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Bad Wünnenberg Kran gerät in Oberleitung und brennt ab

Stundenlange Stromausfälle in Bad Wünnenberg und Marsberg

10.10.2013 | Stand 11.10.2013, 06:15 Uhr |
Kran gerät in Oberleitung - © Bad Wünnenberg
Kran gerät in Oberleitung | © Bad Wünnenberg

Bad Wünnenberg (nw). Ein Kran ist im Windpark Leiberg bei Bad Wünnenberg im Kreis Paderborn in eine 110.000-Volt-Stromleitung geraten und ausgebrannt.

In dem Windpark werden derzeit neue Mühlen errichtet. Dabei kam auch ein Autokran zum Einsatz, der bis zu 200 Tonnen heben kann. Der Kranfahrer hatte gegen 10.30 Uhr seinen Montagekran von einem Windrad zu einer anderen Baustelle auf dem Windradfeld fahren wollen und dabei den Ausleger nicht eingefahren. Bei der Berührung der 110 000-Volt-Leitung von RWE habe es einen Kurzschluss gegeben. Zunächst hätten die Reifen des Krans Feuer gefangen. Weil der Kranausleger in der Leitung hing, sei weiter Strom geflossen.

Die Feuerwehr sperrte das Areal wegen weiterer Stromschlaggefahr großflächig ab. Der Fahrer hatte Glück, weil er zunächst wie ein Autofahrer im Gewitter in einem sogenannten Faradayschen Käfig saß.



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Die Feuerwehr konnte nach eigenen Angaben zunächst nicht löschen, da die Leitung weiter unter Strom stand und nicht freigegeben war. Später löschten die Wehrmänner von zwei Seiten aus 20 Metern Entfernung mit Wasserwerfern die ausgebrannten Reste des Krans.

Es kam zu stundenlangen Stromausfällen in Bad Wünnenberg, Leiberg, Bleiwäsche, Fürstenberg, Husen und Marsberg.

Am Nachmittag waren mehr als 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz. In den Städten Bad Wünnenberg und Lichtenau waren die örtlichen Einsatzleitungen besetzt. Im Stadtgebiet Lichtenau waren  zudem alle Feuerwehrgerätehäuser mit Einsatzkräften besetzt. Durch den Stromausfall in den 14 Ortsteilen waren die mobilen und festen Telefonkommunikationswege nicht möglich.

Ein Kran ist im Windpark Leiberg bei Bad Wünnenberg in eine Überlandleitung geratenund brennt. - © FOTO: MARC KÖPPELMANN
Ein Kran ist im Windpark Leiberg bei Bad Wünnenberg in eine Überlandleitung geratenund brennt. | © FOTO: MARC KÖPPELMANN

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk stellen eine mobile Stromversorgung in zwei Lichtenauer und einem Bad Wünnenberger Altenheim sicher. Zudem ist das THW zu einem Lebensmittelmarkt in Attel unterwegs, um die Kühlung der Lebensmittel sicher zu stellen.

Die Verpflegung der Einsatzkräfte wurde durch das Deutsche Rote Kreuz sicher gestellt. Das DRK unterstüzte auch die Altenheime beim Patiententransport.

Für weitere Engpässe hält der Kreis Paderborn diverse Stromaggregate in Bereitstellung vor.