Trümmer am Fuße der E-115: Bis zu 800 Meter weit sollen Teile der zerstörten Rotorblätter geflogen sein. - © Gudrun Ponta
Trümmer am Fuße der E-115: Bis zu 800 Meter weit sollen Teile der zerstörten Rotorblätter geflogen sein. | © Gudrun Ponta

Kreis Paderborn Windkraft-Gegner fordern Betriebsstopp für Windräder

Bürgerinitiative will alle baugleichen Anlagen stilllegen lassen, bis die Ursache des Windrad-Unfalls endgültig geklärt ist

Kreis Paderborn. Im Fall des Windrad-Unfalls bei Etteln fordert die Bürgerinitiative „Gegenwind Borchen" den Kreis Paderborn auf, allen baugleichen Anlagen zeitweilig die Betriebserlaubnis zu entziehen, bis die Umstände der Havarie lückenlos aufgeklärt seien. Der Kreis hatte eine ähnliche Forderung von Borchens Bürgermeister Reiner Allerdissen bereits am Freitag als „unverhältnismäßig" abgelehnt. In einer auf Anfrage der Neuen Westfälschen geschriebenen Stellungnahme begrüßt die Initiative zwar das aktuelle Verbot des Wiederaufbaus, die Anforderung des Prüfberichts sowie die Säuberung des Unglücksortes unter Aufsicht der Landwirtschaftskammer. „Gegenwind Borchen" missbilligt jedoch die durch den Bauherrn Westfalenwind geäußerte Vermutung, dass ein menschlicher Fehler die Ursache für den Vorfall war. „Nach Fehlern in der Konstruktionsplanung und den Montagerichtlinien und der Übertragbarkeit auf andere Anlagen fragt dann niemand mehr." Genau das müsse durch ein unabhängiges Gutachten geklärt werden. Gegner sehen die Umwelt gefährdet Deshalb fordert die Initiative den Kreis „eindringlich auf, eine vorübergehende Betriebsunterbrechung zumindest solcher baugleicher Anlagen zu veranlassen, die sich weniger als 800 Meter von öffentlichen Verkehrsflächen befinden." Diese Unterbrechung müsse solange anhalten bis gutachterlich unabhängig feststehe, dass von diesen Anlagen keine Gefährdung ausgehe. Denn für die Initiative steht eindeutig fest: „In einem Umkreis von mehreren hundert Metern um das Windrad herum war zum Zeitpunkt der Havarie die körperliche Unversehrtheit von Bürgern nicht gewährleistet." Schließlich seien Glasfaser-Kunststoff-Bruchstücke der Rotorblätter noch in 800 Metern Entfernung gefunden worden. Aufgrund der weiten Streuung und der vielen kleinen Partikel sei außerdem eine endgültige Dekontamination der Fläche nicht möglich. Die Windkraft-Gegner sehen deshalb die Umwelt gefährdet. Im Kreis Paderborn stehen derzeit nach Angaben des Kreises 44 Anlagen des Typs E-115, weitere 42 würden derzeit geplant beziehungsweise gebaut. Westfalenwind betreibt 11 solcher Anlagen, insgesamt 7 errichtet das Unternehmen momentan im Windpark Etteln.

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