Lückenhaft: Wo jetzt die Mauer als Einfassung des höher gelegenen Grundstücks steht, wuchsen bis zuletzt noch Büsche. - © Jens Reddeker
Lückenhaft: Wo jetzt die Mauer als Einfassung des höher gelegenen Grundstücks steht, wuchsen bis zuletzt noch Büsche. | © Jens Reddeker

Borchen Borchener Büsche wurden illegal gefällt

Die Kreisverwaltung bestätigt eine Einschätzung des Bürgermeisters und erläutert die Konsequenzen für den Bauherrn

Jens Reddeker
08.05.2019 | Stand 08.05.2019, 18:39 Uhr

Borchen. Ein Ortstermin von Mitarbeitern des Kreisbauamtes hat für Gewissheit gesorgt: ein Teil der von einem Bauherrn gefällten Büsche am Grünen Weg in Borchen gehörten der Gemeinde. Die Rodungsarbeiten waren daher zumindest in Teilen illegal. Wie der Kreis Paderborn auf NW-Anfrage mitteilt, hätten zwei Fachleute des Kreisbauamtes am Mittwochnachmittag die Baustelle im Neubaugebiet "Unterm Hessenberg" samt Grenzverläufen in Augenschein genommen. "Dabei wurde deutlich, dass es für Fällungen eine Genehmigung des Kreises bedurft hätte, diese lag aber nicht vor", sagt Kreis-Pressesprecherin Michaela Pitz. Auch die Gemeinde hatte so argumentiert. Als Konsequenz werde der Bauherr, der auf dem Grundstück als Bauträger ein Haus mit mehreren Wohnungen errichtet, verpflichtet, im Herbst für eine Ersatzpflanzung zu sorgen. Dies hatte er nach NW-Informationen auch bereits Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen (SPD) zugesagt, nachdem der Schaden entlang der ehemaligen Handelstrasse "Frankfurter Weg" Anfang der Woche publik geworden war. Rechtliche Schritte durch Gemeinde möglich Doch allein damit ist der Verursacher des Kahlschlags noch nicht aus dem Schneider. Aufgrund des bauordnungsrechtlichen Verstoßes sei der Fall an die Bußgeldstelle des Kreises weitergeleitet worden, sagt Pitz. Dort werde der Einzelfall geprüft. Zur Frage, wie hoch eine mögliche Bußzahlung ausfallen könne, wollte sie keine Angaben machen. Anwohner und auch Borchens Bürgermeister hatten sich entsetzt darüber gezeigt, dass der alte Bewuchs rigoros gerodet worden war. An der Baustelle war zuletzt zu vernehmen, das Buschwerk habe sämtlichst auf dem Grundstück des Bauherrn gestanden. Diese Behauptung wurde durch die Überprüfung des Kreises widerlegt. Offen ist nun, wie die Gemeinde Borchen reagiert. Rathauschef Allerdissen beklagt eine wachsende Zahl von Verstößen durch Bauherrn gegen geltende Vorschriften. Laut Kreis-Sprecherin Michaela Pitz sei es der Gemeinde unbenommen, zivilrechtlich gegen den Bauherrn vorzugehen.

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