdorf dadurch die überwiegende Zahl der Leute übernommen", erinnert sich Peschkes. Auch seien im Bereich der Informationstechnik neue Berufsbilder entstanden. Ähnliche Strukturen hatte der gebürtige Bocholter bei seinem Wechsel 1995 zum Berufsförderungswerk Dortmund vorgefunden. Bei der Umschulung von Menschen mit psychischen oder körperlichen Beeinträchtigungen hat Peschkes den Schwerpunkt stets auf die Individualisierung gelegt. „Die Betroffenen wollen wieder arbeiten und sie haben den Vorteil, beruflich sozialisiert zu sein", sagt der 67-Jährige. Eine von Peschkes’ Ideen war die Veranstaltungsreihe „Chefsache Inklusion – neue Wege und Konzepte zur Fachkräftesicherung". Ziel waren bundesweit strategische Kooperationen mit großen Unternehmen wie Post und Bahn. Der Erfolg gibt Ludger Peschkes Recht. In seinen 23 Jahren in Dortmund wurden im Zuge der beruflichen Rehabilitation 25.000 Arbeitnehmer vermittelt. Die Umschulungsquote liegt bei mehr als 80 Prozent. Peschkes setzt auf Prävention Doch Peschkes setzt auch in Zeiten des Fachkräftemangels auf die Prävention. Durch das von ihm entwickelte Konzept „Reha Future Real" zusammen mit der Rentenversicherung Westfalen können von einer Behinderung bedrohte Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz behalten. Auch außerhalb seiner beruflichen Tätigkeit strampelt Peschkes für den guten Zweck. Bei fünf verschiedenen Reha-Touren mit dem Rad hat er zusammen mit Klinikchefs und Menschen aus der beruflichen Rehabilitation bereits rund 62.000 Euro für die Kinder-Neurologie und den Verein „Herzkranke Kinder Münster" gesammelt. Zusammen mit seiner Frau Brigitte, die in der Borchener Laurentiusscheune Krabbelgruppen betreut, und zehn beruflichen Mitstreitern wird Ludger Peschkes am Dienstag, 24. September im Kleisthaus in Berlin als einer von zwölf Personen die Auszeichnung entgegennehmen. „Ich bin schon aufgeregt. Ich habe damit nicht gerechnet", sagt Peschkes, der seit 2019 im Ruhestand ist. Das Bundesverdienstkreuz werde ein Ehrenplatz in der Vitrine bekommen, versichert Ludger Peschkes.

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