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Biene im Anflug: Die Blühwiese in Haaren ist beliebt bei Insekten. - © Lena Henning
Biene im Anflug: Die Blühwiese in Haaren ist beliebt bei Insekten. | © Lena Henning

Bad Wünnenberg So schön blühen die Blühwiesen im Kreis Paderborn

Landwirte müssen einen Teil ihrer Äcker für den Umweltschutz zur Verfügung stellen. Johannes Giesguth hat eine besondere Blumenmischung gesät

Lena Henning
25.08.2019 | Stand 25.08.2019, 17:26 Uhr

Bad Wünnenberg-Haaren. Es brummt und summt und zirpt. Zahlreiche Insekten tummeln sich auf der Wiese, fliegen von Blüte zu Blüte. Die Blühwiese auf dem Feld von Kreislandwirt Johannes Giesguth in Haaren ist Anflugstation für zahlreiche Bienen und andere Insekten. In diesen Tagen steht sie in ihrer vollen Pracht. Und das trotz der Trockenheit. "Kurz vor Ostern haben wir die Mischung ausgesät und schon befürchtet, dass nichts draus wird", erzählt Giesguth. Lange hätten die Pflanzen gebraucht, doch inzwischen sei auf dem Feld ein "ein kleiner Dschungel" entstanden. Er hat sich für eine Honigbienenmischung entschieden, ein buntes Sammelsurium verschiedener Arten, die vor allem Bienen mögen. Besonders die vielen Sonnenblumen sind schon von weitem zu sehen. "Es macht einfach Spaß, sich das anzugucken", sagt Giesguth. Landwirte sind verpflichtet, fünf Prozent ihrer Ackerflächen als sogenannte ökologische Vorrangflächen auszuweisen. Das bedeutet, dass diese nicht landwirtschaftlich genutzt werden, sondern so bewirtschaftet werden, dass es dem Umwelt- und Klimaschutz förderlich ist. Im Kreis Paderborn liege der Anteil solcher Flächen sogar ein bisschen über dem gesetzlichen Soll, nämlich bei sechs Prozent, sagt Giesguth. Blumen säen sich selbst wieder aus Was mit den Flächen passiert, ist jedem Landwirt selbst überlassen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Fläche kann einfach brach liegen, im Laufe der Zeit wuchert sie dann zu. "Man kann sie auch als Grünland anlegen, also Gras säen", erklärt Giesguth. Auch ist es möglich, bestimmte Pflanzenmischungen als Zwischenfrucht auszusäen, die auf dem Feld wachsen, bis die nächste Hauptsaat ansteht. Eine weitere Option sind die Blühwiesen. "Die kann man entweder aussäen, wenn das Feld abgeerntet ist, oder man legt eine solche Fläche für einen längeren Zeitraum an", sagt Giesguth. Er hat sich für eine Blumenmischung entschieden, die bis zu drei Jahre wachsen soll. Im nächsten Jahr säen sich die Blumen dann von selbst wieder aus. "Der Kreis Paderborn ist schon sehr bunt geworden" Die Schönheit der Blumenwiese und die Gewissheit, dabei etwas Gutes für die Natur zu tun, waren für Giesguth die Hauptgründe, die Wiese in diesem Jahr anzulegen. "Wenn man sowieso etwas machen muss, kann man es auch so gestalten, dass alle etwas davon haben" sagt er. Natürlich müsse das jeder Landwirt individuell entscheiden. "Die Mischung macht's." Blühwiesen, Wildblumen, Insektenschutz - diese Themen sind derzeit in aller Munde. "Als Landwirte können wir nicht von Blühstreifen allein leben, aber jeder kann seinen Teil dazu beitragen", sagt Giesguth. Der Kreis Paderborn sei in den vergangenen Jahren schon sehr bunt geworden, freut er sich. "Man muss nur das Auge dafür haben."

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