Borchen Windkraft: Borchener haben nur die Nachteile

Ralf Hecker antwortet auf den Brief von Bürgermeister Reiner Allerdissen

Borchen-Dörenhagen. In einer Replik an an Bürgermeister Reiner Allerdissen zeigt sich Ralf Hecker, Inhaber der Brockmann Wind GmbH, überrascht, dass Allerdissen "als Rathauschef in Borchen keinen Zugang zu unseren Gewerbesteuerzahlungen" hat. Wörtlich heißt es in seinem Schreiben, das der NW vorliegt: "Wir zahlen also sehr wohl Gewerbesteuer in Ihrer Gemeinde, zwar nur die 70 Prozent, da der Sitz der Gesellschaft aufgrund Ihres investitionsfeindlichen Klimas nicht in Borchen ist. Aber bitte verdrehen Sie nicht weiter die Fakten, indem Sie in Ihren Ausführungen verschweigen, dass in jedem Fall der 70-Prozent-Anteil der Standortgemeinde zusteht." Hecker hält an seinem Vorwurf fest, dass Allerdissen höhere Gewerbesteuereinnahmen verhindert. Durch das Repoweringkonzept des Unternehmens hätte sich die jährliche Summe etwa verachtfacht. Daneben wären die Anzahl der Anlagen in dem Bereich von derzeit 13 auf nur noch 7 reduziert worden, bei geringeren Schallemissionen. Wörtlich fügte er hinzu: "Es ist Ihr Verdienst, Herr Allerdissen, dass die großen Anlagen auf Lichtenauer Flur direkt angrenzend an Borchen stehen und nicht in Borchen - ist das zukunftsfähige Politik?" Hecker führt in seinem Schreiben weiter aus, dass nicht die Nennleistung über den Ertrag einer Anlage entscheidet, sondern vielmehr die Nabenhöhe und der Rotordurchmesser. Würde am Standort die gleiche Nennleistung (2,3 MW) mit 82 Meter Rotordurchmesser und 138 Meter Nabenhöhe (Typ E-82) gebaut, so könnte diese den doppelten Ertrag in kWh produzieren, bei nicht mal 50 Prozent Mehrkosten. Das hätte sowohl auf die Wirtschaftlichkeit, als auch auf den Klimanutzen der Anlage erhebliche Auswirkungen. Abschließend schriebt Hecker: "Mein Schreiben hat sich an Sie persönlich gerichtet Herr Bürgermeister Allerdissen; das ist dem Schreiben auch deutlich zu entnehmen. Dem Rat habe ich das Schreiben nur zur Kenntnis geschickt. Es ist also unlauter, zu behaupten, ich hätte die Borchener selbst angegriffen. Ich sehe das Problem überhaupt nicht bei den Borchener Bürgerinnen und Bürgern. Diese würden sicherlich gerne von höheren Einnahmen der Gemeinde profitieren, da der Blick auf große Anlagen ohnehin gegeben ist. Ihre Verhinderungsplanung sorgt nur leider dafür, dass die Borchener die Nachteile der Windenergie (Flugbefeuerung, Sicht) haben, nicht aber, wie in anderen Gemeinden, von deren Vorteilen (Gewerbesteuer, Pachteinnahmen, günstige Stromtarife, Energiestiftung) profitieren können".

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