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In der Sekundarschule der Gemeinde Borchen plant Energieservice Westfalen Weser eine neue Heizzentrale. - © Uwe Müller
In der Sekundarschule der Gemeinde Borchen plant Energieservice Westfalen Weser eine neue Heizzentrale. | © Uwe Müller

Borchen Neue Heizungsanlage in Borchen spart 126 Tonnen Kohlendioxid ein

Eine zentrale Wärmeenergieversorgung soll Schule, Rathaus und Gemeindehalle in Borchen vernetzen

Uwe Müller
10.09.2019 | Stand 10.09.2019, 17:36 Uhr

Borchen. Der Heizkessel in der Borchener Sekundarschule ist 15 Jahre alt, die Heizungsverteilung sogar 19 Jahre und die Steuerungstechnik datiert von 1995. Es wird Zeit für eine neue Heizungsanlage, die Energie einspart. Da auch der 35 Jahre alte Heizkessel im Rathaus in den letzten Wintern vereinzelt Ausfälle hatte und auch die Wärmeversorgung in der benachbarten Gemeindehalle nicht auf dem neuesten Stand ist, wurde gleich für alle drei Gebäude ein Energieversorgungskonzept angefordert. Das stellte Markus Schulz vom Energieservice Westfalen Weser dem Haupt- und Finanzausschuss detailliert nun vor. Da auch in Borchen derzeit heiß über den Klimaschutz diskutiert wird, bekam Schulz einheitlich zustimmendes Nicken der Ausschussmitglieder als er die hohe CO2-Einsparung der geplanten Heizungsanlage nannte: Mindestens 126 Tonnen Kohlendioxid weniger würden die Gebäude erzeugen, das sind stolze 40 Prozent Einsparung. Der Gasverbrauch liegt derzeit bei etwa 800.000 und der Stromverbrauch bei 130.000 Kilowattstunden pro Jahr. 320 Meter lange Wärmetrasse Die Heizungsanlagen aus dem Rathaus und der Gemeindehalle würden komplett entfernt, so dass die Räume dann anders genutzt werden könnten. Die neue Heizanlage würde in der Sekundarschule errichtet und über eine etwa 320 Meter lange Wärmetrasse mit den anderen Gebäuden verbunden. „Damit bauen wir eine Infrastruktur für die Zukunft auf. Wir halten uns dann alle Optionen offen für dann noch modernere Anlagen", sagt Markus Schulz. Die neue Gas-Heizanlage hat natürlich auch ihren Preis. Das Investitionsvolumen liegt bei 665.000 Euro. Für die Umsetzung des Projektes gibt es zwei Möglichkeiten. Die Gemeinde investiert selbst und betreibt die Heizungsanlage. Bei dieser Variante ist die Gemeinde vollumfänglich verantwortlich und muss die Wärmelieferung garantieren. Da kämen auf 15 Jahre gerechnet Kosten von 27.700 Euro pro Jahr auf die Stadt zu, wie Schulz erklärt. Es gibt noch eine andere Variante Die andere Variante, die Energieservice Westfalen Weser (EWW) unter anderem schon in Bad Wünnenberg praktiziert, ist das so genannte Wärmepachtmodell. EWW baut die Heizzentrale und verpachtet diese an die Gemeinde bei einer Vertragslaufzeit von 15 Jahren. EWW wäre dann für alles verantwortlich. „Wir tragen das komplette Risiko. Wir planen, bauen, investieren und sind auch für Wartung und Instandsetzung zuständig. Die Gemeinde bleibt dabei aber Anteilseigner", so Schulz. Und die Stadt müsste nur 24.200 Euro pro Jahr an Pacht bezahlen. Von der Variante, die Heizungsanlage mit Pellets anstatt mit Gas zu betreiben, riet Markus Schulz ab: „Pellets haben zwar eine bessere CO2-Bilanz, erzeugen aber erhebliche Mehrkosten. Zudem müsste noch Personal eingestellt werden und man braucht mehr Platz dafür." Er empfiehlt aber zusätzlich noch eine Einzelraumregelung. Ein Hausmeister könnte das vom PC aus steuern Dann könnte jeder einzelne Raum in den Gebäuden extra gesteuert werden, man müsse dann nicht immer einen ganzen Komplex heizen. Ein Hausmeister könnte das vom PC aus steuern, so Schulz. Damit könnten noch einmal 15 Prozent an CO2 eingespart werden, das wären 19 Tonnen im Jahr. Die zusätzlichen Kosten würden sich auf 120.000 Euro belaufen. Idealerweise könne man diese Maßnahmen in Verbindung mit der Sanierung der EDV und des Brandschutzes kombinieren, so der Experte von Energieservice Westfalen Weser. Ein Umbau wäre in den Sommerferien möglich, EWW braucht aber eine Vorlaufzeit von sechs bis neun Monaten. Bei der Ratssitzung am kommenden Donnerstag wird über das Thema diskutiert.

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