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Das etwa 10.000 Quadratmeter große Areal an der Sonnenbergstraße hat die Gemeinde für die Entwicklung Dörenhagens ins Auge gefasst. - © Jens Reddeker
Das etwa 10.000 Quadratmeter große Areal an der Sonnenbergstraße hat die Gemeinde für die Entwicklung Dörenhagens ins Auge gefasst. | © Jens Reddeker

Borchen Gemeinde Borchen kämpft um neues Baugebiet

In Dörenhagen möchte die Kommune gerne ein Baugebiet ausweisen, doch der Grundstückseigentümer hat andere Pläne

Jens Reddeker
06.09.2019 | Stand 05.09.2019, 20:31 Uhr

Borchen-Dörenhagen. Wohnraum ist begehrt im Kreis Paderborn. Ein gutes Beispiel dafür ist der Borchener Ort Dörenhagen, wo Grundschule und Kita erweitert werden müssen, um den Bedarf der wachsenden Zahl junger Familien zu decken. Gerne möchte die Gemeinde auch in Zukunft neue Baugebiete im Ort ausweisen, doch dafür muss sie erstmal im Besitz der notwendigen Flächen sein. Um Druck vom Kessel zu nehmen, schielt Bürgermeister Reiner Allerdissen (SPD) in Dörenhagen auch auf ein Grundstück neben dem Regenrückhaltebecken an der Sonnenbergstraße. Wie in der jüngsten Bauausschusssitzung bekannt wurde, ist die Gemeinde jedoch noch weit von einer Einigung mit dem Eigentümer des rund 10.000 Quadratmeter großen Grundstücks entfernt. Während die Kommune dort das Baugebiet Sonnenbergstraße III erschließen möchte, hat der Grundstücksbesitzer eine Bauvoranfrage für ein Einfamilienhaus gestellt, das ans Regenrückhaltebecken angrenzen soll. Zusätzlich möchte der Besitzer nach Mitteilung der Verwaltung eine Fläche von rund 2.500 Quadratmetern aus einem Flurstück herauslösen und für den Eigenbedarf nutzen. Das will die Kommune jedoch nicht zulassen, um die zukünftige Entwicklung des Areals als Neubaugebiet nicht zu gefährden. So könnte das etwaige Baugebiet nicht mehr über eine zweite Zufahrt erschlossen werden und darüber hinaus müsste die Erschließung der übrigen Fläche über eine Sackgasse mit Wendehammer erfolgen. Auch der Ortsvorsteher ist dafür Deshalb greifen Politik und Verwaltung zum Mittel der so genannten Veränderungssperre, um eine Bebauung zunächst zu verhindern. Schon im Oktober war die Entscheidung über die Zulässigkeit des Vorhabens vom Bau- und Umweltausschuss für ein Jahr zurückgestellt worden. Nachdem der Antragsteller nun an der Bauvoranfrage festhalten möchte und eine weitere Zurückstellung nicht möglich ist, schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, die Veränderungssperre zu erlassen. Auch Borchen Ortsvorsteher Heinrich Rebbe (CDU) stimmt diesem Vorgehen zu: "Das ist der einzig richtige Weg." Kommunalpolitiker und Gemeindeverwaltung hoffen auf eine Einigung innerhalb der kommenden zwei Jahre, während der die Veränderungssperre gilt. "Derzeit ist es eher schwierig", berichtet Bürgermeister Allerdissen von den jüngsten Gesprächen mit dem Grundstückseigentümer. Doch auch er weiß, wie notwendig die Ausweisung frischen Baulands in Borchen ist. Zuletzt fanden die Grundstücke im Baugebiet Hessenberg reißenden Absatz. Auf 47 Bauplätze gab es 250 Bewerber, davon 180 aus Borchen. Laut Allerdissen sind die städtischen Borchener Baugrundstücke komplett erschlossen zuletzt für rund 150 Euro pro Quadratmeter verkauft worden. Auf dem freien Markt würden aktuell nicht selten 250 Euro oder sogar mehr gezahlt. Eine Entwicklung, die der Bürgermeister mit nur einem Begriff kritisiert: "Mondpreise".

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