0
Noch nackt: Der umstrittene Betonaufzugschaft am Borchener Mallinckrodthof wird noch eine Ummantelung bekommen. Nachdem im Vorfeld mehrere Materialien diskutiert worden sind, hat sich der LWL nun wohl für Lärchenholz entschieden. - © Jens Reddeker
Noch nackt: Der umstrittene Betonaufzugschaft am Borchener Mallinckrodthof wird noch eine Ummantelung bekommen. Nachdem im Vorfeld mehrere Materialien diskutiert worden sind, hat sich der LWL nun wohl für Lärchenholz entschieden. | © Jens Reddeker

Borchen Wie Lärchenholz den Betonaufzug am Borchener Mallinckrodthof schmücken soll

LWL-Landeskonservator Holger Mertens und Referatsleiterin Barbara Seifen rechtfertigen den umstrittenen Aufzug

Svenja Ludwig
07.03.2018 | Stand 07.03.2018, 11:58 Uhr

Borchen. An diesem Beton ist nicht zu rütteln: In der Borchener Ratssitzung am Montagabend ließen LWL-Landeskonservator Holger Mertens und die Referatsleiterin für Praktische Denkmalpflege Barbara Seifen die Planung und Entstehung des umstrittenen Aufzugs am Mallinckrodthof auf Einladung des Rats noch einmal Revue passieren. "Das, was da momentan passiert, ist das, was der Gesetzgeber sich vorstellt", betonte Mertens. Das Ziel sei gewesen, das Fachwerkgebäude "behindertengerecht zu erschließen". Und der Bau des Aufzugs sei von der Gemeinde Schritt für Schritt mit Birgit Breloh (Praktische Denkmalpflege für den Kreis Paderborn) abgestimmt worden, wie Mertens versicherte. Außerdem erinnerte der Landeskonservator an den Wortlaut des Denkmalschutzgesetzes, "dass Denkmäler zu erhalten, aber auch zu nutzen" seien: "Zum Prozess der Pflege gehört immer auch, Veränderung zu begleiten." Zwei Varianten aus Lärchenholz Mit der Existenz des Lifts scheinen sich die Ratsmitglieder abgefunden zu haben, noch nicht aber mit der avisierten Verkleidung. "Holz halten wir für angemessen in der Nachbarschaft zu einem Fachwerkhaus", erläuterte Mertens die LWL-Präferenz. Der Turm werde so eine Patina erhalten. Zwei Varianten aus Lärchenholz stellte Karin Striewe vom Fachbereich Hochbau der Verwaltung vor. Muster von beiden Lösungen waren bis Dienstagmorgen an dem Betonschacht angebracht. Zur Disposition stehen vier Zentimeter breite Rhombusleisten, horizontal im Abstand von fünf bis zehn Zentimetern am Turm angebracht. Der variierende Zwischenraum sorge für eine "spannungsvollere Ansicht", so Striewe. Allerdings sei bei dieser Verkleidung noch so viel Beton zu sehen, dass Abstände von fünf Millimetern bis drei Zentimetern ausprobiert werden sollten, kündigte sie an. Alternativ könnten auch Lärchenholzbretter den Aufzug ummanteln. Auch mit den zwölf Zentimeter breiten und drei Zentimeter dicken Leisten würde optisch gespielt werden. In Fünf-Grad-Schritten sollen sich die Bretter immer weiter neigen und sich die Gesamtverkleidung so mehrfach visuell "öffnen und schließen". Der LWL tendiert wohl zu dieser etwas kostspieligeren Lösung. Wenig Beifall für die Idee Im Rat ernteten allerdings beide Muster wenig Beifall. Guido Reitmeyer (Grüne) bezeichnete die Vorschläge als "Kletterhilfe" beziehungsweise "Trocknungsturm". Mehrfach wurde zudem aus Reihen von CDU, Grünen und Freien die Materialwahl hinterfragt. Lärchenholz werde nicht bei jedem Denkmal verwendet, räumte Holger Mertens ein, "aber die Situation ist auch nicht immer dieselbe." Dennoch sei dieses Holz ein "traditionelles Material, das über Jahrhunderte im Umfeld von Denkmälern" verbaut worden sei. Außerdem solle dem Mallinckrodthof von dem Aufzug nicht die Schau gestohlen werden, fügte er hinzu. Auch unter brandschutztechnischen Gesichtspunkten sei die Wahl "unbedenklich". Da der Fahrstuhlschacht freisteht und zwischen Beton und Holz Luft zirkulieren kann, geht Karin Striewe außerdem von einer Haltbarkeit von mindestens 20 Jahren aus.

realisiert durch evolver group