Schwer rauszukommen: Die Linksabbieger, die von Dörenhagen auf die Bundesstraße 68 Richtung Paderborn wollen, müssen oft viel Geduld mitbringen. Oder rechts abbiegen und nach ein paar hundert Metern wenden - was aber durchaus mit Gefahren verbunden ist. Die Ampel ist noch eine Fotomontage. - © Uwe Müller
Schwer rauszukommen: Die Linksabbieger, die von Dörenhagen auf die Bundesstraße 68 Richtung Paderborn wollen, müssen oft viel Geduld mitbringen. Oder rechts abbiegen und nach ein paar hundert Metern wenden - was aber durchaus mit Gefahren verbunden ist. Die Ampel ist noch eine Fotomontage. | © Uwe Müller

Borchen Borchens Politik macht Front gegen Ampel auf der B 68

Unfallstelle: Bürger und Ratsmitglieder befürchten, dass der erhoffte Kreisverkehr bei Dörenhagen auf ewig vom Tisch ist. Trotzdem geben sie nicht auf

Jens Reddeker
12.06.2019 | Stand 12.06.2019, 15:07 Uhr

Borchen-Dörenhagen. In Borchen herrscht Erleichterung, dass die gefährliche Kreuzung in Dörenhagen B 68/K 1 zwischen Paderborn und Lichtenau entschärft werden soll. Dennoch formiert sich bei den örtlichen Parteien eine zuletzt selten gesehene Einigkeit in der Frage der richtigen Umsetzung. Über Fraktionsgrenzen hinweg wird weiterhin der Ruf nach einem Kreisverkehr laut - obwohl eine überörtliche Unfallkommission zuletzt beschlossen hatte, auf der Bundesstraße noch in diesem Jahr eine Ampelanlage zu errichten. Nach einem erneut tödlichen Unfall am 11. April hatte Bürgermeister Reiner Allerdissen lautstark eine Entschärfung der Verkehrssituation angemahnt. Problematisch an dieser Stelle ist, dass Autofahrer aus Richtung Dörenhagen (Kirchborchener Straße) auf die B 68 in Fahrtrichtung Paderborn in Stoßzeiten zunächst erst rechts auf die B 68 in Richtung Lichtenau abbiegen, um dann links auf dem Gelände der ehemaligen Tankstelle zu wenden. Dabei war im April der tödliche Unfall geschehen. Schon Mitte Mai war eine vom Kreis angeordnete Ausweitung der Tempo-70-Zone umgesetzt worden. Nachdem der Bürgermeister in einer ersten Reaktion auf die Ankündigung der Ampelanlage am 24. Mai noch davon gesprochen hatte, er sei mit einer derartigen Lösung "zufrieden", wurde im Bau- und Umweltausschuss deutlich, dass er immer noch einen Kreisverkehr vorzieht. "Ich habe mich gewundert, dass eine Ampel kommen soll", sagt Allerdissen. Für den Bau eines Kreisverkehrs seien genügen Flächen vorhanden und in Lichtenau sei die B 68 am Ortsausgang in Richtung Kleinenberg ebenfalls per Kreisverkehr entschärft worden. "Rausgeschmissenes Geld" Bauausschussvorsitzender Harald Kuhnigk (CDU) nennt die Investition in eine Ampel "rausgeschmissenes Geld". Wie Allerdissen geht er davon aus, dass eine Ampelanlage samt Folgekosten eine teurere Variante darstellt als ein Kreisverkehr. Die Kreisel-Kosten wurden im Ausschuss auf 600.000 bis eine Million Euro taxiert. Dörenhagens Ortsvorsteher Heinz Rebbe (CDU) gibt die Meinung aus dem Dorf wider: "Die Ampel wird sehr kritisch gesehen, weil die Menschen befürchten, dass damit die Chance auf einen Kreisel dahin ist." Ein Kreisverkehr hat nach Ansicht der Dörenhagener und der Lokalpolitiker den Vorteil, dass er den Verkehr zwar einbremst, aber ein Verkehrsfluss erhalten bleibt. Ortsvorsteher Rebbe und Bürgermeister Allerdissen befürchten, dass sich vor allem Linksabbieger an der Ampel aufstauen werden. Der Bürgermeister gibt zu bedenken, dass die Ampel auch deshalb höhere Kosten als auf den ersten Blick angenommen verursacht, da seiner Ansicht nach eine separate Linksabbiegerspur eingebaut werden muss. Sehr deutlich macht Allerdissen, dass die Gemeinde in die Lösungsfindung nicht eingebunden gewesen ist. "Die Entscheidung ist aufgrund von Presseberichten gefallen", teilt er mit. "Aber ich muss den Fachleuten vertrauen." Die Unfallkommission besteht aus dem zuständigen Sraßenbaulastträger Straßen NRW, der Bezirksregierung Detmold, der Kreispolizei und dem Kreis Paderborn als Verkehrsbehörde. Auch die Ausschussmitglieder Jürgen Schmidt (SPD) und Guido Reitmeyer (Grüne) wollen die Entscheidung pro Ampel noch nicht als abschließend hinnehmen. So könnten sich Bürger und die Politik beim Kreis weiterhin für eine Kreisverkehrs-Lösung einsetzen.

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