Der Baum ist gefällt: Jakob Wiesing (r.) erläutert Andreas Wiebe, dem Leiter von Wald und Holz NRW, den sachlich und fachlich korrekten Baumschnitt. - © Regina Brucksch
Der Baum ist gefällt: Jakob Wiesing (r.) erläutert Andreas Wiebe, dem Leiter von Wald und Holz NRW, den sachlich und fachlich korrekten Baumschnitt. | © Regina Brucksch

Borchen Neue Forstwirt-Ausbildungswerkstatt in Borchen eingeweiht

Ein Beruf mit Zukunftsaussichten

Regina Brucksch

Borchen-Gellinghausen. "Achtung Baumfällung", ertönte Montagmittag die laute Warnung von Jakob Wiesing auf der "Hünenburg" Gellinghausen. Der junge Forstwirtanwärter hat bei Wald und Holz NRW gerade sein drittes Lehrjahr begonnen. Er erhielt die verantwortungsvolle Aufgabe vor Vertretern der Presse, des Landesbetriebs Wald und Holz sowie des Regionalforstamts Hochstift eine von einem Pilz befallene Esche zu fällen. Die beeindruckende Demonstration bildete den Höhepunkt einer Informationsveranstaltung. Den besonderen Anlass bot die Einweihung der neuen Forstwirt-Ausbildungswerkstatt in Borchen-Gellinghausen. Die Verantwortlichen von Wald und Holz NRW werten den modern ausgestatteten Holzneubau mit Pelletheizung als weiteres gutes Argument, intensiv für eine dreijährige Lehrzeit und für Praktika zu werben. Ihre Aussage lautet: "Der Beruf bietet hervorragende Zukunftsaussichten, denn neben Forstunternehmen suchen auch Landschaftsbauer und Kommunen händeringend gut ausgebildete Fachleute. Jeder bekommt anschließend eine Arbeitsstelle." Bänke und Hochsitze bauen Bevor die Gruppe in den Wald hinaufstieg, nahmen die Gäste an einer Führung durch den Holzneubau teil. Wiesing sowie die weiteren Azubis Florian Tholl, Jan Schlüchting, Julian Freitag, Louis Kloke und Tobias Wiesner zeigten, wie sie Kettensägen schärfen oder Hordengatter aus Lerchenholz für frisch gepflanzte Eichen zusammennageln. "Wir können sogar Bänke und Hochsitze bauen", freuten sie sich mit ihrem erfahrenen und kreativen Lehrmeister, dem Forstwirtschaftsmeister Franz Josef Salmen, über beachtliche Ergebnisse. Andreas Wiebe nannte die Ausbildungswerkstatt vorbildlich: "Wir haben hier in 18 Monaten Bauzeit eine halbe Million Euro in die Zukunft der praktischen Waldarbeit investiert." Er kam ins Schwärmen: "Der Dreiklang vom Pflanzen, Pflegen und Fällen bietet eine erfüllende Tätigkeit, die zudem gesund ist. Wald und Holz NRW ist landesweit mit gut 100 Azubis, davon fünf Frauen, der wichtigste Ausbildungsbetrieb." Der Leiter des Regionalforstamts Hochstift Roland Schockemöhle bestätigte: "Als öffentlicher Betrieb und Teil des Umweltministeriums sind wir Hüter aller Wälder in NRW. Viele gut ausgebildete Forstleute kommen ihnen zugute, egal ob die Auszubildenden später bei uns arbeiten oder bei privaten Forstunternehmen." Dirk Kreienmeier, Fachgebietsleiter des Regionalforstamts, bezeichnete das neue Gebäude als schönste Ausbildungswerkstatt in NRW mit hervorragende Möglichkeiten, die Schlechtwetterzeiten zu überbrücken. Er kündigte an, dass hier in Zukunft zwei Forstwirtschaftsmeister insgesamt acht junge Menschen gleichzeitig ausbilden werden. Carsten Breder ist Förster des Reviers Gellinghausen. Er erinnerte an die früheren, beengten Räumlichkeiten in der Scheune des Forsthauses. In der modernen Werkstatt gäbe es jetzt sogar Duschen für Männer und Frauen und selbstverständlich einen Internetzugang.

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